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Geithain Dachziegelwerk bezieht Rohstoff aus neuer Grube in Obergräfenhain
Region Geithain Dachziegelwerk bezieht Rohstoff aus neuer Grube in Obergräfenhain
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13:00 09.06.2018
Das Dachziegelwerk Obergräfenhain hat eine neue Lehmgrube aufgeschlossen und mit dem Abbau begonnen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Penig/Geithain

Spitzfindige könnten konstatieren, die in Obergräfenhain gebrannten Dachziegel bestünden seit wenigen Tagen aus Oberhainer, nicht mehr aus Narsdorfer Lößlehm. Geologisch und chemisch betrachtet macht das keinen Unterschied: Das neue Abbaufeld, aus dem das Dachziegelwerk (Braas Monier Building Group) seit dem vergangenen Monat seinen Hauptrohstoff bezieht, biete dieselbe Qualität wie das alte, sagt Werkleiter Heini Kleine: „Er ist gleichwertig, denn das Gebiet hängt zusammen. Bereits Ende 2017 haben wir ihn in der Produktion getestet. Das Ergebnis überzeugt.“

Für das nächste halbe Jahrhundert hat das Dachziegelwerk Obergräfenhain nun Rohstoff-Sicherheit. Eine neue Lehmgrube wurde aufgeschlossen und mit dem Abbau begonnen

Die obligatorische Frühjahrskampagne – eine von drei konzentrierten Gewinnungsaktionen im Jahr – rollt deshalb bis Mitte/Ende Juni nicht von der Grube Seifersdorf 2, unmittelbar an der Autobahn 72, ins Werk. Die schweren Laster starten im Feld Langenleuba-Oberhain südwestlich des Werks und queren die nach Rathendorf führende Straße. Rund 6600 LKW-Ladungen pro Jahr werden es sein. Den Abbau übernimmt das Unternehmen K&G aus Eisenberg, das für Braas an verschiedenen Standorten tätig ist. Auf dem 80 000 Tonnen fassenden Lagerplatz türmt sich der Lößlehm beider Förderstätten.

Ihn zu vermischen, ist kein Problem. Für das nächste halbe Jahrhundert habe man nun Rohstoff-Sicherheit, sagt Kleine mit Blick auf die beiden genehmigten Felder Oberhain und Rathendorf. Die Entscheidung in der Nachwende-Zeit, gerade in Obergräfenhain ein neues Dachziegelwerk zu bauen, sei richtig gewesen. Das traditionsreiche Narsdorfer Klinkerwerk hatte den Kontakt zu Braas damals angebahnt. 1992 ging das neue Werk in Betrieb, wurde mehrfach erweitert. Es zählt knapp 190 Mitarbeiter und liefert nicht nur deutschlandweit, sondern auch in zahlreiche europäische Länder.

Alte Flächen werden rekultiviert

Parallel zum Neuaufschluss der Oberhainer Grube treibt das Unternehmen die Wiederherstellung von über Jahrzehnten ausgebeuteten Flächen voran. Aktuell widme man sich dem Tagebau Narsdorf alt, nahe des Feuerwehr-Trainingsplatzes gelegen, sagt Heino Kleine. Die Förderung von Tonschiefer für die Klinker sei hier schon vor langer Zeit aufgegeben worden. „In den Genehmigungsverfahren ist festgelegt, wie wir mit den Grundstücken umzugehen haben. Bei der Umsetzung stehen wir in engem Kontakt zur Naturschutzbehörde.“

Landwirte erhalten Äcker zurück

Dass in den vergangenen Monaten auf dem Gruben-Areal eine Menge Grün gerodet wurde, habe Anwohner irritiert und verärgert, sagt der Narsdorfer Ortsvorsteher Andreas Große. Ein Gelände, das längst dank Kraft der Natur zu einem Biotop geworden sei, jetzt erneut umzukrempeln, erscheine widersinning. Das aber sei es nicht, hält Kleine entgegen: „Ein Biotop muss gewisse Anforderungen erfüllen. Deswegen haben wir die Fläche entbuscht, um – wie es festgelegt ist – der Feldlerche Raum zu geben.“ Anderes sei vorgesehen mit dem zuletzt genutzten Abbaufeld Seifersdorf 2. Das gehe zurück an die Landwirtschaft. Vorher werde man das Gelände profilieren und wieder Mutterboden anfüllen: „Wir sind dabei. Einen Teil haben wir bereits zurückgegeben.“ Die Landwirtschaftsbetriebe sorgten mit einer bestimmten Fruchtfolge für eine Verbesserung der Bodenstruktur: „Nach ein paar Jahren sind das dann wieder ganz normale Felder.“

Von Ekkehard Schulreich

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