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Geithain Don Quichotte nimmt in Bad Lausick Arbeit auf
Region Geithain Don Quichotte nimmt in Bad Lausick Arbeit auf
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15:52 17.07.2015
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Bad Lausick

Allerdings wollen die Betroffenen Druck auf Behörden und Betreiber machen, um die Beeinträchtigungen zu reduzieren. 50 von ihnen trafen sich vorgestern Abend, um eine Bürgerinitiative zu gründen. 

„Wenn alles so bleibt, wie es heute ist, dann ist das nur noch furchtbar“, sagte Inge Scherwinski, die die Runde im Hotel am Bahnhof eröffnete. Die Anwohnerin des Finkenweges gehört zu einem knappen Dutzend von Bad Lausickern, die am südlichen Stadtrand wohnen und die mit den beiden Windkraftanlagen hadern, die das erzgebirgische Unternehmen Pro Ventum GmbH im Spätherbst in Betrieb nahm. Dass so viele Betroffene zu dieser ersten Versammlung kamen, überraschte die Initiatoren der Bürgerinitiative. Es zeigt das Ausmaß des Problems. Denn über das Geräusch, das die beiden sich drehenden Rotoren aussenden, beklagen sich Menschen am ganzen Südrand der Stadt vom Viertelsberg über den Storchenweg bis zur Fridolahöhe. „Am Dienstag war es besonders schlimm“, erzählte Heinz Sternitzke: „Man steigert sich richtig rein.“

„Jetzt ist Winter. Aber was wird im Sommer, wenn wir uns draußen aufhalten wollen?“, fragte Eckehard Saupe. Daran denkt auch Matthias Klotz „mit Grausen“. Nicht die Lautstärke sei das große Problem, sondern das fitschende Geräusch. Für Klotz scheint klar: „Weg kriegen wir die Dinger nicht. Aber wir sollten eine Abschaltung nachts und an den Wochenenden erreichen.“ Einen Wertverlust der Grundstücke, „der unwahrscheinlich hoch ist“, beklagte Jochen Seidel. Zudem sehe er den Heilbad-Status von Bad Lausick in Gefahr. Umso unverständlicher sei, dass die Rathausspitze durch Abwesenheit glänze, so Seidel: „Wir müssen die Stadt in die Pflicht nehmen.“ Das unterstrich Dieter Loelke: „Die Stadt muss uns unterstützen!"

Eingeladen habe man Rathaus und Landratsamt zu der Runde wohl, erklärte Inge Scherwinski. Die Kreisbehörde habe ihr Fernbleiben allerdings damit begründet, dass sie den Bau der beiden Windkraftanlagen abgelehnt hätte. In der Tat: Pro Ventum hatte – wie mehrfach berichtet – vor dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen die Baugenehmigung erstritten. Das aber enthob in den Augen der Versammelten weder Stadt noch Kreis der Pflicht, ihren Bürgern, die damit leben müssten, den Rücken zu stärken. Nach anderthalbstündiger sachlicher Debatte wurde dieser Fahrplan abgesteckt: das Gespräch suchen mit dem Bad Lausicker Bürgermeister; das Landratsamt drängen zu prüfen, dass der Anlagenbetreiber alle Parameter einhält; bei Betreiber, Behörden und Polizei jegliche Lärmbelästigung anzeigen. „Seit die Anlagen stehen, führe ich Protokoll, Tag für Tag“, sagte Uwe Schenke. Er empfahl allen Betroffenen, ebenso konsequent Buch zu führen, um etwas Verwertbares in den Händen zu halten. Auf eigene Faust Lärmgutachten zu beauftragen, wurde nicht nur aus Kostengründen (2000 bis 4000 Euro) verworfen. Über die Einhaltung der gesetzlichen Normen zu wachen, sei Aufgabe der Behörden, nicht der betroffenen Anwohnerschaft.

Die Bürgerinitiative trifft sich erneut am 10. März im Hotel am Bahnhof.

Ekkehard Schulreich

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