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Eigenheim-Standort am Rand des Kurparks: Bad Lausicker Stadtrat macht den Weg frei

Ratssitzung Eigenheim-Standort am Rand des Kurparks: Bad Lausicker Stadtrat macht den Weg frei

Wenn es nach dem Willen der Kur GmbH und der Stadt Bad Lausick geht, können nächstes Jahr erste Eigenheime nördlich des Steingrundbaches errichtet werden. Der Stadtrat leitete jetzt eine entsprechende Veränderung jenes Bebauungsplanes ein, der unter Kursondergebiet firmiert. Dafür konnte bisher kein einziger Investor gefunden werden.

Blick auf die Bad Lausicker Medianklinik.

Quelle: Jens Paul Taubert

BBad Lausick. Wohnen, wo andere kuren: In Bad Lausick soll das demnächst möglich sein. Der Stadtrat machte am Donnerstagabend den Weg frei für eine Bebauungsplan-Änderung. Sie sieht nordöstlich des Kurparks auf Etzoldshainer Flur eine neue Siedlung vor. Die knapp drei Dutzend Parzellen für Eigenheime befinden sich am Rand des Kursondergebietes, einer 16 Hektar großen, in viel Grün gebetteten Fläche, die seit der Jahrtausendwende für weitere Kur-Einrichtungen zur Verfügung steht – für die sich bisher aber trotz vieler Bemühungen kein Investor fand.

„Wir brauchen Zuzug. Der Bauplatz ist schön, es ist eine gute Lösung“, kommentierte Manfred Hönig (SPD) die Pläne der stadteigenen Kur GmbH, die Eigentümer der Flächen ist, und des Rathauses. Das Kursondergebiet sei groß genug, um runde 3,5 Hektar für Wohnzwecke herauszulösen. Eine Sicht, die Udo Goerke (CDU) teilte, zumal der ursprüngliche Planungsansatz, dort Kur- und Gesundheitseinrichtungen anzusiedeln, die das vorhandene Angebot ergänzten, aufrecht erhalten werde. Der Bedarf an attraktiven Bauplätzen sei hoch, und er steige, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Immer wieder sprächen Bauwillige in der Stadtverwaltung vor, doch aktuell könne er sie auf nur wenige Flächen verweisen.

„Das Kursondergebiet entwickelten wir zu einer Zeit, als es gute Chancen gab, neue Kliniken in Bad Lausick anzusiedeln“, blickte Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH, auf die zweite Hälfte der Neunzigerjahre zurück. Damals habe die Kur GmbH begonnen, die Feldflur jenseits des Steingrundbachs Stück für Stück zu erwerben, um unmittelbar angrenzend an den Kurpark eine große, attraktive Fläche anbieten zu können. Parallel begann die Überplanung des Areals, doch als schließlich Baurecht herrschte, hatte die Gesundheitsreform der Bundesregierung die Situation auf dem Reha-Sektor grundlegend verändert. Von Zweit-Klinikbauten der in Bad Lausick bereits aktiven Anbieter war keine Rede mehr.

„Gemeinsam mit der Stadt haben wir uns trotzdem über Jahre intensiv um eine Vermarktung bemüht“, so Heibutzki. Recht weit gediehen schien etwa das Projekt, ein Zentrum für alternative chinesische Heilkunst zu etablieren; Interessenten aus dem Reich der Mitte waren mehrfach vor Ort. Letztlich aber zerschlugen sich diese Ansätze wie andere auch. Der Kleinbardauer Landwirtschaftsbetrieb KÖG bewirtschaftet seither in Pacht die Ackerflächen.

Würden jetzt an der Else-Hirsch-Straße – vor Langem schon als Erschließungsstraße für dieses Gebiet und für eine ausgelastete Eigenheimsiedlung am Steingrundweg gebaut – rund 34 Einfamilienhäuser errichtet, wäre das für den Chef der Kur GmbH „ein großer Wurf“. Das kommunale Unternehmen habe deshalb das Verfahren zur B-Plan-Änderung angestoßen: „Wir gehen davon aus, dass wir zügig vorankommen und dass im Frühjahr 2017 Baurecht besteht.“ Die Erschließung des Gebietes, in das eine längere Straße mit Wendeschleife hineinführe, werde parallel zur Vermarktung zügig angepackt, damit bald schon die ersten Häuser bezogen werden könnten. Detaillierte Planungen kommen demnächst in die Ausschüsse und dann auch in den Stadtrat.

Bereits 2008 hatte es einen Vorschlag gegeben, den B-Plan des Kursondergebietes zu modifizieren. Damals waren lediglich zehn Bauplätze entlang des Steingrundweges ins Auge gefasst worden.

Von Ekkehard Schulreich

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