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Geithain Ehrenbürgerurkunde kehrt nach Bad Lausick zurück – Schenkung für das Museum
Region Geithain Ehrenbürgerurkunde kehrt nach Bad Lausick zurück – Schenkung für das Museum
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15:59 14.03.2017
Ehrenbürgerurkunde für Johann Heinrich Müller. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Johann Heinrich Müller, Jahrgang 1805, war Maurermeister in Bad Lausick. Er war nicht nur mehr als ein halbes Jahrhundert Bürger: Auf seine alten Tage ernannte ihn der Stadtgemeinderat sogar zum Ehrenbürger. Diese Ernennungsurkunde übergab Müllers Ururenkel Roland Müller jetzt dem Kur- und Stadtmuseum als Schenkung. Der Leipziger hatte im vergangenen Jahr bei einem Kuraufenthalt das Museum am Markt kennen gelernt und war dabei über ausgestellte Ehrenbürger-Urkunden gestoßen: „Da habe ich mich an meinen Ururgroßvater erinnert und daran, was da seit Jahrzehnten zusammengerollt im Kleiderschrank liegt.“

Ehrenbürgerurkunde für Johann Heinrich Müller. Quelle: Jens Paul Taubert

Begleitet von seiner Frau Gisela und der Tochter kam er nun erneut nach Bad Lausick, um Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) den papiernen Familienschatz zu übergeben.„Nach 133 Jahren schließt sich so gewissermaßen ein Kreis“, sagte Museumsmitarbeiter Jürgen Zschalich, erfreut, dass der Museumsgast seiner Ankündigung die Tat folgen ließ. Zschalich recherchierte in Unterlagen des Stadtarchivs nach dem Geehrten, stieß auf dessen Geburtsjahr und den Vermerk, dass er 1830 das Bad Lausicker Bürgerrecht erworben habe. Von besonderen Verdiensten um das Wohl der Gemeinde sei nichts bekannt, sagt Zschalich: „Es war damals zum Teil üblich, dass man aus Anlass des 50-jährigen Bürgerjubiläums zum Ehrenbürger werden konnte.“

Aus einer Protokollnotiz des Stadtgemeinderates gehe hervor, dass man es 1880 versäumt habe, Müller diese Ehrung zukommen zu lassen. Erst im Januar 1884 wurde es nachgeholt; der Maurermeister konnte sich nur wenige Monate darüber freuen, denn schon im Sommer starb er. Eine andere Kategorie seien jene Ehrenbürger, die aufgrund ihres Wirkens diese Anerkennung erhielten, meinte Zschalich mit Verweis etwa auf jene im Erdgeschoss des Museums 1897 – am Tag der Weihe des neuen Rathauses – ausgestellte Urkunde für Johann Heinrich Nollau, der sich für die Bedürftigen eingesetzt habe. Insgesamt umfasse die Liste der Geehrten rund 20 Namen.

„Ich kann die Urkunde nicht unter den Müllers weitervererben“, begründete Roland Müller die Schenkung. Der 73-Jährige, der als Diplomingenieur für Feinmechanik und Optik und als Fachwissenschaftler der Medizin tätig war, zeigte sich zufrieden, dass das Dokument so für die Nachwelt und die Öffentlichkeit erhalten werden könne. „Ich erinnere mich, einmal nur wurde die Urkunde aufgerollt. Da war ich Kind.“ Müller, der außerdem einige Kopien aus Familienbüchern mitbrachte, hofft zudem auf ein paar Anstöße: „Vielleicht kann die Geschichte der Müllers ja noch ein Stück weiter zurückverfolgt werden.“

Von Ekkehard Schulreich

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