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Geithain "Das Leben hier ist ganz anders als in Israel"
Region Geithain "Das Leben hier ist ganz anders als in Israel"
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16:10 19.05.2015
Stadtführung für alle Teilnehmer der Jugendbegegnung gestern durch Geithain, Erläuterungen gibt Carmen Schmidt (vorn). Quelle: Jens Paul Taubert

Ein Empfang durch Geithains Bürgermeisterin und ein Stadtrundgang bildeten gestern den Auftakt des Tages. Die Gäste aus Azor waren am Sonntag angekommen, sie wohnen in Gastfamilien.

Auf hebräisch begrüßte Stadtchefin Romy Bauer (CDU) die Gäste im Ratssaal, und die quittierten das mit Beifall. Ansonsten wurde durchgehend Englisch gesprochen, die Worte der Besucher sind hier sinngemäß übersetzt.Acht junge Leute aus der israelischen Stadt Azor sind Sonntag früh in Berlin gelandet - begleitet von zwei Betreuern. Die Lehrerin Galit Miron weilt erstmals in Deutschland. "Sehr schön" sei es hier, die Menschen wären freundlich - und offen, etwas über ihr Heimatland zu erfahren, erklärte sie. Bereits sein fünfter Besuch hierzulande ist es für Rony Konforty, er reiste zuvor bereits zweimal mit seiner Frau und zweimal mit Jugendgruppen nach Deutschland. Wunderschön sei das Land, seien aber auch die Menschen hier. "Die Deutschen haben aus dem Krieg gelernt", so der Eindruck des Computerspezialisten.

Die deutsche Kultur "von innen kennenlernen" möchte Victoria Rotenberg, 14 Jahre alt. Das interessiert auch Maria Eva Grankin, sie findet aber auch besonders interessant, wie die Menschen hier leben. Für die 15-Jährige ist es bereits der vierte Besuch in Deutschland, so kennt sie beispielsweise schon München und Berlin. "Geithain gefällt mir, die Stadt ist sehr europäisch", erklärte sie. Einen guten ersten Eindruck von Geithain hatte auch der 15-jährige Yuval Elazar. Die Traditionen hier zu kennen, sei sehr bedeutend, findet er. In einer Gastfamilie könne er das Leben am besten kennenlernen, das sehr verschieden von dem in Israel wäre.

Elf Jugendliche aus Geithain und Umgebung nehmen an der Jugendbegegnung teil, Ulrike Läbe und Andreas Rauhut vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis begleiten sie, es hat den Austausch organisiert. "Damit wollen wir Weltoffenheit in die Region bringen", so Rauhut gestern. Die jungen Leute sollten die Möglichkeit erhalten, sich kennenzulernen, aber auch, gemeinsam thematisch zu arbeiten.

Sie werden sich in den kommenden Tagen mit dem Thema Verantwortung und Zivilcourage auseinandersetzen, an historischen Beispielen erarbeiten, wie wichtig couragiertes Handeln für die Durchsetzung der Menschenrechte war und ist. Am 12. August wollen sie ihre Eindrücke und Ergebnisse im Bürgerhaus Geithain öffentlich präsentieren. Alle Interessenten sind dazu, 18 Uhr, eingeladen.

"Schön, dass sie bereit sind, das mit uns zu machen", sagte Elisabeth Steglich. Die 15-Jährige findet diese Begegnung zwischen Deutschen und Israelis auch wegen der Geschichte wichtig. "Mich interessiert das Land Israel", erzählte die Kohrenerin, die als Fünfjährige schon einmal mit ihren Eltern zur Partnerkirchgemeinde dorthin gereist war. "Ich möchte wissen, wie die Israelis über uns Deutsche denken", erzählt Austausch-Teilnehmer Christoph Sigulla aus Rochlitz. Doch es sei auch eine gute Gelegenheit, seine Englischkenntnisse zu verbessern, so der 18-Jährige. Auch von der Geschichte her seien diese Begegnungen interessant, findet Ester Jahn aus Terpitz. Sie hat schon einmal einen Jugendaustausch mit England gemacht. Besonders freut sich die 16-Jährige schon auf die Herbstferien, wenn die deutschen Teilnehmer nach Azor reisen. Dort leben sie während ihres Aufenthaltes in den Gastfamilien ihrer Austauschpartner.

Carlo Hohnstedter aus Borna hatte letztes Jahr an dem Austausch teilgenommen. Seiner Familie habe das sehr viel gebracht, und die Reise nach Israel sei sehr bewegend gewesen, erzählte der 17-Jährige. "Das bringt einem persönlich sehr viel, ich würde das jedem empfehlen", betonte er. Am Mittwoch leitet er eine Geocaching-Tour auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers in Flößberg. Auch ein Naturtag in und um Geithain, ein Workshop in Buchenwald, der Besuch einer Synagoge in Leipzig sowie eine Stadtführung in der Messestadt gehören unter anderem zum Programm.

"Als sie so alt waren wie wir, hätten sie da gern an so einem Jugendaustausch teilgenommen?", wollte Carlo von Romy Bauer wissen. "Aber sehr gern", bestätigte die. Dieser Austausch möge den Samen legen für weitere Kontakte und Beziehungen wünscht sich die Bürgermeisterin. In die vielen jungen Gesichter zu schauen, habe sie sehr berührt. "Ich bin sehr froh und dankbar, dass es wirklich zu diesem Austausch gekommen ist", betonte die Stadtchefin.

Carmen Schmidt führte die Teilnehmer der Jugendbegegnung durch Geithain, Jugendhaus-Chef Peter Frommelt übersetzte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2013

INGE ENGELHARDT

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