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Dolsenhainer Verstärkung hat sich eingelebt in der Frohburger Feuerwehr

Wechsel über Stadtgrenze Dolsenhainer Verstärkung hat sich eingelebt in der Frohburger Feuerwehr

Dass Freiwillige Feuerwehren via Doppelmitgliedschaften über Gemeindegrenzen hinweg einander verstärken, ist nicht neu. Dass wie im Falle Dolsenhains eine Wehr beinahe geschlossen die Kommune wechselt, ist bemerkenswert. Seit dem Sommer sind die Ex-Kohrener in der Frohburger Wehr aufgegangen – und es funktioniert.

Blick aufs Frohburger Gerätehaus. Dolsenhainer Brandschützer gehören jetzt mit zur Frohburger Wehr.

Quelle: Petra Lakenbring

Frohburg/Kohren-Sahlis. Dass die Freiwillige Feuerwehr einer Stadt in die einer anderen eingegliedert wird, ist ungewöhnlich. In Frohburg geschah das im Sommer vergangenen Jahres – und war, da sind sich die Betreffenden einig, eine weise Entscheidung. Die Kameraden der Wehr aus dem Kohren-Sahliser Ortsteil Dolsenhain wechselten nicht als geschlossene Abteilung in das nur vier Kilometer entfernte Frohburg. „Sie wurden bei uns voll integriert. Sie sind eine wichtige Stütze“, sagt der Frohburger Ortswehrleiter Lars Kupfer.

Neun von 14 Dolsenhainer Aktiven wählten diesen Weg. Und blieben Feuerwehrleute, obwohl Kohren-Sahlis die Dolsenhainer Wehr auflöste. Rico Bohne, zuletzt stellvertretender Wehrleiter in Dolsenhain, schüttelt bis heute den Kopf: „Kohren konnte es sich leisten, die Ehrenamtlichen gehen zu lassen. In Frohburg fanden wir die Anerkennung, die wir hier vermissten.“

Die aktive Truppe der Frohburger zählt damit jetzt 55 Köpfe. Die Gesamtstärke der Wehr – Jugendwehr, Altersabteilung und Blasorchester eingeschlossen – komme damit deutlich über die Hunderter-Marke, freut sich Lars Kupfer: „Unser Ziel ist es, dass wir uns bei den Aktiven zwischen 45 und 50 einpendeln – was wir als Schwerpunkt-Feuerwehr auch dringend brauchen.“ Schließlich kümmere sich die Wehr um den Grundschutz nicht nur in der Kernstadt, in Streitwald, Benndorf, Bubendorf und Nenkersdorf, sondern werde zur Unterstützung auch in den anderen Ortsteilen und im benachbarten Kohren-Sahlis angefordert.

Apropos: Kupfer legt Wert auf die Feststellung, dass man – unabhängig von dem Dolsenhainer Geschehen – „weiterhin und generell ein sehr gutes Verhältnis pflege“ zu den beiden Wehren in der Töpferstadt.

Die Ex-Dolsenhainer nehmen seit August an den Diensten und Ausbildungen teil. Sie haben im Frohburger Depot ihre Spinde mit der aus Kohren mitgebrachten Einsatzkleidung. Bei einer Alarmierung fahren sie wie alle anderen auch im Privatauto zum Gerätehaus, um gemeinsam auszurücken. „Wir haben uns darauf verständigt, dass sie üblicherweise nur bei kritischen Einsätzen abends und an den Wochenenden reinkommen müssen. Und bei schweren Unfällen, bei Wohnungsbränden und Menschenrettung müssen sie ran“, sagt Lars Kupfer. Das sei praktikabel und funktioniere gut.

Mit Blick auf das Einsatzgeschehen 2016 der Frohburger Ortswehr bilanziert Kupfer 30 Einsätze und damit ein erheblich ruhigeres Jahr als das vorherige, wo die Kameradinnen und Kameraden 53-mal gefragt waren. Besondere Herausforderungen seien ein Waldbrand an den Fünf Linden nahe der Thüringer Landesgrenze und zwei schwere Verkehrsunfälle auf dem Schönauer Kreuz und im Kohrener Gewerbegebiet Pflug gewesen. Auf der Autobahn 72 gab es drei Einsätze: „Da haben wir eine gute Partnerschaft mit der Geithainer Wehr.“ Nicht zu vergessen: die Absicherung der Frohburger Dreieckrennen. Außerdem ist die Wehr Teil des Gefahrgutzuges des Katastrophenschutzes.

Rechne man Einsatz- und Arbeitsstunden (Technikwartung, Werterhaltung) zusammen, komme man auf summa summarum 5568 Stunden ehrenamtlichen Tuns, so Kupfer, eine Zahl, die Respekt verdiene. Besonderes Augenmerk gelte der Jugendwehr, die 13 Mitglieder zähle. Zwei von ihnen habe man im vergangenen Jahr in die aktive Truppe eingegliedert: „Sie liegt uns deshalb stark am Herzen.“

Details gibt es auf der Jahreshauptversammlung der Frohburger Ortswehr am 3. März, 19 Uhr, im Gerätehaus.

Von Ekkehard Schulreich

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