Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Eigenheim-Standort am Rand des Kurparks: Bad Lausicker Stadtrat macht den Weg frei
Region Geithain Eigenheim-Standort am Rand des Kurparks: Bad Lausicker Stadtrat macht den Weg frei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 23.09.2016
Blick auf das Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad „Riff“. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
BBad Lausick

Wohnen, wo andere kuren: In Bad Lausick soll das demnächst möglich sein. Der Stadtrat machte am Donnerstagabend den Weg frei für eine Bebauungsplan-Änderung. Sie sieht nordöstlich des Kurparks auf Etzoldshainer Flur eine neue Siedlung vor. Die knapp drei Dutzend Parzellen für Eigenheime befinden sich am Rand des Kursondergebietes, einer 16 Hektar großen, in viel Grün gebetteten Fläche, die seit der Jahrtausendwende für weitere Kur-Einrichtungen zur Verfügung steht – für die sich bisher aber trotz vieler Bemühungen kein Investor fand.

„Wir brauchen Zuzug. Der Bauplatz ist schön, es ist eine gute Lösung“, kommentierte Manfred Hönig (SPD) die Pläne der stadteigenen Kur GmbH, die Eigentümer der Flächen ist, und des Rathauses. Das Kursondergebiet sei groß genug, um runde 3,5 Hektar für Wohnzwecke herauszulösen. Eine Sicht, die Udo Goerke (CDU) teilte, zumal der ursprüngliche Planungsansatz, dort Kur- und Gesundheitseinrichtungen anzusiedeln, die das vorhandene Angebot ergänzten, aufrecht erhalten werde. Der Bedarf an attraktiven Bauplätzen sei hoch, und er steige, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Immer wieder sprächen Bauwillige in der Stadtverwaltung vor, doch aktuell könne er sie auf nur wenige Flächen verweisen.

„Das Kursondergebiet entwickelten wir zu einer Zeit, als es gute Chancen gab, neue Kliniken in Bad Lausick anzusiedeln“, blickte Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH, auf die zweite Hälfte der Neunzigerjahre zurück. Damals habe die Kur GmbH begonnen, die Feldflur jenseits des Steingrundbachs Stück für Stück zu erwerben, um unmittelbar angrenzend an den Kurpark eine große, attraktive Fläche anbieten zu können. Parallel begann die Überplanung des Areals, doch als schließlich Baurecht herrschte, hatte die Gesundheitsreform der Bundesregierung die Situation auf dem Reha-Sektor grundlegend verändert. Von Zweit-Klinikbauten der in Bad Lausick bereits aktiven Anbieter war keine Rede mehr.

„Gemeinsam mit der Stadt haben wir uns trotzdem über Jahre intensiv um eine Vermarktung bemüht“, so Heibutzki. Recht weit gediehen schien etwa das Projekt, ein Zentrum für alternative chinesische Heilkunst zu etablieren; Interessenten aus dem Reich der Mitte waren mehrfach vor Ort. Letztlich aber zerschlugen sich diese Ansätze wie andere auch. Der Kleinbardauer Landwirtschaftsbetrieb KÖG bewirtschaftet seither in Pacht die Ackerflächen.

Würden jetzt an der Else-Hirsch-Straße – vor Langem schon als Erschließungsstraße für dieses Gebiet und für eine ausgelastete Eigenheimsiedlung am Steingrundweg gebaut – rund 34 Einfamilienhäuser errichtet, wäre das für den Chef der Kur GmbH „ein großer Wurf“. Das kommunale Unternehmen habe deshalb das Verfahren zur B-Plan-Änderung angestoßen: „Wir gehen davon aus, dass wir zügig vorankommen und dass im Frühjahr 2017 Baurecht besteht.“ Die Erschließung des Gebietes, in das eine längere Straße mit Wendeschleife hineinführe, werde parallel zur Vermarktung zügig angepackt, damit bald schon die ersten Häuser bezogen werden könnten. Detaillierte Planungen kommen demnächst in die Ausschüsse und dann auch in den Stadtrat.

Bereits 2008 hatte es einen Vorschlag gegeben, den B-Plan des Kursondergebietes zu modifizieren. Damals waren lediglich zehn Bauplätze entlang des Steingrundweges ins Auge gefasst worden.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr als 22.000 Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren wohnen derzeit im Landkreis. Ein prognostizierter Geburtenknick ist bisher ausgeblieben. Deshalb muss die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung fortgeschrieben werden. Sechs Kommunen müssten ihr Angebot nachbessern, fordert das Jugendamt des Landkreises.

23.09.2016

Frohburgs Stadtbibliothek zählte im vergangenen Jahr mehr als 450 regelmäßige Nutzer. Die Zahl ist in den vergangenen Monaten noch ein bisschen gestiegen. Seit einem Jahr besteht die Möglichkeit der Onleihe, des Bezugs von Hörbüchern. Die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek konnten zuletzt ausgeweitet werden.

23.09.2016

Den Fremdenverkehrsverband Kohrener Land aus der aktuellen (Finanz-)Krise führen soll ein neuer Vorstand. Die Mitglieder treffen sich voraussichtlich am 10. November zu einer entscheidenden Sitzung. Auf ihr soll auch darüber gesprochen werden, ob der Vereinsname griffiger wird.

20.04.2018
Anzeige