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Geithain Die schönsten Langohren posieren zur Jungtierausstellung in Tautenhain
Region Geithain Die schönsten Langohren posieren zur Jungtierausstellung in Tautenhain
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05:00 09.07.2018
So stellt man sich ins rechte Licht: ein Grauer Wiener in Schaupose zur Kaninchenschau in Tautenhain. Quelle: Katja Senier
Frohburg/Tautenhain

Für die meisten Menschen sind sie einfach nur niedlich, aber für Züchter eine ernste Angelegenheit: Kaninchen. Etwa 250 der kuscheligen Langohren wurden am Sonnabend bei der Jungtierschau des Kreisverbands Borna-Geithain in Tautenhain ausgestellt, und das Haus war rappelvoll. Diese Schau dient vor allem als Werbeveranstaltung für die kommende 24. Landesschau, die traditionell am ersten Augustwochenende stattfindet.

Disziplin für die Zucht

„Für die Kaninchenzucht braucht man vor allem Disziplin“, verrät Ausstellungsleiter Michael Dathe. Morgens vor der Arbeit eine halbe Stunde, abends noch einmal mindestens drei Stunden – das muss die Familie erstmal mitmachen. „Ich habe meine Frau vor 40 Jahren kennengelernt, aber es war damals schon schwierig, eine zu finden, die dieses bekloppte Hobby teilt“, schmunzelt der Züchter.

Züchter Edgar Richter mit einem seiner preisgekrönten Kleinchinchillas. Quelle: Katja Senier

Zwei, die sich ebenfalls gefunden haben und das Hobby miteinander teilen. Vor 25 Jahren haben sie mit Grauen Wienern ihre Zucht begonnen. „Das geht nur, wenn man es zusammen macht“, so Inge Senf.

Die Rassekaninchenzucht hat eine lange Tradition in Sachsen, eigentlich die längste in Deutschland. Denn um 1874 entstand in Chemnitz der erste Zuchtverein. Und obwohl es in Bayern und Baden-Württemberg mehr Züchter gibt, hält Sachsen den Rekord in der Anzahl der Zuchten.

Im Erzgebirge und Vogtland dienten Kaninchen vor allem der Selbstversorgung. Dathe sieht in jüngster Zeit genau diesen Aspekt zurückkehren: „Immer mehr junge Familien wollen wissen, was sie auf dem Teller haben, und züchten selbst.“ Dabei gilt Kaninchenfleisch als das gesündeste, weil es den geringsten Purinsäureanteil enthält. „Unsere Familie lässt sogar Bockwurst und Wiener daraus machen“, so Dathe.

Freude über Resonanz

Einer der Gewinner der Schau war Edgar Richter. Der erfahrene Züchter hatte vier Kleinchinchillas dabei, die den ersten Kreispokal gewannen, und zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Schön, dass so viele da waren. Es ist wichtig, dass vor allem bei den Kindern Interesse dafür geweckt wird.“ Er selbst habe beim Füttern oft seine sechsjährige Enkelin dabei.

Wetter schadet Tieren

Einer, dem das Züchterglück in diesem Jahr abhold war, ist der fünfmalige Europameister Matthias Fritsche, der ebenfalls Mitglied des Kreisverbands ist. Er ist auf Zwergfuchskaninchen spezialisiert, aber das Wetter hat ihm wie vielen anderen Züchtern dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf den warmen Winter und den sehr kalten Frühling reagierten die Tiere mit Scheinschwangerschaften oder versorgten ihren Wurf nicht.

Aber es ist wie immer im Leben: „Man darf bei Rückschlägen nicht aufgeben“, so noch einmal Dathe, „sondern sollte sich daran erinnern, was man schon immer richtig gemacht hat.“

Von Katja Senier

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