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Ehepaar will im Spätsommer Gasthof in Ballendorf wieder eröffnen

Am Colditzer Forst Ehepaar will im Spätsommer Gasthof in Ballendorf wieder eröffnen

Ein eigenes Restaurant zu eröffnen, darüber haben Anne (37) und Björn Asser (41) mehrfach schon nachgedacht. Jetzt steht es in Ballendorf, einem Bad Lausicker Ortsteil in der Nähe des Colditzer Forstes. Im Spätsommer wollen sie die ersten Gäste empfangen. Den ehemaligen Gasthof umzubauen, dauerte länger als ursprünglich gedacht.

In den Gasthof Ballendorf soll wieder Leben einziehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick/Ballendorf. Ein eigenes Restaurant zu eröffnen, darüber haben Anne (37) und Björn Asser (41) mehrfach schon nachgedacht. Jetzt (ent-)steht es in Ballendorf, einem Bad Lausicker Ortsteil in der Nähe des Colditzer Forstes. Im Spätsommer wollen sie die ersten Gäste empfangen. Den ehemaligen Ballendorfer Gasthof, den sie vor mehr als einem halben Jahr erwarben, umzubauen, dauerte länger als ursprünglich gedacht. Doch inzwischen sehen beide die Zielgerade näher rücken. Und eine Festgesellschaft versicherte sich bereits per Petition ihrer Sympathie und Vorfreude: die Narren des Ballendorfer Carneval Clubs (BCC), die nach einem Auswärtsspiel in Schönbach in der kommenden Saison in ihren angestammten Saal zurückkehren möchten.

Wahl fiel auf Gasthof in der Nähe von Bad Lausick

Sich einen Lebenstraum zu bauen, kostet Energie. Die investieren Assers gern in Ballendorf. Eine Handvoll Gasthöfe, die zum Kauf standen, hätten sie sich angeschaut, und sich schnell für den Ballendorfer entschieden – wegen seiner Geräumigkeit auf zwei Etagen und wegen der Nähe zu Bad Lausick, in der Anne ein paar Jugendjahre verbrachte, und zu Buchheim, wo Björn aufwuchs. „Die Familien um sich zu wissen, ist schön. Und ohne deren Unterstützung hätten wir so ein Projekt gar nicht gewagt“, sagen beide, die in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten in Baden-Württemberg arbeiteten und lebten. In Ludwigsburg leitete Anne Asser ein Restaurant, war zuvor bei internationalen Hotelketten tätig. Ihr Mann, Bürokaufmann von Hause aus, kümmerte sich um Computer-Systeme und IT-Anwendungen.

„Haus 16“ soll ihr Restaurant heißen, ein Hinweis auf die Adresse in der Alten Dorfstraße; kurz und prägnant soll der Name sein, nicht verstaubt, aber bodenständig. Er solle neugierig machen, was im Inneren geschehe, sagt Anne Asser: Gastronomie, die sich mit dem inflationären gutbürgerlich nur unzureichend beschreiben lasse. „Ich finde es toll, wenn die Gäste auf den Teller schauen und erstmal staunen, ehe sie losessen.“ Gutes Essen werde geschätzt, und es lasse sich mit wenigen Handgriffen so präsentieren, dass es für alle Sinne ein Genuss sei - fern der Abgehobenheit namhafter Gourmet-Küchen. Bei alledem: „Unser Küchenteam soll sich entfalten können.“ Sobald ein Eröffnungstermin greifbar werde, stelle man es auf. Assers planen ambitioniert mit einem halben Dutzend Mitarbeitern – die unverzichtbar sind, soll das Haus doch an sieben Tagen in der Woche offen sein.

Doch ehe es so weit ist, werden abermals Monate vergehen. Noch ist das Erdgeschoss, wo zwei Restaurant-Bereiche, ein Bistro und die Küche entstehen, eine Baustelle. „Wir setzen regionale Handwerksbetriebe ein, versuchen aber vieles, in Eigenleistung zu machen“, sagt Björn Asser. In der Anfangszeit war Ausräumen angesagt, dann wurden unerwartet Reparaturen nötig an der Heizung. Assers gehen Schritt für Schritt vor, richten auch den Saal im Obergeschoss her und Räume für Feiern. Darüber hinaus wird saniert, wenn es die Kräfte zulassen. Dass beide im Gebäude wohnen, kommt der Absicht, täglich zu öffnen, zupass. Vor dem Haus, direkt gegenüber des reizvollen Dorfplatzes mit Teich, Spritzenhaus und Blick zur Kirche, wird ein Freisitz entstehen.

Angebot für Ausflügler im Colditzer Forst

Die Ballendorfer Karnevalisten meldeten schriftlich bereits ihre Ansprüche auf den Saal an. „Darüber freuen wir uns. Wir haben uns die letzten Faschingsveranstaltungen angeschaut“, sagen Anne und Björn Asser. Darüber hinaus seien auch andere Gesellschaften willkommen. Zumindest in der Anfangszeit wolle man sich auf die Gastronomie konzentrieren, was Küchenparties und Kochkurse – so gewünscht – einschließe. Ob später auch Kultur in Form von Musik und Kleinkunst im Saal oder im Restaurant Einzug halte, werde sich zeigen. „Erst einmal setzen wir alles daran, dass wir im Spätsommer starten können.“ Eine gute Nachricht nicht nur für Ballendorf selbst, sondern auch für Ausflügler, die im Colditzer Forst unterwegs sind und die bislang wenig Möglichkeiten zu einer Einkehr in Waldnähe haben.

Von Ekkehard Schulreich

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