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Geithain DRK organisiert ein Helferfest in Geithain
Region Geithain DRK organisiert ein Helferfest in Geithain
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16:25 19.05.2015

"Die Ereignisse waren wirklich sehr dramatisch", betont die amtierende Kreisgeschäftsführerin Heidrun Naumann. Manche Bürger seien gleich mehrfach vom Hochwasser betroffen gewesen.

"Wir wollen die Helfer mit einem schönen Essen in den DRK-Werkstätten verwöhnen", kündigt Heidrun Naumann an. Der Geithainer DRK-Kreisverband ist Teil des Katastrophenschutzzuges Süd vom Landkreis und dort zuständig für Sanitäts- und Betreuungsdienste - gemeinsam mit dem DRK-Partnerkreisverband Leipzig-Land. Als für die Region Pegau am 1. Juni Katastrophenalarm ausgelöst wurde, richteten ehrenamtliche Helfer beider Kreisverbände in einer dortigen Sporthalle ein Evakuierungszentrum ein. Auf dem Gelände des Kreisverbandes Leipzig-Land in Zwenkau kochten DRK-Helfer für die Evakuierten und alle Einsatzkräfte - auch von Bundespolizei, THW und Feuerwehr.

Ab 3. Juni habe das Rote Kreuz auch bei Evakuierungen in Pegau und den Ortsteilen mitgeholfen, zunächst von hilfsbedürftigen Bürgern, dann bei den zahlreichen Zwangsevakuierungen, erzählt Naumann. Allein neun Autos des Geithainer Kreisverbandes waren im Einsatz, um vom Hochwasser betroffene Bürger in das Evakuierungszentrum zu bringen. Das war am 3. Juni dann selber von der Flut bedroht und musste von der Sport- in eine leere Fabrikhalle umziehen. Bis zu 122 Evakuierte seien dort am 4. und 5. Juni betreut worden, berichtet Naumann, 60 Personen hätten auch übernachtet. Der Einsatz in Pegau konnte dann am 6. Juni beendet werden, weil die Notunterkunft nicht mehr benötigt wurde. Mitglieder des Geithainer Kreisverbandes kochten für Einsatzkräfte und Betroffene am Wochenende noch in Zwenkau mit. Ansonsten wurde die Einsatztechnik in Ordnung gebracht und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt.

Dann kam die Flut am 8. Juni in der Geithainer Region, am späten Nachmittag alarmierte die hiesige Feuerwehr das Rote Kreuz. Heidrun Naumann und Kreisbereitschaftsleiter Peter Winter übernahmen die DRK-Einsatzleitung im Feuerwehr-Gerätehaus. "Wickershain und Niedergräfenhain waren abgeschnitten, wir hatten zuerst keine Informationen, wie es dort steht", erklärt die amtierende Kreisgeschäftsführerin. Deshalb richteten die ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Helfer (SEG) vorsorglich zwei Evakuierungszentren ein - im Bürgerhaus Geithain und im Dorfgemeinschaftshaus Rathendorf. Beide wurden mit Feldbetten und Decken ausgestattet, die Küche der DRK-Werkstätten hätte die Evakuierten mit Speisen und Getränken versorgt. "Wir waren vorbereitet", blickt Heidrun Naumann zurück. 22 Helfer seien an diesem Sonnabend im Einsatz gewesen. Gegen Abend entspannte sich die Lage, das Wasser floss ab, Dammbrüche hatte es doch nicht gegeben, am späten Abend fiel die Entscheidung, die bislang nicht genutzten beiden Notunterkünfte wieder aufzulösen. Offensichtlich waren alle Bürger in höheren Geschossen der eigenene Häuser, bei Nachbarn oder Verwandten untergekommen. Gegen Mitternacht waren die beiden Säle wieder beräumt.

"Das waren viele Tage, viele Einsatzkräfte, das ist für uns eine große Anstrengung gewesen", so Naumann. Einige der ehrenamtlichen Helfer waren von den Arbeitgebern freigestellt worden, andere sind hauptamtlich in Einrichtungen des Kreisverbandes tätig.

Was folgte, war die Hilfe nach der Flut. 27 Heiztrockner hat der Kreisverband bei seinem Landesverband in Dresden abgefordert und Bedürftigen und Familien in der Region kostenlos zur Verfügung gestellt. Beim Abholen können die Nutzer noch je 50 Euro Energiekostenzuschuss beim Roten Kreuz beantragen. "Damit haben wir vielen helfen können, das gab positive Rückmeldungen", bestätigt Naumann.

DRK-Helfer haben in der Region an Betroffene auch Desinfektions- und Reinigungsmittel verteilt. "Alle, zu denen wir hingefahren sind, haben das gern genommen", erzählt die amtierende Kreisgeschäftsführerin. Hochwassergeschädigte können nach wie vor gänzlich kostenlos den Kleidershop des Kreisverbandes in der Chemnitzer Straße in Geithain nutzen. Außerdem verteilt das sächsische Rote Kreuz Sachspenden über seine Kreisverbände.

Sachspenden werden in Geithain nicht entgegengenommen. Wer welche machen möchte oder benötigt, kann per E-Mail Kontakt aufnehmen über die Adresse hochwasser@drksachsen.de. Spenden sind erbeten auf das Konto 41 41 41, bei der Bank für Sozialwirtschaft (Bankleitzahl 37 02 05 00) unter dem Stichwort "Nachbarn in Not".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Inge Engelhardt

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