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Geithain Die Eula bekommt mehr Raum
Region Geithain Die Eula bekommt mehr Raum
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11:51 19.09.2018
Im Bereich der „Alten Heimat“ bemühte sich die Talsperrenverwaltung in der Vergangenheit mehrfach, den Abfluss des Wassers zu verbessern, so auch im Vorjahr (Foto). Doch jetzt soll es eine grundsätzliche Lösung geben. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Der Eula in Geithain mehr Raum geben, um künftigen Hochwassern zumindest die Spitze zu nehmen: Dazu sind die Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Rötha und die Stadtverwaltung entschlossen. Die Möglichkeit dazu hat – böse gesprochen – die Flut vom Sommer 2013 selbst eröffnet. Der Fluss verheerte damals zahlreiche Gärten der unterhalb des Stadions gelegenen Anlage „Alte Heimat“.

Unterhalb der Gartenanlage „Alte Heimat" in Geithain hatte sich die Eula 2013 in einen reißenden Strom verwandelt. Quelle: André Neumann

Mit der Konsequenz, dass einen erheblichen Teil der Pächter der Mut verließ und sie ihre Parzellen danach nicht wieder herrichteten. Inzwischen werden nur noch wenige Gärten genutzt. Damit ist Platz, der dem Fluss, einst begradigt, zurückgegeben werden soll.

Zahlreiche Gärten in der Anlage sind beim Hochwasser zerstört worden. Quelle: privat

„Wir haben inzwischen alles aufgemessen. Jetzt ist der Planer am Zuge. Auch ein hydraulisches Modell ist beauftragt“, sagt LTV-Betriebsteilleiter Markus Freygang. Er geht davon aus, dass innerhalb der nächsten drei Jahre eine Lösung umgesetzt werden könne, auf die man sich mit der Stadt verständigt habe. „Wir wollen der Eula ein gleichmäßigeres Gefälle geben, den Sohlabsturz an der Dammmühle beseitigen und dem Fluss mit einem gewundenen Lauf mehr Fließstrecke geben.“

Wasserfall-Hürde nahe der Mühle wird beseitigt

Diese Art der Renaturierung stehe im Einklang mit europäischen Bestimmungen, und sie machten Sinn. Nicht zuletzt kämen sie auch der Tierwelt im Fluss zugute, etwa durch die Beseitigung der Wasserfall-Hürde nahe der Mühle. Der heutige Lauf der Eula sei künstlich, sagt Freygang. Die Gartenanlage war einst auf der Fläche eines früheren Teiches entstanden. Fakt sei, das Wasser fließe bis zur Mühle träge, stürze dann herab und entwickele in der Folge eine starke Strömung, die den Ufern zusetze und die 2013 für große Schäden am Flusslauf selbst sorgte.

Durch die verlassenen Gärten bestehe jetzt die Möglichkeit, den Lauf neu, nämlich gleichmäßiger zu profilieren und ihn mäandern zu lassen. Die Umsetzung falle zum Teil unter die Beseitigung der Hochwasserschäden von vor fünf Jahren: „Wir hoffen nur, dass kein aufwendiges Genehmigungsverfahren nötig wird.“

Stadt unterstützt Pläne der Landestalsperrenverwaltung

„Die LTV kriegt die Flächen, die sie braucht“, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Die Stadt unterstütze diese Pläne ausdrücklich. Sie werde das verbleibende Areal neu gestalten. Die im vergangenen Jahr vorgestellten ambitionierten Pläne, über das Förderprogramm Zukunft Stadtgrün einen Wassergarten entstehen zu lassen und so einen Teil des Grünzugs südlich der historischen Stadtbefestigung aufzuwerten, müsse man aber zurückstellen: „In dieses Förderprogramm sind wir leider nicht reingekommen.“

Erholungszonen sollen entstehen

Man werde nun andere Wege und Möglichkeiten suchen und Stück für Stück etwas tun. Zum Beispiel könnte eine Skaterbahn, die sich Geithainer Jugendliche wünschten, hier ihren Platz finden. Darüber hinaus würde man gern Erholungszonen gestalten, Bänke aufstellen, entlang der Promenade Kastanien und Linden pflanzen. Das Stadtgrün-Programm hätte die Kommune in die Lage versetzt, das 2018/19 durchzuziehen, so Rudolph: „Jetzt schauen wir, wie wir es anders auf die Reihe bekommen.“

Was die Verringerung der Überflutungsgefahr im sich anschließenden Altdorf betrifft, möchte die Talsperrenverwaltung das Profil des Fluss zumindest partiell erweitern. Dafür brauche man schmale Uferstreifen von den Anliegern, so Freygang. Man sei deshalb mit Anwohnern und Unternehmen im Gespräch.

Von Ekkehard Schulreich

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