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"Dresdner Fürstenfluch" - Narsdorferin legt ihren ersten Krimi vor

"Dresdner Fürstenfluch" - Narsdorferin legt ihren ersten Krimi vor

Natürlich geht es um Mord, um Morde. Und es geht um sächsische Geschichte, die Constanze Vollhardt in ihrem ersten Kriminalroman mit Gegenwärtigem verknüpft.

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Die Narsdorferin Constanze Hölig mit dem Titelentwurf ihres Buches "Dresdner Fürstenfluch", das sie unter ihrem Mädchennamen Constanze Vollhardt veröffentlicht hat.

Quelle: Jens Paul Taubert

Narsdorf. Der erste Tote trägt das Gewand des Herolds aus dem Lebendigen Fürstenzug - jenem lebendigen Abbild des Wandfrieses, der in Dresden die Ahnenfolge der Wettiner vor Augen führt. Der in Narsdorf lebenden Autorin, die seit Kind an eine Affinität hat für das Heimatgeschichtliche, dient der Fries als Projektionsfläche für ihren Erstling. Seit Donnerstag ist der "Dresdner Fürstenfluch" im Handel.

Friedrich der Gebissene, Albrecht der Entartete, Dietrich der Bedrängte: Knapp drei Dutzend Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten, die Machtelite der Wettiner seit dem 12. Jahrhundert, bilden in Dresden einen 102 Meter langen Fries aus Meißner Porzellan. Ein faszinierender Zug, ein imposantes Bild mit Sogwirkung auch auf Constanze Hölig, die unter ihrem Mädchennamen Vollhardt beginnt, sich sächsischer Geschichte literarisch zu nähern.

Eine Tür dazu ist ihre frühere Tätigkeit als Fremdenführerin auf dem Rochlitzer Schloss, jenem Museum, das über Jahre Heimstatt für den Lebendigen Fürstenzug war. Einem in der Region geborenen Projekt, diesen illustren Zug zum Leben zu erwecken. Seit 2006 sind die Darsteller Jahr für Jahr mit ihrem Zug bei namhaften Veranstaltungen präsent. "Wenn ich Besucher durch die Ausstellung in Rochlitz führte und erzählte, merkte ich, das wollten die Leute hören", sagt Hölig. Nicht allein Jahreszahlen und Namen, vielmehr das Bemerkenswerte, Nachvollziehbare, Anekdotische: "Ich sagte mir, ich muss ein Buch schreiben. Aber kein Geschichtsbuch, sondern etwas Unterhaltsames."

Ein halbes Jahrzehnt Arbeit stecken in den 368 Seiten des "Dresdner Fürstenfluchs", den der Emons Verlag jetzt vorlegt. "Ich habe intensiv recherchiert, habe die wichtigen Schauplätze besucht", sagt die Autorin. Zieht sich der Fürstenzug, der historische wie der neu belebte, als roter Faden durch das Buch, ist es doch die Verwobenheit mit dem Hinzugedachten, Abgewandelten, dem aus der epischen Dynamik Geborenen, die das Historische zu Literatur gerinnen lässt. Geschichtliche Plausibilität und Spannung seien unverzichtbar, so Hölig: "Es gibt aber keinen, der sich in einer meiner Personen erkennen soll. Darauf habe ich peinlich genau geachtet."

Dass sie Schriftstellerin werden würde, für die 47-Jährige ist das nicht absehbar. In Narsdorf wächst sie auf, will Lehrerin für Deutsch und Englisch werden. In die Zeit des Studiums fällt die Öffnung des Landes; sie entscheidet sich gegen ein Pädagogen-Dasein an einem Gymnasium, bereist die USA, kehrt zurück in ihr Dorf, eröffnet eine Pension, arbeitet international als Reiseführerin. Als britische Gäste eine Museumsführung im Schloss Rochlitz in ihrer Sprache nachfragen, springt sie ein, findet Gefallen, dringt tiefer vor in die vielschichtige Materie.

"In der Küche von Manfred Hausotter kam die Idee: Gemeinsam wollten wir einen Krimi schreiben, der hier in unserer Region spielt", erinnert sie sich an intensive Gespräche mit dem Rathendorfer Heimatgeschichtler, der bis vor Kurzem regelmäßig für die LVZ schrieb. Das Buch, das Hölig schließlich zu formulieren beginnt, wächst sich viel größer aus, wird fünf Jahre ein unmittelbarer Teil ihres Lebens, ihrer Gedankenwelt. "Das Geschehen und die Figuren - das ist für mich wie ein Film. Man lebt mit beidem eine ganze Zeit." Dass sie in Leipzig Kurse in kreativem Schreiben belegt, hilft ihr; der Lektorin, die sie mit dem schon fertigen Werk konfrontiert, bleibt nicht mehr viel zu tun.

Dass "Dresdner Fürstenfluch" unter ihrem Mädchennamen Constanze Vollhardt erscheint, hat für die Autorin mit Erdverbundenheit und tiefer elterlicher Prägung zu tun. "Meine Mutter kannte die Anfänge des Romans. Sie hat mich ermutigt." Die Premiere zu erleben, ist Irmgard Vollhardt, in der Region bekannt aus ihrer Zeit in der Konsumgenossenschaft Geithain, im August 2010 gestorben, nicht vergönnt. Constanzes Vater Christian, einst Leiter der Geithainer Landwirtschaftsschule, starb bereits 1986.

Erstmals lesen aus ihrem Buch wird die Autorin am 11. April im Rochlitzer Schloss. In der Geithainer Stadtbibliothek ist sie am 18. Juni zu erleben. Dass sie weiter schreiben wird, gilt schon jetzt als ausgemacht: "Ich habe ein neues Thema. Ein Krimi, der im Heute spielt und der natürlich eine Geschichte hat."

Emons Verlag, 368 Seiten, 11,90 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2015
Ekkehard Schulreich

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