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Dachziegelwerk Obergräfenhain: Neue Rohstoffquelle – neuer Eigentümer

Penig Dachziegelwerk Obergräfenhain: Neue Rohstoffquelle – neuer Eigentümer

Der Ton für die Dachziegel kommt ab 2018 aus einer neuen Grube: Noch in diesem Jahr will das Dachziegelwerk Obergräfenhain die neue Trasse zum Abbaufeld Langenleuba-Oberhain bauen. Der Konzern Braas Monier Building Group, zu dem das Werk zählt, hat einen neuen Eigentümer aus Übersee: Standard Industries heißt der und bestimmt den Markt in Nordamerika.

Blick auf das Dachziegelwerk Obergräfenhain aus der Vogelperspektive.

Quelle: Jens Paul Taubert

Penig/Obergräfenhain. In seinem Jubiläumsjahr schafft das Dachziegelwerk Obergräfenhain die Voraussetzungen für eine neue Tongrube: Ab 2018 soll der Rohstoff für die Produktion aus dem Abbaufeld Langenleuba-Oberhain kommen. Er rechne in den nächsten Tagen und Wochen mit der Genehmigung durch das sächsische Oberbergamt, sagt Werkleiter Heino Kleine. Vor 25 Jahren hatte Braas in Obergräfenhain die Produktion aufgenommen, die Zahl der Linien Stück für Stück aufgestockt und auch das einstige Klinkerwerk Narsdorf eingebunden.

Der Konzern Braas Monier Building Group, zu dem das Braas-Werk in Obergräfenhain zählt, hat seit wenigen Tagen einen neuen Eigentümer aus Übersee: Standard Industries heißt der und bestimmt den Markt in Nordamerika. Unter dem Dach BMI führt er in Europa Braas, den Steildach-Spezialisten, mit seinem Flachdach-Produzenten Icopal zusammen.

„Für Obergräfenhain ändert sich damit erst einmal nichts. Wir sind sehr gut ausgelastet“, sagt Kleine mit Blick auf die 180 Mitarbeiter und auf die Produkte, die Lastzüge nicht nur deutschlandweit zu den Kunden bringen, sondern sie unter anderem nach Polen, Tschechien, die Slowakei und Schweden liefern. „Was mich persönlich freut, ist, dass wir als Konzern wieder ein Familienunternehmen sind. Ich verspreche mir deshalb ein höheres Maß an Beständigkeit für die Zukunft“, sagt Kleine. Braas und Icopal passten hervorragend zusammen. Als europäischer Marktführer könne man den steigenden komplexen Anforderungen an Technologie und Logistik noch besser entsprechen und habe neue Möglichkeiten, in die Produktions-Infrastruktur zu investieren.

Eine solche – und entscheidende – Investition steht Obergräfenhain unmittelbar bevor. Da die Vorräte im Tontagebau Narsdorf nach mehreren Erweiterungen zu Ende gehen, soll ab 2018 das neue Abbaufeld Langenleuba-Oberhain den Rohstoff sichern. Seit 2015 läuft bei Sachsens oberster Bergbehörde in Freiberg das Planfeststellungsverfahren für diese Grube und für ein zweites Feld namens Rathendorf. „Wir erwarten demnächst den Bescheid und wollen möglichst bis Oktober die Rohstoffstraße zwischen neuer Grube und Werk fertigstellen. Das Geld ist da, es könnte losgehen“, so Kleine. Die Trasse führt an der Nordseite des Werks entlang, überquert die Straße nach Rathendorf und den Rattebach, unterquert die Autobahn und führt ein Stück an ihr entlang Richtung Chemnitz.

Das neue Feld, rund 100 Hektar groß, liegt zwischen Rathendorf und Langenleuba-Oberhain. In den nächsten drei Jahrzehnten soll hier Stück um Stück auf maximal 78 Hektar Ton gewonnen werden; Braas geht von rund 5,5 Millionen Tonnen aus. „Sobald wir Flächen nicht mehr benötigen, rekultivieren wir sie und geben sie der Landwirtschaft zurück“, erklärt Heino Kleine. Dass das funktioniere, könne man an der Grube Narsdorf sehen, die bereits heute zu großen Teilen wieder landwirtschaftlich nutzbar sei.

Das Jubiläum des Werks werde man Mitte Oktober „intern mit einem Fest für unsere Mannschaft und für ehemalige Mitarbeiter“ begehen, so Kleine. Obwohl man seit jeher Wert auf die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses setze – etwa Industriekeramiker, Mechatroniker und Logistiker –, müsse man diese Aktivitäten noch intensivieren. Nach einem Vierteljahrhundert Firmengeschichte in der Region wechselten zunehmend Mitarbeiter in die Rente. „Es gelingt uns nicht zu hundert Prozent, diese Stellen durch unseren Nachwuchs zu besetzen.“ Deshalb gelte: „Wer Leistungen bringt und die Rahmenbedingungen erfüllt, hat beste Chancen, nach der Ausbildung bei uns einen festen Arbeitsplatz zu bekommen.“

Von Ekkehard Schulreich

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