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Geithain "Der blanke Wahnsinn!"
Region Geithain "Der blanke Wahnsinn!"
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16:20 11.01.2010
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Borna

Doch wie ergeht es Pflegerinnen, Rettungskräften, Bus- und Müllfahrern, die den ganzen Tag unterwegs sind?

„Es ist der blanke Wahnsinn!“ sagte Eberhard Weißhuhn vom gleichnamigen Pflegedienst in Borna. Für seine 23 Pflegerinnen ist die Arbeit derzeit „extrem anstrengend“. Sie sind aufs Auto angewiesen, fahren von einem Pflegebedürftigen zum anderen, häufig in Dörfer und Nebenstraßen der Städte, wo noch kein Schneepflug hinkam. „Man kann vor den Frauen nur den Hut ziehen, das wird viel zu wenig geachtet“, lobte der Chef. Er versicherte, dass jeder Pflegebedürftige versorgt wird. Seine Firma sei auf solche Extremsituationen vorbereitet. Es gibt einen Bereitschaftsplan. Wenn eine Pflegerin partout nicht in ein Dorf kommt, ruft sie eine Kollegin an – die zwar eigentlich frei hat, aber in der Nähe wohnt und den Dienst übernehmen kann. Stress gab es auch für die Müllfahrer. „Ab heute läuft es wieder relativ normal“, konstatierte am Montag Rolf Galisch, stellvertretender Betriebsleiter des kommunalen Eigenbetriebes Abfallwirtschaft Landkreis Leipzig. Nicht termingerecht entleerte Mülltonnen in einzelnen Orten und Straßenzügen seien am Sonnabend nachgefahren worden, beispielsweise in Prießnitz. Dem Winterdienst in diesem wie einigen anderen Orten gab Galisch bei einer Kontrolltour am Sonnabend nur eine Drei bis Zwei Minus. Schneematsch auf der Straße kann den bis zu 26 Tonnen schweren Entsorgungsfahrzeugen Probleme bereiten, sobald es bergauf oder bergab geht. Größte Hürde für die Besatzungen der Müllautos ist derzeit die Schneemauer zwischen Straße und Fußweg, an dem Winterdienst und schneeschiebende Anwohner von beiden Seiten fleißig arbeiten. „Die Tonnen über diesen Wall zu hieven, ist eine große körperliche Anstrengung“, so Galisch. Unkompliziert dagegen rollt der Busverkehr. „In unserem Bedienungsgebiet läuft alles nach Plan“, sagte Thüsac-Fahrbereichsleiter Bernd Remus. Nur hier und da gebe es „Verspätungen bis zu zehn Minuten, weil die Busse insgesamt langsamer als sonst fahren müssen, aber es gibt keine generellen winterlichen Störungen“. Das gilt auch für die Rettungskräfte. „Wir haben einen für den Winter normalen Rettungsdienst“, sagte Frank Jahr, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienstgesellschaft mit Sitz in Zwenkau. Allerdings würde die Fahrt zu den Einsätzen etwas länger dauern, weil die Kollegen nicht so stark aufs Gas treten können wie bei schneefreien Straßen. Noch gebe es auch nicht viele Schneeunfälle, was man bei dieser Witterung erwarten könnte. „Es könnte aber sein, dass diese Art Unfälle bald zunehmen“, so Jahr. Wenn die älteren Leute sich nun wieder auf die Straße trauen, sei derzeit die Gefahr auszurutschen und sich etwas zu brechen groß.

Inge Engelhardt

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