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Geithain Ein Haus mit Erinnerungen
Region Geithain Ein Haus mit Erinnerungen
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15:56 19.05.2015
Siegmund Burdack war Leiter des Jugendclubs in Lauterbach und lange Pächter im Vereinshaus. Quelle: Inge Engelhardt

Er habe viel getan für die Gemeinschaft im Dorf, sagt Peter Georgi, der viele Jahre den Lauterbacher Ortschaftsrat geleitet hat.

Siegmund Burdack habe so lange die Bewirtschaftung gemacht, viel Kraft reingesteckt, Ärger ausgehalten. "Herzlichen Dank für die lange Zeit", sagt Peter Georgi. 1979 gründeten junge Leute in Lauterbach einen Jugendclub, Initiatoren waren Eckhard Zeidler, Thomas Hübner und Siegmund Burdack, der den Club seit dem 8. September 1980 leitete. Er ist im Ort aufgewachsen, hat Metallbau gelernt. Die Clubmitglieder wollten sich etwas Eigenes schaffen. Erst war der Neubau eines Sportlerheims am Sportplatz geplant, dann kam der Vorschlag der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), eine Scheune auszubauen. Das lief von 1982 bis 1984, neben den Arbeiten, die von der Genossenschaft ausgeführt wurden, haben die jungen Leute viel selber gemacht, beispielsweise Deckenplatten geschraubt. Der ehemalige Clubchef hat alte Fotos aus dieser Zeit, die er auch heute noch gern anschaut. Zuerst entstanden ein großer Raum und ein kleiner Ausschank, später noch zwei Zimmer für Praktikanten der Genossenschaft. Selbst der Kindergarten war eine Zeit lang provisorisch in dem Haus untergebracht, nach dem es in sein eigentliches Gebäude heftig hineingeregnet hatte. Zeitweise nutzte die Gemeindeschwester ein Zimmer. Die Lauterbacher Dorfmusikanten hatten ihren Probenraum im Gasthof Hofmann, als der zumachte, zogen sie ebenfalls ins Vereinshaus zum Üben. Der Jugendclub veranstaltete damals in einem Gasthof im Ort regelmäßig Disco, die Einnahmen wurden in den Club gesteckt, beispielsweise für Möbel. Die Eröffnungsfeier war am 30. April 1984 und Burdack hat noch den handschriftlichen Zettel mit seiner kleinen Rede. Der eigene Raum für die Clubarbeit sei eine gute Möglichkeit, das kulturelle Leben in der Gemeinde zu erhöhen und vor allem die sinnvolle Freizeitgestaltung der Jugendlichen ein wenig zu lenken, zum Beispiel durch interessante Urania-Vorträge, Musikabende und geselliges Beisammensein, hatte er erklärt und versprochen: "Dabei werden natürlich auch die älteren Bürger mit berücksichtigt." Eine Urkunde von September 1989 holt er heraus, da hatte die Lauterbacher Jugendclub-Staffel beim Jugendclubsportfest in Grimma den ersten Platz belegt. Kinderfeste stellte der Club auf die Beine und sonntägliche Familiennachmittage.

Ab 1988 sei das Gebäude Vereinshaus der im Jahr zuvor gegründeten Sportgemeinschaft (SG) Lauterbach gewesen, Burdack wurde nun Pächter und kümmerte sich um den Ausschank. Bis 1993 hat er das neben seinem Job gemacht, nachdem er dort die Kündigung bekommen hatte, dann hauptberuflich. Seine Bewirtung sei sehr gut angenommen worden, hebt Georgi hervor - ob bei Familienfeiern, den monatlichen Zusammenkünften der Feuerwehr, zu Rentnerweihnachtsfeiern oder Treffen der Jagdgenossenschaft.

Während seiner Zeit als Pächter habe er auch Einiges geschaffen, beispielsweise die Bestuhlung und das gesamte Inventar erneuert. Seit 2001 betreibt Burdack eine private Gaststätte im Ort, als Pächter des Vereinshauses hatte er per 30. Juni dieses Jahres gekündigt. "Das hat sich nicht mehr gerechnet", erklärt er. Denn es sei immer weniger genutzt worden, doch die laufenden Kosten für Pacht und Betrieb seien weiter gelaufen. Ein Problem ist auch der große Sanierungsbedarf, Elektrik, Heizung, Dach müssten beispielsweise neu gemacht werden, sagt Georgi und schätzt: "Da dürften über 70 000 Euro nötig sein." Geht es nach den Lauterbachern, soll die Stadt Bad Lausick die Sanierung finanziell tragen. Ansonsten kümmert sich jetzt die Sportgemeinschaft um das Haus, wo die Lauterbacher Dorfmusikanten bis heute proben, die Aerobic-Frauen trainieren und sich Feuerwehr und Sportler zu Versammlungen treffen (die LVZ berichtete).

Für viele im Dorf hängen an dem Vereinshaus zahlreiche schöne Erinnerungen. "Wenn Veranstaltungen gut gelaufen sind, das war am schönsten. Da denkt man gern dran zurück", erzählt Burdack. "Wenn einer das Haus so lange betreibt, hat er sich verdient gemacht um das Dorfleben. Wir haben unseren Spaß gehabt, die Veranstaltungen haben viel Freunde bereitet", hebt Peter Georgi hervor und betont, im Namen der Lauterbacher zu sprechen. Früher fanden die Sitzungen des Gemeinderates im Vereinshaus statt und Burdack war von Anfang an dabei, denn bereits 1978 war er Gemeinderat geworden, arbeitet auch heute noch im Ortschaftsrat mit - ist damit am längsten dabei. "Ich möchte was für die Lauterbacher voranbringen, aber das wird immer schwieriger", sagt der langjährige ehrenamtliche Kommunalpolitiker. Sein größter Wunsch ist, dass das Dorfgemeinschaftshaus erhalten bleibt und nicht kaputt geht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.09.2013

Engelhardt, Inge

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