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Ein Jahrhundert Landwirtschaft

Ein Jahrhundert Landwirtschaft

100 Jahre Landwirtschaftsbetrieb Wiesehügel, dieses Jubiläum wird heute gefeiert - übrigens nicht zufällig am selben Tag, an dem Firmeninhaber Ulrich Wieshügel ein halbes Jahrhundert an Lebensjahren vollendet.

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Der Landwirtschaftsbetrieb Wiesehügel feiert heute sein 100-jähriges Bestehen, hier (v.l.) Tony, Ramona, Ulrich und Michaela Wiesehügel.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Elbisbach bewirtschaftet rund 500 Hektar Ackerfläche, hauptsächlich mit Energiepflanzen, aber auch mit Rüben, Raps und Weizen. Mastenten und Rinder werden gehalten. Der Unternehmensinhaber hat sechs Angestellte. "Weil die Familie immer an einem Strang gezogen und zusammengehalten hat, konnten alle Krisen gemeistert werden", sagt der Jubilar.

 

 

Sein Großvater Moritz Curt Wiesehügel hatte am 16. Juni 1914 das Gut in Greifenhain erworben und den Betrieb dort begründet. Er war Bauernsohn, konnte aber als eines von mehreren Geschwistern den elterlichen Hof nicht übernehmen. Aus dem ersten Weltkrieg kehrte er gesund heim, 1921 wurde sein Sohn geboren. Der war erst Anfang 20 und im zweiten Weltkrieg, als Curt Wiesehügel 1943 starb. Der junge Mann übernahm den Hof. Aus dem Krieg heimkehren konnte er, weil seine rechte Hand aufgrund einer Verwundung gelähmt war. 1992 übernahm sein Sohn Ulrich Wiesehügel den Landwirtschaftsbetrieb, führte ihn zunächst noch gemeinsam mit dem Vater, der 1997 starb.

"Der Tierbestand war immer in privater Regie", erzählt der Landwirt. Nur den Acker habe man zu DDR-Zeiten auf Grund entsprechenden Druckes in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegeben. Ulrich Wiesehügel hat einst in der Frohburger LPG gelernt und dort auch gearbeitet, bis er gleich nach der Wende die Kündigung erhielt. Die Familie entschloss sich, den Landwirtschaftsbetrieb wieder komplett in eigener Regie zu führen, nahm den Acker zurück. 1996 kaufte Wiesehügel - immer auf der Suche nach Ackerland - von der Treuhand die ehemalige Außenstelle des Volkseigenen Gutes (VEG) in Elbisbach. Das Areal wurde zum Hauptsitz des Unternehmens, Greifenhain lief weiter. Bis 2006 wurde in Elbisbach die Hähnchenmast weitergeführt und ausgebaut. Später waren es Enten.

Ein privates Unternehmen errichtete eine Biogasanlage auf dem Gelände. Als die Firma in Insolvenz ging, haben Wiesehügels die Anlage 2010 erworben. Sie versorgt Ställe und Gebäude mit Wärme, vor allem aber werden 625 Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist.

 

 

Im Jahre 2000 hat das Unternehmen in Kohren-Sahlis die Jungrinderaufzucht des ehemaligen VEG erworben. Stetiges Ziel sei, die Ackerfläche zu erweitern, sagt der 50-Jährige. Sorgen macht ihm, dass Boden- und Pachtpreise steigen, der Run auf Ackerland immer stärker wird. Die Konkurrenz großer Landwirtschaftsbetriebe werde immer härter, auch mit ausländischem Kapital.

 

 

Mit dem aktuellen Landwirtschafsjahr ist Wiesehügel bislang recht zufrieden. "Es steht alles ganz gut, es könnte ein gutes Erntejahr werden." Die Preise für landwirtschaftliche Produkte seien derzeit auch noch gut.

 

 

Das Jubiläum sei Anlass zurückzublicken, aber auch zu schauen, wie es weitergehen soll. Der erwachsene Sohn arbeitet schon im Unternehmen. "Wir haben einiges erreicht, uns ist es gelungen, immer am Markt mitzuhalten. Wir haben uns immer auf neue Herausforderungen eingestellt - als Familie beziehungsweise als Unternehmen." Gefeiert wird heute unter anderem mit den Verpächtern, mit Geschäftspartnern und Freunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.06.2014
Inge Engelhardt

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