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Geithain Deutsche Bläserakademie Bad Lausick: Bauabnahme ist erfolgt
Region Geithain Deutsche Bläserakademie Bad Lausick: Bauabnahme ist erfolgt
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11:56 05.04.2011
Ein Wandbild, in Beton geprägt, erinnert an die Vorgängerbauten des neuen Komplexes. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Tillich hatte im Sommer 2009 bereits den Grundstein gelegt.

„Wir sind im Kostenrahmen von 3,1 Millionen Euro geblieben, obwohl während der Bauzeit die Preise deutlich gestiegen sind", sagt Roland Dathe, Sachgebietsleiter im Landratsamt. Der Landkreis Leipzig ist Bauherr des ambitionierten Vorhabens, das dem Rundfunk-Blasorchester Leipzig, der Bläserakademie Sachsen und der Außenstelle der Kreismusikschule Muldental endlich zu einem eigenen Dach verhilft. 1,6 Millionen Euro der Bausumme hatte das Land Sachsen beigesteuert. Ein Vorhaben, das noch vom Muldentalkreis angeschoben und finanziert wurde und das trotz Versuchen, es nach der Kreisfusion in Frage zu stellen, umgesetzt wurde.

Der Winter 2009/10 sorgte für einen erheblichen Verzug auf der Baustelle, sodass die Fertigstellung in das Jahr 2011 verschoben worden musste. „Die Firmen haben aber alles darangesetzt, Zeit aufzuholen", sagt Dathe und bescheinigt ihnen ein gutes Arbeiten. Außerdem: Fällt ein halbes Jahr Verzug tatsächlich ins Gewicht angesichts anderthalb Jahrzehnte fruchtloser Bemühungen, für das Rundfunk-Blasorchester in der Region ein Domizil zu schaffen? „Erste Überlegungen gab es Mitte der neunziger Jahre", erinnert sich der Bad Lausicker Architekt Axel Höer, der das heutige Gebäude entwarf. Damals war ein Anbau an die im Kurpark vorhandene, aber marode Villa geplant, wurde über einen Standort in Neukirchen und die Nutzung der leer stehenden Bad Lausicker Mühlenwerke nachgedacht.

„Wir sind vom Einräumen total k.o., aber wir freuen uns", sagt Heiko Schulze, Geschäftsführer der Deutschen Bläserakademie GmbH, die Akademie und Orchester lenkt. Da die Bauabnahme Ende März keine wesentlichen Mängel erbrachte, beginnt nun das große Einräumen. Als Deutsche Bläserakademie soll der Komplex zu einer Bildungsstätte avancieren, die weit über die Region hinaus und auch international ausstrahlt. Zudem findet hier eines der beiden Kulturraum-Orchester, das seit Jahren in Leipzig proben muss, angemessene Arbeitsbedingungen. Unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Thomas Clamor gestaltet das Orchester als Sächsische Bläserphilharmonie am 29. und 30. April zwei Eröffnungskonzerte. Die zweimal 150 kostenlosen Eintrittskarten waren binnen weniger Stunden vergriffen. Wer hier zu kurz kam, kann das Gebäude am 30. April zwischen 10 und 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür besichtigen. Der Festakt, zu dem der Ministerpräsident erwartet wird, ist für den 29. April geplant.

Bis dahin seien noch viele Kleinigkeiten zu tun, sagt Axel Höer: Der Steinfußboden im Foyer sei zu versiegeln. Die Innentüren müssten eingestellt werden. Einige Anstriche seien zu komplettieren. Auf dem Vorplatz vor der Glasfront des Hauses wird ein Notenband im Pflaster eingelassen: „Die Sitzwürfel aus Beton stellen Noten dar und bilden die ersten Töne des Bad-Lausick-Liedes ab." Eine Referenz an den Verwaltungssitz des alten Kurbades, der wie der Zandersaal, der einst therapeutische Geräte beherbergte, dem Neubau weichen musste, stellt das Foto-Beton-Bild an der Fassade dar: Eine historische Ansicht ist in den Beton geprägt.

Apropos Beton: Das Gebäude ist auch im Inneren hauptsächlich aus diesem Werkstoff gefertigt. Die Wände des Foyers sind wie die Säulen weder verputzt noch überstrichen. „Ein Sichtbeton in einer Qualität, wie wir ihn sonst nicht sehen", macht Roland Dathe dem Betonwerk Bad Lausick ein Kompliment. Und verhehlt nicht, skeptisch gewesen zu sein, dass sich Beton in dieser Güte herstellen lasse.

Ekkehard Schulreich

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