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Geithain Ein Jugendtraum wird wahr: Sven Steinbach steuert einen Melkus übers Frohburger Dreieck
Region Geithain Ein Jugendtraum wird wahr: Sven Steinbach steuert einen Melkus übers Frohburger Dreieck
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06:00 27.09.2017
Mit originaler Orwo-Film-Werbung an seinem Melkus MT 77 geht Sven Steinbach auf dem Frohburger Dreieck an den Start. Quelle: Lehmann Fl.
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Frohburg

Einen Melkus zu fahren, ist für Sven Steinbach ein Traum seit Kindertagen. Und zwar nicht den Flügeltürer, sondern einen MT 77, den im Osten legendären Rennwagen aus den Siebzigern. An die drei Jahrzehnte brauchte der Frohburger, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Beim Classic Grand Prix, der am Wochenende nach dem 55. Frohburger Dreieckrennen ausgetragen wird, ist er mit seinem Melkus MT 77 dabei, ein Geschoss mit ORWO-Film-Reklame. Steinbach, der mit Andreas Böse als Team B&S Motorsport noch vor Jahresfrist im Sidecar über den Dreieckkurs heizte, meldet sich damit pünktlich zum nächsten Frohburger Höhepunkt zurück. Ihm zur Seite stehen Techniker Andreas Böse und das bewährte Mechaniker-Team um Michael Weigelt und Denis Hoffmann.

„In Frohburg geboren und aufgewachsen, habe ich schon als Kleiner Junge die Rennen verfolgt. Da gingen auch Melkus’ auf die Strecke“, sagt der 40-Jährige, der gemeinsam mit Böse ein Autohaus samt Werkstatt betreibt. Dass er später mit seinem Geschäftspartner selbst in das Renngeschehen eingriff, seit 2013 im Gespann auf dem Dreieck und europaweit erfolgreich war, war angesichts dessen nur konsequent. Ebenso wie der Wechsel der Technik und der sportlichen Kategorie: „Es wurde einfach zu zeitaufwendig.“ Jetzt habe man sich auf etwas Historisches besonnen, auf eine Legende.

Einen Melkus MT 77 aufzutreiben, erwies sich als nicht leichtes Unterfangen. Dabei waren die von Ulli Melkus und Hartmut Thaßler konstruierten Wagen, die 1977 erstmals auf den Rennstrecken der DDR zu sehen waren (daher das Kürzel MT 77), über Jahre sehr präsent: in Schleiz, auf dem Sachsenring, in Tschechien und natürlich in Frohburg. Ein Jahrzehnt galten sie gar als das Maß der Dinge im Rennsport des sozialistischen Lagers. Die ungetunte Version des 140-PS-Motors stammt vom Lada 1300, das Getriebe vom Wartburg 311.

Von einem Motorsportler aus der Nähe von Schleiz, der den Wagen nach der Wende fuhr, konnte Steinbach einen Melkus MT 77 erwerben: „Rennfertig und im Original-Zustand.“ Am vergangenen Wochenende unterzog das Team den Wagen auf dem Altenburger Flugplatz-Gelände einem Test. „Beim Grand Prix geht es ja nicht um Tempo, sondern um Gleichmäßigkeit“, sagt Sven Steinbach. Er weiß, wovon er spricht, war er doch vor fünf Jahren – als der MSC das 50. Rennjubiläum durch einen Classic Grand Prix bereicherte – mit einem Lada-Tourenwagen auf der Piste. In der Oberlausitz startete er am 9. und 10. September, um fit zu sein für das Frohburger Groß-Ereignis am 30. September und 1. Oktober: „Wenn man das Renn-Feeling erlebt hat, dann kribbelt es. Dann will man unbedingt wieder dabei sein.“

Von Ekkehard Schulreich

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