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Geithain Denkmalschutz verweigert Abriss von Nebengebäuden in Gnandstein
Region Geithain Denkmalschutz verweigert Abriss von Nebengebäuden in Gnandstein
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19:02 23.04.2018
Die Denkmalbehörden wollen verhindern, dass die baufälligen Nebengebäude auf dem einstigen Bauerngut Schulberg 2 in Gnandstein abgerissen werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Gnandstein

Die baufälligen Nebengebäude auf dem einstigen Bauerngut Schulberg 2 in Gnandstein abzureißen, wollen die Denkmalbehörden verhindern. Darüber informierte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) den Stadtrat. Der Abbruchantrag der Kommune sei zurückgewiesen worden; bis Mitte April sollte die Stadt Stellung beziehen.

„Schon dieser kurzfristige Termin ist wieder ein Zeichen dafür, dass Behörden, insbesondere Denkmalbehörden, wohl nicht annähernd bewusst ist, dass es in kleinen Kommunen auch wichtigere Angelegenheiten gibt und wir nicht nur rumsitzen“, grollte er.

Hiensch: Denkmalschützer haben zahlreiche Chancen vergeben

Die Denkmalschützer auf Kreis- wie auf Landesebene hätten im vergangenen Vierteljahrhundert viele Initiativen zeigen können und sollen, um den Verfall und Verlust wertvoller Bausubstanz aufzuhalten. Statt dessen habe man zahlreiche Chancen vergeben und nicht selten verhindert, dass solche Gebäude neu genutzt und damit gesichert werden konnten.

Ein Beispiel ist die alte Eschefelder Kirchschule, die in den Neubau eines Feuerwehrdepots und Gemeindezentrums einbezogen werden sollte – was am Einspruch der Behörden scheiterte, womit die Immobilie, weiter ungenutzt, immer mehr verfällt.

Mohaupt: Kohren hat versucht, Grundstück zu verkaufen

Was den Schulberg 2 betrifft: „Wir haben mehrfach versucht, das Grundstück an den Mann zu bringen“, sagte Siegmund Mohaupt (CDU), bis Ende vergangenen Jahres Bürgermeister der inzwischen nach Frohburg eingemeindeten Stadt Kohren-Sahlis. Eine baufällige Scheune habe man schon abreißen müssen, weil von ihr erhebliche Gefahr ausging. Was ihn vor allem ärgere, sei, „dass sich die Denkmalpflege gegen den Abriss sperrt, obwohl es Kaufinteressenten gäbe“.

Hiensch sieht dagegen durchaus auch Versäumnisse bei der Stadt Kohren-Sahlis. Die hätte sich intensiver um die Lösung der mit der Immobilie im Zusammenhang stehenden Probleme kümmern sollen: „Jetzt haben wir die Sache auf dem Tisch, und wir haben eigentlich Wichtigeres zu tun.“

Kritik auch zum Rittergut Sahlis

Kritik an den Denkmalbehörden erhob der Frohburger Bürgermeister ebenso mit Blick auf das Rittergut Sahlis. Er habe jetzt Gelegenheit gehabt, sich mit dem neuen Eigentümer Thomas Fischer auf dem Areal umzuschauen – und sei „erschüttert angesichts der Bauzustände der meisten Gebäude. Ich frage mich vor allem, was Denkmalbehörden und andere Verantwortliche in den letzten 25 Jahren gemacht haben und wie dieser Verfall geduldet werden konnte.“

Der neue Eigentümer sei sich der großen Verantwortung, die er übernommen habe, wohl bewusst und wolle noch in diesem Jahr deutliche Zeichen setzen, so der Bürgermeister: „Ich bin aus diesem Gespräch optimistisch für die Zukunft des Rittergutes Sahlis herausgegangen.“

Von Ekkehard Schulreich

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