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Geithain Der Hofrat hätte seine Freude
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14:27 19.05.2015
Lisa, Jasmin und Leonie (von links) gehen Petra Sporbert gern zur Hand. Quelle: Jens Paul Taubert

Zusammengetragen hat sie Petra Sporbert - und stellt sie dem Museum jetzt als Leihgabe zur Verfügung.

An die erste Puppenstube erinnert sich Petra Sporbert noch genau: "Da war ich selber noch ein Kind." Auf Großmutters Boden hatte sie den Schatz entdeckt, durfte spielen damit; nur eine Puppe, ganz aus Porzellan, war tabu. Aus gutem Grund, wie die heute 45-Jährige längst weiß: Die puttengleiche Figur, ein sogenannter Nacktfrosch, stammt aus dem Jahr 1863: "Von meiner Ururoma." Sporbert, die in Gnandstein den Märchengarten betreibt, nahm in den vergangenen Jahrzehnten 50 Puppenstuben in ihre Obhut, nicht um Werte anzuhäufen, sondern um Kulturgut zu sichern. "Es geht um Erinnerungen, um das, was die Zeit übrig gelassen hat", sagt sie. Als sie Teile ihrer Sammlung in Geithain, Kitzscher, Kohren-Sahlis, Borna in Ausstellungen zeigte, bestätigte sie die große Resonanz darin. Viele Besucher fühlten sich in ihre Kindertage rückversetzt. Zahlreiche Exponate wurden für Petra Sporbert abgegeben, um sie in diesem Fundus für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Dieser Schatz soll jetzt sichtbar in der Hofmann'schen Sammlung am Kohrener Markt werden, zumindest an besonderen Öffnungstagen und für angemeldete Gruppen. "Wir freuen uns, dass wir die Puppenstuben als Leihgaben dauerhaft zeigen können. Das ist ein Angebot, das auch Herr Hofmann nicht ausgeschlagen hätte, denn er hat ja in selbiger Weise gesammelt", sagt Corinne Schulze, die das Museum leitet. In den vergangenen Monaten war im Vorderhaus der einst Hofmann'schen Immobilie die Elektrik dank Fördermitteln des Kulturraums erneuert worden. Im Zuge der danach fälligen Renovierung wurde es möglich, zwei bisher lediglich als Depot genutzte Räume unter dem Dach für die Puppenstuben herzurichten. Erstmals werden sie am 12. April zugänglich sein, wenn das Museum zwischen 14 und 17 Uhr zu seinem "Zweiten Nachmittag bei Hofmanns" einlädt.

Die Sporbert'schen Puppenstuben sind mehr als Museumsinventar. Sporbert, die im Rahmen der Ganztagsangebote an der Frohburger Oberschule eine Arbeitsgemeinschaft betreibt, weiß aufgeweckte Mädchen an ihrer Seite, wenn es um das Reinigen von Puppen und Miniatur-Möbilar, um die Reparatur von Puppenkleidern mittels überlieferter Handarbeitstechniken geht. Die Gruppe steht ihr auch zur Seite beim Einrichten der Exposition. Unter dem Motto "Historische Kinderstube - ein Kinderleben ohne Fernsehen und PC" bietet Petra Sporbert für interessierte Gruppen spezielle Veranstaltungen an, die - sinnlich-konkret - ein Abtauchen in alte Zeiten ermöglichen. "Dann darf auch angefasst werden, was sonst in der Vitrine liegt", sagt sie. Und weiß: Das Interesse ist groß. Und es wachzuhalten elementar: "Denn wenn wir die Kinder nicht heranführen an so was, wer kümmert sich dann später noch um unsere Geschichte?"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2014
Ekkehard Schulreich

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