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Drei Sterne für den Wellness-Himmel in Bad Lausick

Kur Drei Sterne für den Wellness-Himmel in Bad Lausick

Auf Wellnessurlauber hat es Bad Lausick verstärkt abgesehen. Mit dem Bau des Riff-Resort sollen ab Herbst 2018 insgesamt 70 Betten in unmittelbarer Nähe des Freizeitbades zur Verfügung stehen. Am Montag war Grundsteinlegung für die Vier-Millionen-Euro-Investition.

Per Bademantelgang wird das Riff-Resort mit dem Freizeitbad verbunden.

Quelle: Architekturbüro Höer

Bad Lausick. Wenn das keinen Kurzurlaub wert ist! In Bad Lausick wurde am Montag der Grundstein für ein modernes Wellness-Hotel gelegt. Mit dem „Riff-Resort“ sollen Gesundheitsurlauber und private Kurgäste ab Herbst 2018 eine attraktive Beherbergungsstätte vorfinden. Der Clou: Ein Bademantelgang wird das neue Urlauberdomizil direkt mit dem benachbarten Spaßbad verbinden. „Schon seit Eröffnung unseres Freizeitbades schwebte uns eine solche Kombination vor“, blickte Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH und der eigens für den Bau gegründeten Thermenresort GmbH, auf die lange Vorbereitungszeit zurück. Doch der Plan, direkt vis-a-vis des Riff auch ein Hotel zu eröffnen, schlug immer wieder fehl. Private Investoren hatten auf der freien Fläche zwischen Schwanenteich und Riff schon einmal des Bau eines Hotels erwogen. Doch erst im vorigen Jahr nahm die Sache unter Regie der Kur GmbH wirklich Fahrt auf. Zehn private Geldgeber und die stadteigene Gesellschaft stemmen das Vorhaben gemeinsam, das insgesamt vier Millionen Euro kosten soll. „Eine 30-prozentige Förderung des Freistaates macht das Projekt rund“, erklärte Heibutzki zur gestrigen Feierstunde.

Grundsteinlegung für das neue Riff Resort in Bad Lausick - die Kapsel füllen Architekt Axel Höer, Bauleiter Jörn Ruckhaber und Henry Heibutzk

Grundsteinlegung für das neue Riff Resort in Bad Lausick - die Kapsel füllen Architekt Axel Höer, Bauleiter Jörn Ruckhaber und Henry Heibutzki Geschäftsführer der Kur GmbH (v.l.n.r.)

Quelle: Jens Paul Taubert

Das vierstöckige Gebäude wird über 23 Ferienwohnungen verfügen und damit eine Lücke in der Kurlandschaft schließen. Denn zuletzt mangelte es an Übernachtungsmöglichkeiten und damit der Chance, noch mehr Wellness-Gäste nach Bad Lausick zu locken. Für die Urlauber soll das Riff auf kurzem Weg erreichbar sein. Der Bademantelgang wird im ersten Stock hinüber zu dem beliebten Badeparadies führen - zu Rutschen, Saunen, Schwimmbecken und Sprungturm. Aber auch im Haus selbst soll eine Wellness-Abteilung integriert werden, in der es Anwendungen für Paare oder Einzelpersonen, Packungen, ein Rasul sowie einen Fitnessraum gibt. „Rezeption und Frühstücksrestaurant runden das Angebot ab“, ergänzte Heibutzki. Die Entwürfe stammen vom örtlichen Architekturbüro Höer, das bereits für das Bad Lausicker Musikhaus verantwortlich zeichnete. Bei der Qualität der Herberge seien drei Sterne angepeilt.

Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) dankte vor allem Henry Heibutzki. „Er hat als Kurdirektor unermüdlich für das Vorhaben gekämpft.“ Dank gelte auch den privaten Investoren, die dem Projekt mit eigenem Geld auf die Beine halfen. Dass Bad Lausick mit dem neuen Angebot voll im Trend liegt, dessen ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Wellnessurlaub ist im Kommen. „Bad Lausick kann mit dem neuen Resort seinen Platz in der Bäderlandschaft weiter festigen“, zeigte sich Hultsch überzeugt. Wichtig sei das Domizil vor allem, um die aktuell eingeschränkten Bettenkapazitäten deutlich aufzustocken. Hier sei man durch die Schließung des Hotels am Kurpark etwas ins Hintertreffen geraten. Auch die Umwandlung des einstigen Kurhotels der Michels-Gruppe in eine Reha-Klinik habe einen Einschnitt bedeutet. Derzeit verfüge Bad Lausick nur über 70 Betten in Hotels und Pensionen. „Mit der Eröffnung des neuen Riff-Ressort im Herbst 2018 werden wird diese Zahl auf einen Schlag verdoppeln können.“ Die Investition könne auch ein Signal sein, dass man in Bad Lausick länger als nur ein paar Stunden verweilt. „Aus Tages- können jetzt Urlaubsreisen werden“, so Hultschs Hoffnung. Bad Lausick dränge sich auf Grund seiner Lage im Städtedreieck Leipzig – Dresden – Chemnitz als Ausgangspunkt für Ausflüge geradezu auf. Auch das Kohrener Land sei von hier aus günstig zu erreichen.

Als Chance, dass Besucher länger in der Kurstadt und der gesamten Region verweilen, sieht auch Landrat Henry Graichen (CDU) die Investition. „Das Riff besuchen jährlich bereits 300 000 Gäste.“ Es sei aber nötig, die Wertschöpfung im Bereich Tourismus noch weiter anzukurbeln. „Es geht darum, dass der Gast viele Angebote annimmt und eben auch Dienstleistungen, die über eine Massage hinausgehen.“ Das Ganze verbunden mit Kultur, mit einer grünen, aber auch geschichtsträchtigen Landschaft – hier habe Bad Lausick alle Möglichkeiten.

Dass man auf dem richtigen Weg ist, unterstrich ebenfalls Helfried Böhme, Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbandes, der zu den Gästen der Grundsteinlegung gehörte. Bad Lausick habe seit der Wende eine sehr solide Entwicklung genommen und kontinuierlich an seinem Auftritt gefeilt. „Aus unseren Erfahrungen heraus wissen wir, dass gerade Häuser mit Bademantelgang sehr gefragt sind. Badegäste wissen diese Annehmlichkeit besonders zu schätzen“, sagte Böhme gegenüber LVZ. Wie erfolgreich solche Offerten sind, zeige sich an Beispielen wie Warmbad, Bad Elster oder auch Bad Düben. Auch Böhme ist sich sicher, dass mit der Fertigstellung des Riff-Ressort der Geschichte der Bad Lausicker Kurortentwicklung ein weiterer wichtigen Meilenstein hinzugefügt wird. Für aktuelle Riff-Gäste hält Hauschefin Annett Koza schon erste Flyer bereits.

Von Simone Prenzel

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