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Geithain Durchwachsene Museumsbilanz
Region Geithain Durchwachsene Museumsbilanz
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16:10 19.05.2015
Die spätgotische Kapelle der Burg Gnandstein ist für die Besucher zugänglich und sehenswert. Quelle: Burg Gnandstein

Dagegen ist die Bilanz der Museen der Stadt Kohren-Sahlis - dazu zählen das Töpfermuseum, der Schwindpavillon Rüdigsdorf und die Hofmann'sche Sammlung - wesentlich besser.

Bis zur Jahresmitte besuchten etwa 8000 Gäste das Museum Burg Gnandstein, womit die fünfstellige Zahl des Vorjahres in der Zwischenbilanz deutlich verfehlt wurde. "Die Gründe sind sicherlich vielschichtig. Besonders der lange Winter und dann die verregneten Monate April und Mai spielen hier eine Rolle. Vor allem die Besucherzahlen in den Bereichen Einzelbesucher beziehungsweise Familie sind stark rückläufig", muss Museumsmitarbeiter Falk Schulze konstatieren. Positiv sei hingegen die stabile Zahl von Klassen oder ganzen Schulen, die die museumspädagogischen Angebote des Museumsteams nutzten. Hier reicht die Palette vom "Ritterlichen Gnandstein", einer Sonderführung zum Thema Ritter und Mittelalter inklusive Ritterschlag, bis hin zu Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Heraldik. Bei Letzterem können die Kinder ihr eigenes Rittergewand heraldisch gestalten.

Mit zahlreichen Sonderveranstaltungen versuchen die Mitarbeiter auch in den kommenden Wochen und Monaten, das (Besucher-)Blatt für 2013 noch zu wenden. So wurden in den vergangenen Tagen im Burggarten bereits verschiedene Sonderführungen angeboten. Neu ist in diesem Jahr beispielsweise hier die Veranstaltung "Weiße Schlüpfer rot gefärbt" am 15. September. Dabei wird gezeigt, wie man auf mittelalterliche Art und Weise Unterwäsche erröten lässt. Eine Vorführung zum Zuschauen und Mitmachen bringt pflanzliche Farbe ins Leben und gibt Anregungen zum Nachmachen und Ausprobieren.

"Nach leichten Startschwierigkeiten nun recht gut angelaufen ist unsere neue Führung ,Die goldenen 20er auf Burg Gnandstein', in der Hanns und Elfriede von Einsiedel alias Michael Kreskowsky und Antje Krahnstöver ihr Museum vorstellen und dann mit den Gästen noch die spätgotische Dorfkirche besuchen", so Schulze. Die nächste Sonderführung dieser Art steht am 13. Oktober um 14 Uhr ins Haus.

Die abendliche Sonderführung "Gnandstein im Mondschein" - am 6. September ab 21.30 Uhr nochmals zu erleben - wird in diesem Jahr letztmalig in dieser Form präsentiert. "Wir werkeln gerade an einem adäquaten Nachfolger. Mehr wird aber nicht verraten-", gibt sich der Museumsmitarbeiter noch geheimnisvoll.

Am Tag des offenen Denkmals, dem 7. September, sind mehrere Führungen durch den gesamten Nordflügel geplant und Gästen soll ein Blick ins Keramikmagazin im Rittergut gewährt werden. Dabei wird das eine oder andere kuriose Stück näher vorgestellt.

Ganz zufrieden mit den bisherigen Besucherzahlen ist dagegen die Crew der städtischen Museen Kohren-Sahlis. "Im Schwindsaal und der Hofmann'schen Sammlung hatten wird bis jetzt ungefähr genauso viele Besucher wie im Vorjahr. Im Töpfermuseum ist deren Zahl um etwa 20 Prozent höher aufgrund der sehr erfolgreichen Puppenstubenausstellung am Jahresanfang", so Museumsleiterin Corinne Schulze.

Dass dieser Trend anhält, hofft sie, zumal das Museumsteam mit weiteren Aktionen aufwartet. Vor gut einer Woche wurde eine neue Sonderausstellung "Waldenburger Töpferkunst" eröffnet. Sieben Waldenburger Töpfereien zeigen dort ihre Töpferwaren bis 31. Oktober (die LVZ berichtete). In der Hofmann'schen Sammlung findet am 1 September ab 13 Uhr ein Museumstag statt. "Es wird hoffentlich ein gemütlicher Nachmittag mit Musik und Überraschungen", so Schulze. Im Töpfermuseum kann während der gesamten Sommerferien wieder Porzellan bemalt werden. Wer Lust hat, kann im Töpfermuseum und in der Hofmann'schen Sammlung am Museumsquiz teilnehmen.

Leider hat das kürzliche Hochwasser auch im Töpfermuseum seine Spuren hinterlassen. Im Eingangsbereich und in zwei Ausstellungsräumen stand das Wasser am 8. Juni nach einem Gewitterguss etwa 25 Zentimeter hoch. Das Nass drückte im historischen Küchengewölbe durch den Boden nach oben und lief in den anderen Räumen von draußen durch die Wände. Nur durch das schnelle Eingreifen von Museumsmitarbeitern, Nachbarn und anderen Helfern konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Spuren sind im Museum noch zu sehen. Es gibt Schäden an Putz und Mauerwerk sowie Mobiliar. "Doch das soll uns nicht abhalten, hoffentlich recht viele Besucher hier zu begrüßen", so die Museumschefin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.08.2013

Thomas Lang

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