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"Dammsystem hat Praxistest bestanden"

"Dammsystem hat Praxistest bestanden"

Dass die Einwohner des Frohburger Ortsteils Schönau während der Tage mit den starken Regenfällen Ende Mai und Anfang Juni weitgehend trockene Füße behielten, ihre Häuser und Keller von Überflutungen verschont blieben, haben sie vor allem dem Rückhaltebecken und den Dämmen zu verdanken, die 2010 oberhalb ihres Ortsteils dank der Initiative der Teilnehmergemeinschaft Nenkersdorf errichtet und 2011 fertiggestellt wurden.

Schönau. Vor Ort trafen sich am Mittwoch Akteure zu einem ersten Fazit.

"Alles in allem können wir wohl sagen, dass sich die Sache bewährt hat. Die Ortslage wurde geschützt, auch wenn die Becken am Ende randvoll waren, die Wiesenflächen der Umgebung unter Wasser standen", gab sich Jörg Mentzel, der Geschäftsführer des Instituts für Ingenieur- und Tiefbau GmbH Markkleeberg, sehr zufrieden mit dem jüngsten Praxistext. Immerhin waren auch in Schönau vom 29. Mai bis 2. Juni 81 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Das wurde von Einwohner Hermann Veit gemessen, der für die Teilnehmergemeinschaft als Pflanzmeister und ökologischer Baubetreuer fungiert. "Das hätte ansonsten wie in den Jahren zuvor zu ziemlichen Überschwemmungen im Dorf geführt", ist auch für Martin Lindenberg, Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, klar. Er ist deshalb froh, dass sich die Gemeinschaft einst entschied, eine solche Anlage zu schaffen. Es war ihr größtes Vorhaben. Und er ist dankbar, dass Grundstückseigentümer und Landwirte ihr Land für die Hochwasserschutzeinrichtungen und den Stauraum der Regenrückhaltungen in der Fläche dauerhaft bereitstellten.

Seit dem Herbst 2010 wurden die Bauwerke errichtet. Herzstück ist ein Drosselsystem, das den Stellmacherweg und Teile des Dorfes vor Wassermassen schützen soll. Nördlich und östlich des Dorfes gibt es zudem am Schönauer Graben und am Bahndamm weitere Rückhalteanlagen. Etwa 250 000 Euro betrugen die Planungs- und Baukosten. 84 Prozent der Investition förderte das Amt für ländliche Entwicklung, den Rest brachte die Gemeinschaft selbst auf.

"Ich denke, es war eine sehr durchdachte Lösung, zumal sich die Anlage wahrlich gut in die Landschaft einfügt", lobte am Mittwoch auch Ortsvorsteher Andreas Mertin. Dass es richtig sei, wieder mehr auf Rückhalteflächen statt riesiger Anlagen zu setzen, hätten die vergangenen Regenereignisse gezeigt, ergänzte Dietra Mäder von der Teilnehmergemeinschaft.

Einbezogen in die Auswertung der Geschehnisse war auch Bernd Emmrich, der Leiter der Ortsfeuerwehr. Auch das eine Schlussfolgerung der Ereignisse: Die Feuerwehr sollte noch genauer in Kenntnis gesetzt werden, an welchen Stellen in der besagten Anlage Knackpunkte des Hochwasserschutzes sind, um gerüstet zu sein, wenn ihr Handeln mal wieder nötig werde. "Wir haben jetzt alle Pläne bekommen, kennen noch besser die örtlichen Gegebenheiten, wo beispielsweise Sandsäcke den größten Nutzen haben", so der Feuerwehrchef. Darauf verwiesen wurde aber auch, dass es nötig sei, die Bäche und angrenzenden Flächen regelmäßig von Bewuchs zu befreien, auch das Mahdgut zu entfernen. Um angrenzende Wiesen auf einfache Art frei zu halten, soll nun mit Pferdebesitzern des Ortes Kontakt aufgenommen werden, um sie beweiden zu können.

Eine Sorge der Schönauer brachte der Einwohner Herbert Syrbe bei diesem Vor-Ort-Termin zur Sprache: "Wir könnten noch beruhigter vor Hochwasser sein, wenn der Durchlass im Dorf, der jetzt 50 Zentimeter breit ist, größer wäre und das Wasser dort nicht bei Starkregen raussprudeln würde", bewegt ihn. Könnte das noch von der Kommune gelöst werden, wären den Einwohnern auch die letzten Befürchtungen vor unerwünschtem Nass genommen. Andreas Mertin, auch Stadtrat in Frohburg, versprach, das Problem noch einmal ins Blickfeld zu rücken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Lang, Thomas

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