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Dolsenhainer Feuerwehr sucht neue Perspektive in Frohburg

Brandschutz Dolsenhainer Feuerwehr sucht neue Perspektive in Frohburg

Schon bald könnten Dolsenhainer Feuerwehrleute die Frohburger Kameraden unterstützen, dort ihre Ausbildung absolvieren, mit zu den Einsätzen fahren. Für die Wehr wäre das eine neue Perspektive, denn seit Mai 2015 ist sie bei der Leitstelle abgemeldet. Der vorzeitige Weg gen Frohburg ist einer aus einem seit Längerem schon schwelenden Konflikt.

Die Dolsenhainer Feuerwehr sucht in Frohburg eine neue Perspektive.
 

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Dolsenhain.  Die Freiwillige Feuerwehr Dolsenhain ist Vorreiter der Fusion, die die Städte Kohren-Sahlis und Frohburg zum Beginn des nächsten Jahres anstreben: So ließe sich eine Erfolgsmeldung formulieren. Schon bald könnten die Dolsenhainer die Frohburger Kameraden unterstützen, dort ihre Ausbildung absolvieren, mit ihnen zu den Einsätzen fahren. Für die Wehr wäre das eine neue Perspektive, denn seit Mai 2015 ist sie bei der Leitstelle abgemeldet. Womit deutlich wird: Der vorzeitige Weg gen Frohburg ist einer aus einem seit Längerem schon schwelenden Konflikt.

Viele Feuerwehren suchen händeringend ehrenamtliches Personal. Da überrascht es, dass die Dolsenhainer Wehr mit ihren 14 Aktiven seit Monaten schon zu In-Aktivität gezwungen ist. „Andere würden uns mit Kusshand nehmen“, ist Wehrleiter Andreas Werner überzeugt. Und deutet damit an, dass das Einvernehmen mit den beiden anderen Wehren der Kommune – Kohren-Sahlis und Jahnshain nämlich – beschädigt und offenbar nicht zu reparieren ist. Den Ursprung des Konfliktes sieht Werner in den gemeinsamen Diensten aller drei Kohrener Wehren, den Stadtwehrleiter Lutz Fichtner einführte. „Wir haben unsere Bedenken angemeldet, weil wir einen anderen Rhythmus hatten. Doch wir wurden nicht gehört“, sagt Falk Brendel, Mitglied des Ortsfeuerwehrausschusses. Die Dienstbeteiligung sei zurückgegangen – aber nicht der Wille, weiter als Feuerwehr Dolsenhain aktiv zu sein. Die Abmeldung sei ein Schlag gewesen, ebenso die Stationierung des Dolsenhainer Fahrzeugs in Kohren. Seit 1. Februar vermietet die Stadt zudem das bisherige Dolsenhainer Depot. „Wir werden förmlich vor die Tür gesetzt“, sagt Rico Bohne, stellvertretender Wehrleiter und Dolsenhainer Ortsvorsteher. Die Verärgerung der Kameraden sei groß – umso mehr, als viele von ihnen selbst am Depot mitgebaut hätten.

„Wir haben uns in vielen Beratungen mit der Dolsenhainer Wehr befasst, im Stadtrat, mit dem Ortschaftsrat, mit dem Kreisbrandmeister“, sagt der Kohren-Sahliser Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Es treffe nicht zu, dass die Kommune den Kameraden die kalte Schulter zeige. Doch die Dienstbeteiligung sei derart zurückgegangen, dass eine Einsatzbereitschaft nicht mehr bestanden habe. Deshalb die Abmeldung und deshalb die Überführung des Löschfahrzeugs, um es weiter nutzen zu können. Dass die Dolsenhainer die Räumung ihres bisherigen Gerätehauses als Affront empfänden, nehme er zur Kenntnis. Der wirkliche Grund aber sei: „Wir können das Gebäude nicht mehr erhalten.“ Der Sanierungsstau liege bei 230 000 Euro. Den Vorschlag der Dolsenhainer, aufgrund unüberbrückbarer Gegensätze innerhalb der Stadt-Wehren künftig in und mit Frohburg Dienst zu tun, hält er für einen vernünftigen. Das alte, allen Komfort entbehrende Gerätehaus könne reaktiviert werden, und man finde eine Lösung, sprich ein Fahrzeug, um den Transport nach Frohburg abzusichern. „Das Wichtigste ist: Alle bleiben Feuerwehrleute im Kohrener Land.“

„Eine Feuerwehr zuzumachen, können wir uns eigentlich gar nicht leisten. Wir brauchen jede Kraft“, sagt der Kohren-Sahliser Stadtwehrleiter Lutz Fichtner. Er bedauere ausdrücklich, dass die Situation in Dolsenhain eskaliert sei. Die Entscheidung, seit 2014 die Ausbildung aller drei Wehren in Kohren zu konzentrieren, verteidigt er: „Mit dem Ausbildungsstand konnte man nicht zufrieden sein. Gemeinsam etwas zu tun, war angezeigt.“ Die Dienstbeteiligung der Dolsenhainer sei in der Folge stark geschrumpft, die Einsatzbereitschaft schließlich nicht mehr gegeben gewesen. Dass das Dolsenhainer Fahrzeug, „das beste, das wir in der Stadt haben“ nicht ungenutzt im Depot bleiben könne, verstehe sich von selbst. Der Weg der Dolsenhainer gen Frohburg sei angesichts der schwierigen Gemengelage verständlich, sagt Fichtner. Und falsch sei er nicht: „In einem Jahr zählen wir sicherlich alle zur Frohburger Wehr.“

„Man kennt sich, der Weg über die alte B 95 ist kurz, und es wäre gut für das Zusammenwachsen beider Städte“, bringt es der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) auf den Punkt. Die Zusammenarbeit funktioniere heute schon, deshalb sei sie tragfähig auch für die Zukunft. „Wir freuen uns über jeden Kameraden, der uns unterstützt“, bestätigt Frohburgs Stadtwehrleiter Lars Kupfer. Man sei gern bereit, die Dolsenhainer als weitere Abteilung zu integrieren und „bei Bedarf mit Sonderdiensten an unsere Spezialtechnik heranzuführen“. Über diese Option herrsche Einvernehmen mit den beiden Bürgermeistern und mit dem Kreisbrandmeister. Sie finde sich auch im Brandschutz-Bedarfsplan, dessen Entwurf beinahe fertiggestellt und der in den nächsten Monaten zu beschließen sei.

Von Ekkehard Schulreich

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