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Geithain Eigenheime und Gewerbe: Geithain plant seine Zukunft
Region Geithain Eigenheime und Gewerbe: Geithain plant seine Zukunft
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10:55 07.11.2018
Im Geithainer Wohngebiet am Südhang entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Eigenheime. Jetzt soll die Siedlung erweitert werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Wo können sich Betriebe ansiedeln? Wo gibt es Flächen für Eigenheime? Wohin entwickelt sich Geithain samt seiner Ortsteile? Antworten auf solche Fragen gibt der Flächennutzungsplan. Ein Werk, das so umfangreich wie sein Name sperrig ist.

Geithain, das bereits 2005 einen ersten solchen Plan gemeinsam mit dem inzwischen eingemeindeten Narsdorf erstellte, ist dabei, ihn auf den neuesten Stand zu bringen. Ab Anfang Dezember wird das Dokument im Rathaus ausgelegt. Dann kann jeder Einsicht nehmen und sich äußern.

Bungalowsiedlung Ossa könnte Streitpunkt werden

Zumindest ein Punkt  birgt Konfliktpotenzial: Es geht um die Bungalowsiedlung Ossa. Vor Jahrzehnten als Wochenendsiedlung entstanden, gilt sie längst einigen als Wohnsitz. Baurechtlich aber befindet sich die Stadt Geithain, die das Problem von Narsdorf „erbte“, damit in einer Grauzone. Eine Klarstellungssatzung soll zumindest ein erster Schritt sein, das Problem zu lösen. In seiner Sitzung am 20. November soll der Stadtrat den Entwurf diskutieren. „Ich nehme an, dass das auch zur Einwohnerversammlung in Ossa ein Thema sein wird“, sagt Kerstin Jesierski, die das Bauamt der Stadt leitet. Die Versammlung beginnt 19 Uhr im Gerätehaus der Ossaer Feuerwehr.

Am Wohngebiet am Südhang könnten bis zu 18 zusätzliche Parzellen geschaffen werden. Quelle: Jens Paul Taubert

Vor knapp einem Jahrzehnt hatte Geithain den gemeinsamen Flächennutzungsplan erstmals überarbeitet. „Das ist ein langer Zeitraum. Da hat sich viel Neues ergeben“, sagt Jesierski. Das betreffe nicht nur kommunale Vorhaben, sondern zum Beispiel auch den Bau der Autobahn 72. Deren Trasse muss in die Unterlagen aufgenommen werden.

Noch zu Zeiten der Narsdorfer Eigenständigkeit habe man deshalb mit der Überarbeitung begonnen und sei jetzt zu einem vorläufigen Schluss gekommen. „Verwaltung und Stadtrat haben sich Gedanken gemacht, wie sich unsere Stadt weiterentwickeln kann, wo Wohnungsbau möglich sein soll, wo wir Gewerbe ansiedeln wollen“, so die Bauamtsleiterin. Dabei spiele die A 72 nicht nur als Bauwerk, das sich durch das Gemeindegebiet ziehe, eine Rolle: „Die A 72 bringt auch Impulse für Geithain.“

Nachfrage nach Bauplätzen hoch in Geithain

Die Nachfrage nach Bauplätzen für Eigenheime ist seit Jahren hoch. Dem soll zum Beispiel durch eine Erweiterung des durch private Investoren entwickelten Wohngebietes Südhang Rechnung getragen werden. Bis zu 18 zusätzliche Parzellen könnten geschaffen werden. Da auch in den Ortsteilen das Interesse, Einfamilienhäuser zu bauen, erheblich ist, werden in den Flächennutzungsplan Areale am Rand von Theusdorf und Niedergräfenhain aufgenommen. Zudem wird ein privates Wohnbaugebiet in Wickershain ausgewiesen.

Das Wohngebiet am Südhang soll erweitert werden. Quelle: Jens Paul Taubert

Um Unternehmenserweiterungen und -neuansiedlungen Raum zu geben, erwarb die Stadt in den vergangenen Monaten Flächen zwischen der Straße der Deutschen Einheit und der S-Bahn. Sie finden ihren Niederschlag ebenso wie eine rund 20 Hektar große Vorbehaltsfläche zwischen Niedergräfenhain und der A 72. Jenseits der Anschlussstelle Geithain auf Syhraer Gemarkung, so regte es der Technische Ausschuss an, wird außerdem eine kleinere Fläche, derzeit landwirtschaftlich genutzt, als Gewerbe-Potenzialfläche vorgesehen.

Altes Arbeitsamt nutzt die International Primary School

Zu den kleineren Planänderungen gehört die Umwandlung des Grundstücks, auf der sich am Rand des Neubaugebietes das alte Arbeitsamt befindet, von einer Gewerbe- zu einer Gemeinbedarfsfläche. Schließlich dient das Gebäude seit kurzem der International Primary School als Domizil. Vom 3. Dezember bis zum 8. Januar liegt der Flächennutzungsplan im Rathaus zur Einsichtnahme aus. Parallel dazu bekommen alle Behörden und Institutionen, die in einem solchen Verfahren zu hören sind, die Möglichkeit, sich zu äußern.

Das alte Arbeitsamt in Geithain wird seit Kurzem von der internationalen Grundschule genutzt. Quelle: Jens Paul Taubert

Von besonderer Relevanz sind die Hinweise des Landkreises, der Landesdirektion Sachsen und des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen. „Liegen die Stellungnahmen vor, müssen wir prüfen, wie wir damit umgehen“, beschreibt Kerstin Jesierski den weiteren Fortgang. Falls eine Einarbeitung nicht genügt, sondern umfangreichere Änderungen erforderlich würden, müsse es eine zweite Auslegung geben – ehe der Stadtrat über das Dokument schließlich abstimmt.

Von Ekkehard Schulreich

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