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Geithain Das lange Warten der Frohburger Bergstraßen-Bewohner
Region Geithain Das lange Warten der Frohburger Bergstraßen-Bewohner
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15:40 14.03.2012
Bewohner der Bergstraße in Frohburg warten nun schon über ein Jahr auf Rückkehr in ihre Häuser. Quelle: Thomas Lang
Frohburg

Der Grund: Die unterhalb der Gebäude liegenden Böschung kam aufgrund der Nässe ins Rutschen. Die Gefahr für Leib und Leben war zu groß. Das Bauordnungsamt des Landkreises ordnete deshalb die Räumung an. Was damals keiner ahnte: Die betroffenen Bürger harren immer noch vergeblich der Rückkehr, fühlen sich von vielen Seiten im Stich gelassen, kämpfen vor Gericht darum, dass sie zu ihrem persönlichen Leid nicht auch noch auf den immensen Kosten sitzen bleiben. Die Situation ist vertrackt. Es war kurz nach Weihnachten 2010, als Eigentümern und Mietern der betreffenden Häuser beträchtliche Risse in der besagten Stützmauer auffielen. Sie machten den Bauherrn und Verkäufer auf diesen Umstand aufmerksam. Ein Gutachten brachte das erschreckende Fazit: Die Stützmauer ist akut einsturzgefährdet. Sie wurde durch den gewaltigen Druck des Erdreichs auf die Mauer um etwa einen Meter verschoben. Diese Situation sei auf an sich aufstauendes Wassere zurückzuführen.Und auch die Lösung war offensichtlich. Die Stützmauer müsse stabilisiert werden. Das könne mittels Errichtung einer gegen die Mauer anzuschüttenden Rampe realisiert werden. Frohburgs Stadtverwaltung war bereit, dafür die angrenzende kommunale Wiese zur Verfügung zu stellen. Auch verlegte der Abwasserzweckverband Wyhratal, wie versprochen, eine Leitung auf etwa 130 Metern Länge von der Wiese unterhalb der Stützmauer bis zur Wyhra, um das Oberflächen- und Dränagewasser, später auch das Niederschlagswasser von den Grundstücken um und aus der Bergstraße ableiten zu können. Daran beteiligte sich die Kommune mit einem Viertel der Gesamtkosten. „Doch nun hätte weiter investiert werden müssen. Aber da eben passierte bisher nullkommanichts“, schmerzt auch Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) die Situation.Denn die Drösel Wohnbau GmbH, die Anfang des neuen Jahrtausends die Häuser errichtete, bestreitet bis heute, Schuld an der Misere zu sein, sieht für die aufgetretenen Setzungen und das Rutschen die hohen Grundwasserstände infolge großflächiger Veränderungen der Bodenprofile, Flussläufe und Grundwasserstrukturen als Ursache an.Ergo ging die Sache vor Gericht. Sechs Kläger – allesamt Bewohner der betroffenen Gebäude - meinen, dass das Bauunternehmen für die Kosten der notwendigen Arbeiten zur Sanierung der Stützmauer sehr wohl  aufkommen müsse, damit die Betroffenen auf absehbare Zeit in ihre Häuser zurück könnten. Diese Kosten belaufen sich derzeit schätzungsweise auf bis zu 350.000,00  Euro. Die Kläger gehen davon aus, dass neben fehlenden statischen Prüfungen die Grundstücke nicht mittels Dränage ordnungsgemäß entwässert worden sind, sondern das Unternehmen mittels  Sickerschächten die Entwässerung geplant und ausgeführt hat - und dies ohne die dafür auch damals erforderliche wasserrechtliche Genehmigung einzuholen. Doch Justizias Mühlen mahlen bekanntlich langsam. Erst kürzlich war ein Vor-Ort-Termin mit dem vom Gericht bestellten Sachverständigen. Kein Wunder, dass der größte Wunsch auch vom Rechtsanwalt der Kläger  Mirko Zebisch von der HAGER Partnerschaft aus Leipzig, darin besteht, „dass die gutachterliche Stellungnahme nun alsbald der Zivilkammer des Landgerichts Leipzig vorgelegt und ein weiterer Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt wird, welcher dann hoffentlich eine Entscheidung bringt“. Parallel dazu ständen die Kläger auch einer außergerichtlichen Klärung aufgeschlossen gegenüber. „Wobei aufgrund der Informationen der Beklagten erwartet worden war, dass diese den für die Rampe notwendigen Bauantrag stellt“, so Rechtsanwalt Zebisch. Damit wären die Voraussetzungen für die erforderlichen Arbeiten gegeben und das könnte dann endlich die Sache ins Rollen bringen. Ob dies die Drösel Wohnbau GmbH vorhat? Die Anfragen der LVZ dazu blieben bislang unbeantwortet.

Thomas Lang

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