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Geithain Drei Wochen ohne Telefon und Internet: Nenkersdorfer kritisieren Telekom
Region Geithain Drei Wochen ohne Telefon und Internet: Nenkersdorfer kritisieren Telekom
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00:39 14.04.2018
Blick auf Nenkersdorf. Ab Donnerstag sollen Telefon und Internet endlich wieder funktionieren. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Schönau

Nenkersdorf und Schönau melden sich zurück in der nun hoffentlich wieder heilen Welt der Kommunikation: Nachdem eine Großstörung bei der Deutschen Telekom Mitte März dafür sorgte, dass zahlreiche Haushalte und Firmen in beiden Frohburger Ortsteilen weder Telefon noch Internet zur Verfügung hatten, sollte ab Donnerstag alles wieder funktionieren – sagte Georg-Ludwig von Breitenbuch, CDU-Landtagsabgeordneter und Stadtrat, am Dienstagabend und stützte sich auf eine Auskunft des Kommunikationskonzerns.

Rund 100 Einwohner kommen zur Versammlung

Wie brennend das Thema ist, zeigte die Resonanz, die eine vom Ortschaftsrat anberaumte Einwohnerversammlung mit von Breitenbuch fand: An die 100 Nenkersdorfer und Schönauer wollten endlich wissen, was hinsichtlich der Störung und des Breitband-Ausbaus Sache ist.

Großer Kabeldefekt unter der Autobahn 72

„Ich habe die Aussage bekommen, dass das Kabel am Donnerstag installiert ist. Wir werden am Freitag wissen, ob es geklappt hat oder nicht“, sagte Georg-Ludwig von Breitenbuch, der sich in den zurückliegenden Tagen intensiv bei der Telekom um Klärung bemühte. Zweifellos werde man den Konzern bei diesem Wort nehmen.

Die über Wochen unversorgten Einwohner – Grund war wohl ein kolossaler Kabeldefekt unter der Autobahn 72 – ermutigte er darüber hinaus, sein Bornaer Wahlkreisbüro zu kontaktieren, um belegte Zumutungen des Umgangs der Telekom mit Störung und Kunden zu sammeln. Von Breitenbuch sprach von einer „Nicht-Service-Leistung“ des einstigen Staatsbetriebes; er werde einen Brief an die Unternehmensspitze formulieren, „weil man so nicht miteinander umgehen kann“.

Ungenügendes Schadensmanagement der Telekom

Damit zielte er nicht nur auf das Ausmaß und die Dauer der Störung ab, sondern auch auf das völlig ungenügende Schadensmanagement. Dietra Mäder, Mitglied des Ortschaftsrates etwa, wurde auf ihren Wunsch nach einer Gutschrift für nicht erbrachte Leistung beschieden: „Unsere Recherche hat ergeben, dass sie keine Störung gemeldet haben.“ Via Internet. Logisch, ging ja nicht.

Ihre fünfmalige Vorsprache im Bornaer Telekom-Shop wurde erst im Nachhinein als solche Meldung akzeptiert, ein Ausgleich schließlich zugesagt. Mäders Appell an die im Saal des Gemeindezentrums Schönau Versammelten: „Jeder muss sich persönlich melden!“

Breitbandnetz soll 2019 ausgebaut werden

Den Ausbau des Breitband-Netzes, auf den die Menschen in beiden Orten seit vielen Jahren warten, will die Telekom nun 2019 realisieren. Das sagte Danny Morgner, im Frohburger Rathaus für dieses Thema zuständig: „Die Verträge sind unterschrieben. Die Telekom wird das jetzt durchziehen.“ I

m ersten Quartal plane sie, im zweiten und dritten werde gebaut, danach erfolge die Einbindung in das Netz. Jede Straße werde angeschlossen, die Mindestbandbreite liege bei 50 Mbit. Wenn im kommenden Frühjahr der Töpferberg in Nenkersdorf ausgebaut werde, verlege man die nötigen Leerrohre gleich mit, ergänzte Ortsvorsteher Andreas Mertin.

Kritik an schlechtem Handy-Empfang

Hinsichtlich der aktuellen Umstellung auf IP-Telefonie sorgte sich eine Zuhörerin, dass das in ihrer Straße in Schönau nicht möglich sei; das habe sie von der Telekom erfahren. „So lange Internet anliegt, ist IP-Telefonie möglich“, erwiderte Morgner. Schwierig aber könne es in der Tat werden, wenn die Bandbreite zu gering sei. Man werde das Problem prüfen.

Georg-Ludwig von Breitenbuch nahm ein zweites Problem mit aus der Runde: den unzureichenden Handy-Empfang, der in beiden Orten diverse Anbieter betrifft. „Dem werden wir nachgehen. Da muss es eine Lösung geben.“

Von Ekkehard Schulreich

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