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Diskussionsrunde: Wie weiter mit dem Geithainer Tierpark?

Am 24. Februar Diskussionsrunde: Wie weiter mit dem Geithainer Tierpark?

Wie es mit dem Geithainer Tierpark weitergeht – um diese Frage soll es bei einer Beratung am 24. Februar gehen. Der Geithainer Tierparkverein lädt dazu alle Bürger aus Geithain und Umgebung ein, die Stadträte, den Bürgermeister sowie Vereine und Institutionen.

Dieter Linke am Mittwoch im Geithainer Tierpark mit dem drei Tage alten Thüringer Waldziegennachwuchs – einen Namen hat das kleine Tier noch nicht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Wie weiter mit dem Geithainer Tierpark? – Um diese Frage, die viele, die dieses Refugium zu schätzen wissen, beschäftigt, soll es bei einer Beratung Ende Februar gehen. „Wir sind im Vorstand zu dem Schluss gekommen, dass wir – bevor wir ein Konzept festschreiben – einen runden Tisch abhalten wollen“, sagt Sandra Händler, die den Geithainer Tierpark leitet. Diese Veranstaltung soll am 24. Februar stattfinden. Der Verein hoffe dabei ausdrücklich, dass der Stamm der ehrenamtlichen Aktiven nicht unter sich bleibe: „Wir laden alle Bürger aus Geithain und Umgebung dazu ein, die Stadträte und den Bürgermeister sowie Vereine oder Institutionen, die eine Zusammenarbeit mit uns aufbauen oder ausweiten möchten.“ Die Zukunft des Tierparks liege vielen am Herzen, doch könne es für die die beliebte Freizeiteinrichtung nur geben, wenn sie von vielen getragen werde, so Händler: „Gerade der Mangel an ehrenamtlich engagierten Menschen macht uns Probleme, da unser Tierpark, der sich fast ausschließlich durch Spenden finanziert, nur von ehrenamtlichen Helfern betrieben wird.“

Existenz stand auf der Kippe

Ehe der Verein einen neuen Vorstand um Sandra Händler wählte, stand die Existenz des Tierparks auf der Kippe. Die Veterinärbehörde hatte nach tierschutzrechtlichen Verstößen Auflagen formuliert und bei einer Nichterfüllung dieser Forderungen mit einem Entzug der Genehmigung zur Tierhaltung gedroht. Seither investierte der Verein, der in dieser schwierigen Phase eine breite öffentliche Unterstützung erfuhr, viel Kraft und vor allem gespendete Mittel, um die Anlage den Erfordernissen anzupassen.

Bei allem Engagement, das er anerkenne, sagt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG), sei der Verein sichtbar an Grenzen gelangt. „Der wertvolle Baumbestand des Stadtparks braucht unbedingt mehr Pflege, Verschnitt muss erfolgen, Nachpflanzungen sind nötig“, stellte er bereits im Herbst vergangenen Jahres klar. In den Gehegen fräßen Tiere die Rinde ab, die Grünpflege erfolge nicht im notwendigen Maß.

Bürgermeister: Tierpark verkleinern

Rudolph schlug damals vor, der Verein möge seine Kräfte bündeln, die Zahl der Tiere und Gehege konzentrieren und einen Teil des dann nicht mehr als Tierpark genutzten Areals an die Stadt zurückgeben. Keinesfalls gehe es darum, den Tierpark zu schließen. Doch dem Verein müsse es gelingen, das Gelände aufzuwerten; diese Verpflichtung erwachse nicht zuletzt auch aus dem jährlichen und nicht unerheblichen Zuschuss, den ihm die Stadt gewähre.

„Dass der Tierpark zu Geithain gehört, steht außer Frage. Es muss ein tragfähiges Konzept her“, sagt Gabriele Sporbert, die die CDU-Fraktion im Stadtrat leitet. Entscheidend aber sei, den Grundbedarf zu sichern. „Die Tiere müssen versorgt werden, bei Wind und Wetter, und das täglich. Dessen muss man sich bewusst sein.“ Und es gelte, die Auflagen etwa des Veterinäramtes zu erfüllen. All das sei nicht leicht, „aber aus unserer Sicht lösbar. Da sehe ich schon die Stadt in der Pflicht. Die vielen Familien, die dort unterwegs sind werden das zu schätzen wissen.“

Linke: Mehr Unterstützung nötig

„Welche Stadt hat schon einen Tierpark? Er ist etwas ganz Besonderes und für viele kleine und große Leute immer wieder Anziehungspunkt bei Spaziergängen. Deshalb sollte er unbedingt erhalten bleiben“, so die klare Position der Linken-Fraktion. Den Betrieb zu sichern, sei eine komplexe Aufgabe, die ehrenamtlich allein nicht zu stemmen sei. „Das alles ist nur erfüllbar, wenn die Stadtverwaltung und wesentlich mehr Geithainer Bürger als bisher mithelfen, Mitglied im Tierparkverein oder Tierpate werden und vor allem mit Hand anlegen, wenn Hilfe gefragt ist, ob bei Arbeitseinsätzen oder ,im täglichen Leben‘“, sagt Thomas Lang. Eine drastische Reduzierung des Tierbestands oder gar das Wegreißen von Gebäuden halte man für den falschen Weg, um dieses Kleinod zu retten. „Wir werden uns als Tierparkvereinsmitglieder weiterhin dafür einsetzen, dass man sich möglichst lange an diesem Areal erfreuen kann.“

Dass der Tierpark nicht nur den Alt-Geithainern am Herzen liegt, zeigt die Sicht der Wählervereinigung Narsdorf/Ossa/Rathendorf. „Wir setzen uns für die Erhaltung des Tierparks ein. Gerade für Kinder aus der Stadt, die hier beim Spazierengehen mit den Eltern vielleicht zum ersten Mal ein Tier in der Natur zu sehen bekommen, ist er von großer Bedeutung“, sagt Steffen Harzendorf. Dabei würde man nicht die wirtschaftlichen Zwänge übersehen, denen der Tierparkverein unterliege. Es brauche ein tragfähiges Konzept „im Zusammenspiel aller Entscheidungsträger. Erste Schritte in die richtige Richtung wurden schon unternommen.“

Der Runde Tisch findet am 24. Februar von 9 bis 12 Uhr in der Cafeteria der Mehrzweckhalle im Neubaugebiet Geithain-West statt.

Verein: Keine Gefahr für Uhus

Sorgen um die Uhus im Tierpark Geithain macht sich LVZ-Leser Kay Fischer. Die beiden Tiere würden verwahrlosen und kein Wasser bekommen, teilt er mit. Seit Vogelgrippevorfällen Anfang 2017 sei ihr Gehege mit Planen abgedeckt, die nach der Aufhebung der Quarantäne nicht weggenommen wurden. Auf seine Einwände an den Tierpark und beim Veterinäramt sei nichts passiert. Und der Naturschutzbund könne aus Personalmangel nichts machen. „Schnelle Hilfe ist vonnöten“, findet er.

Dem widerspricht Sandra Händler. „Uhus beziehen den Großteil des täglichen Wasserbedarfs aus ihrer Nahrung. Zusätzlich steht unseren Uhus noch ein flaches Trinkgefäß im hinteren Teil der Voliere zur Verfügung, das für den Besucher nicht sichtbar ist“, sagt die Vereinsvorsitzende des Tierparkvereins. Vorn gebe es von Frühjahr bis Herbst eine Bademöglichkeit, die im Winter ausgeleert werde, da sie sonst einfriert. „Ich vermute daher kommt die Ansicht, unsere Uhus bekämen kein Wasser.“ Die Planen bestätigt sie. Diese mussten drauf bleiben, da die Gitterelemente auf dem Volierendach vom angesammelten Wasser auf den Planen auseinandergedrückt worden waren. Dort hätten die Tiere entweichen können. „Darüber weiß das Veterinäramt Bescheid.“ Wobei diese Situation nur als kurze Überbrückung gedacht war, weil es Anfang 2017 einen Kaufinteressenten für die Uhus gegeben hatte. Dessen Volierenbau und die Abnahme vom Umweltamt dauern allerdings an. „Wir haben aber bereits das Material auf Lager, um das Dach zu reparieren“, informiert Händler. Das erfolge, sobald alle vom Sturm beschädigten Dächer der Tierunterstände repariert sind. okz

Von Ekkehard Schulreich

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