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Geithain Durchgangsverkehr nervt am Sahliser Brauteich
Region Geithain Durchgangsverkehr nervt am Sahliser Brauteich
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05:03 18.05.2018
Die Idylle ist gestört, sobald ein Auto die Piste namens Am Brauteich befährt. Dann werden die Anlieger ordentlich eingestaubt. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Frohburg/Kohren-Sahlis

Seit einem Jahr sollten die Sperrschilder stehen. Angeschafft wurden sie, doch ob sie tatsächlich demnächst gesetzt werden, um den Durchgangsverkehr von der Kohren-Sahliser Straße Am Brauteich fernzuhalten, ist wieder offen. Sehr zum Unmut der Anwohner, die noch zu Zeiten der Eigenständigkeit von Kohren-Sahlis auf die Reduzierung des Verkehrs gedrängt hatten – und beinahe am Ziel waren. Doch die verkehrsrechtliche Anordnung der Straßenverkehrsbehörde wurde von der Kommune nicht umgesetzt.

Anlieger ärgern sich über aufgewirbelten Staub

150 Meter kurz ist die Straße am Brauteich nahe des Sahliser Gutes. Sie ist geschottert, nicht asphaltiert. Das hält Autofahrer, die den Kreisstraßen-Engpass an der alten Schmiede scheuen, nicht davon ab, sie zu benutzen. Der Staub, der aufwirbelt, ärgert die Anlieger.

„Wir wollen nicht, dass die Straße gesperrt wird. Aber den Verkehr zu reduzieren, sollte doch möglich sein“, sagt Freddy Schulz. Wie die Nachbarschaft ist er wenig amüsiert angesichts der Dreckbelastung, mehr noch aber in Erwartung der Schäden, die vorprogrammiert seien – umso eher, als dass die unbefestigte Straße gern von schwerer und breiter Landtechnik genutzt werde.

Zwar sei die Fahrbahn erst zu Jahresbeginn mit einer neuen Schotterschicht überzogen worden, so Schulz: „Doch wenn das so weiter geht, ist die Straße in einem Jahr hin. Und wenn die Stadt dann beschließt, sie zu teeren – dann zahlen wir dafür möglicherweise.“

Straße sollte für Durchgangsverkehr gesperrt werden

Dabei wurde bereits im Frühjahr 2017 festgelegt, die Straße für Motorräder und Autos zu sperren, ausgenommen jene der Anlieger. Bürger hatten sich an die Kohrener Verwaltung gewendet, und die hatte die Polizei und die Frohburger Straßenverkehrsbehörde einbezogen. Nach einem Ortstermin habe man die Aufstellung der Schilder entschieden, sagt Simone Kertscher vom Frohburger Ordnungsamt. Die Stadt Kohren-Sahlis habe die Schilder beschafft, aber nicht angebracht.

„Eine Stadtratsproblematik war es nicht, sondern eine Verwaltungsaufgabe“, sagt der damalige Bürgermeister Siegmund Mohaupt heute. Was die Ausschilderung verhindert habe, wisse er nicht. Er halte allerdings auch nicht viel davon. Mit landwirtschaftlichem Verkehr müssten und könnten viele leben. Wichtiger sei, dass der Landkreis die enge und marode Narsdorfer Straße eines Tages ausbaue.

„Der Weg ist für den innerörtlichen Verkehr zwischen Narsdorfer Straße und Hopfensiedlung unerlässlich. Sonst muss alles über den Schmiededamm fahren. Der ist in keinem guten Zustand, und es gibt zwei gefährliche Ecken“, sagt Landwirt und CDU-Stadtrat Georg-Ludwig von Breitenbuch. Die Landtechnik sei auf der Straße Am Brauteich besser aufgehoben als auf dem Teichdamm. Und so oft nutze sie ihn nicht; für die Anwohner sei das durchaus zumutbar.

Verkehrs-Anordnung wird überprüft

In die Schilder-Debatte sei er als Unternehmer und Eigentümer des Schmiedeteiches nicht eingebunden worden, so von Breitenbuch. „Eine Bitumendecke wäre eine Lösung. Aber ich denke, es gibt in Kohren-Sahlis wichtigere Investitionen. Eine Sperrung und alleinige Nutzung nur für die mit mir vier Anlieger halte ich für unangemessen allen anderen Bewohnern in Sahlis gegenüber.“

Ob die verkehrsrechtliche Anordnung vom vergangenen Jahr – gegen die die Stadt Kohren-Sahlis damals keinen Widerspruch einlegte – Bestand hat, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. „Wir sind gehalten, das noch einmal gemeinsam mit der Polizei zu überprüfen“, sagt Simone Kertscher. Bleibe es bei der Ausschilderung, werde sie in Auftrag gegeben. Möglich sei aber auch, dass man nun zu einem anderen Urteil komme.

Von Ekkehard Schulreich

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