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Geithain Ehrenamtler verlassen Geithains Tierpark
Region Geithain Ehrenamtler verlassen Geithains Tierpark
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20:30 03.12.2018
Beim Kinderfest übergab Thomas Muhl (rechts) den Ehrenamtlichen grüne Tierpark-Shirts. Quelle: Alexander Knut
Geithain

Auf einem neuen Kurs sieht sich der Geithainer Tierparkverein. Auf einem Kurs, der die Zukunft der nicht nur bei vielen Geithainern beliebten Einrichtung sichern soll. Ein Konzept dafür will der Vorstand am 10. Dezember Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) vorlegen.

Bereits im Sommer wurde der Vorstand neu gewählt, rückte Thomas Muhl an die Spitze. Mehrere Ehrenamtliche, die über Jahre die Tiere versorgten, verließen den Verein. Eine Trennung im Einvernehmen war es nicht. Die Personaldecke ist dünn – an manchen Tagen öffnet der Tierpark kürzer als gewöhnlich. Für Muhl und den Vorstand sind das Probleme, die sich bereits auf dem Weg der Besserung befinden.

Umgangston kritisiert

Ingrid und Heinz Mundt betrifft das allenthalben noch emotional. Der 66-Jährige unterstützte den Verein seit 2005. „Reibereien gibt es überall mal. Aber der Umgangston, der jetzt herrscht – das wollen wir uns nicht bieten lassen“, sagt Ingrid Mundt (68), ebenfalls seit jener Zeit dabei, als der Verein entstand, um den Tierpark von der Stadt zu übernehmen und so zu retten. Nicht die Tierpark-Politik des Bürgermeisters habe sie zur Aufgabe bewogen, sondern der nicht akzeptable Ton im Verein: „Mein Mann hat um halb sieben angefangen, damit die Tiere ihr Futter haben. Er ging wirklich auf für den Tierpark. Aber unter den aktuellen Voraussetzungen ...“ Mundts zogen ihre Konsequenz: Sie bitten, Futterspenden nicht mehr wie bisher an ihrer Tür abzugeben.

Über viele Jahre versorgte Heinz Mundt die Ponys. Jetzt schied er aus dem Verein aus. Quelle: Jens Paul Taubert

Vorstand begründet neuen Kurs

„Wir haben zehn Ehrenamtliche, die sich um die Tiere kümmern. Die Tiere werden ordentlich versorgt, da gibt es keine Abstriche“, sagt Thomas Muhl. Durch Ein-Euro-Jobber und Bundesfreiwilligendienstler bekomme man demnächst wieder Verstärkung. Dass er einen anderen Umgangston pflege als etwa seine Vorgängerin Sandra Händler, will Muhl nicht verhehlen. Er halte eine straffere Führung des Vereins aber für unverzichtbar: „Die Tiere stehen oben an.“

Mitglieder des neuen Vorstandes unterstützen das. Muhl setze wichtige Veränderungen durch, meint Claus Wiebers. Sandra Hoffmann, zweite Stellvertreterin, sagt: „Man muss den Tierpark führen wie eine Firma. Es gibt eine neue Linie, erste Verbesserungen sind sichtbar.“

Veterinäramt bemängelte Hygiene und Tierversorgung

Als 2016 Sandra Händler und ein neuer Vorstand die Regie übernahmen, habe der Tierpark kurz vor der Schließung gestanden, sagt Händler, inzwischen Muhls Stellvertreterin und Sachkundige für die Tiere. Das Veterinäramt des Landkreises habe nicht zu Unrecht mangelnde Hygiene und vernachlässigte Versorgung kritisiert: „Viele Abläufe waren stark automatisiert, es hatte sich eine gewisse Betriebsblindheit eingeschlichen. Der Fokus auf das einzelne Tier war verloren gegangen.“

Seither habe man umgesteuert – um die behördlichen Auflagen zu erfüllen, noch mehr aber im Sinne des Tierwohls. Daran werde man festhalten, selbst auch um den Preis, den einen oder anderen einstigen Mitstreiter zu verlieren, sagt Händler. „Es stimmt nicht, dass wir die Ehrenamtler nur kritisieren wollen. Der Eindruck rauer Umgangsformen ist nicht begründet.“ Dass man das Engagement zu schätzen wisse, zeige sich nicht zuletzt in kleinen Aufwandsentschädigungen. Der Verein habe noch jede Menge Arbeit vor sich. Man hoffe, so den Tierpark sichern zu können – im Miteinander mit den Behörden, der Stadt, den Unterstützern und den vielen, denen der Geithainer Tierpark eine Herzenssache sei.

Von Ekkehard Schulreich

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