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Ein halber Meter fehlt noch: Quellen speisen das Frohburger Naturbad nur langsam

Freizeiteinrichtung Ein halber Meter fehlt noch: Quellen speisen das Frohburger Naturbad nur langsam

Die Ufermauern sind saniert, doch es fehlt noch Wasser im Frohburger Naturbad: Wegen der Bauarbeiten hatte der Spiegel erheblich gesenkt werden müssen. Doch die natürlichen Quellen sorgen nur für einen allmählichen Zufluss. In Größenordnungen Trinkwasser zuzusetzen oder Wasser aus der Wyhra, erscheint indes nicht praktikabel.

Da fehlt noch einiges: Matthias Stengel, Fachangestelter für Badebetriebe, zeigt den originalen Wasserstand des Naturbades an, der sich nur sehr langsam wieder einstellt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Mehr als 6300 Besucher kamen seit der Saisoneröffnung in das Frohburger Stadtbad. „Die Saison ist gut angelaufen. In der dritten Ferienwoche kam der Zustrom allerdings wetterbedingt ein bisschen ins Stocken“, sagt Schwimmmeister Hermann Heinze. Jetzt, da in der zweiten Julihälfte das Quecksilber erneut Hochsommer signalisiert, nimmt indes sofort wieder die Zahl der Abkühlung und Erholung Suchenden zu. Dass der Wasserstand im Naturbad deutlich niedriger ist als üblich, halte kaum einen ab, sagt Heinze: „Wer zu uns kommt, hat damit kein Problem.“ Wenngleich der niedrige Pegel schon Einschränkungen mit sich bringe: Der Drei-Meter-Turm ist gesperrt und wird es wohl bis zum Spätsommer bleiben. „Wir sind aber optimistisch, dass der Spiegel noch so weit steigt, dass wir bald das Ein-Meter-Brett wieder freigeben können.“

Das aktuelle Wassermanko im 1936 in einem ehemaligen Steinbruch eröffneten Naturbad geht zurück auf die im vergangenen Herbst und Winter durchgeführten Baumaßnahmen. Um die Ufermauern einrüsten und sanieren zu können, wurden erhebliche Mengen Wasser abgepumpt. Der Spiegel sank um rund zwei Meter. Die Bauarbeiten endeten zwar vorfristig bereits im Dezember, doch reichte der Wasseranstieg seither nicht, um das Naturbecken wieder in Gänze aufzufüllen. Rund ein halber Meter fehlt noch am üblichen Pegel. „Die natürlichen Quellen, die unser Bad speisen, reichten dafür nicht aus, zumal es in dieser Zeit auch nur geringe Niederschläge gab“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Andererseits habe die Kommune keine Möglichkeiten, Wasser zuzuführen. Wasser aus der Wyhra zu entnehmen, wie es vor Jahrzehnten üblich gewesen sei, verbiete sich heute aufgrund der hohen hygienischen Anforderungen. Zudem würde das Flusswasser das Wachstum von Blaualgen begünstigen, und das könne man keinesfalls gebrauchen. Statt dessen Trinkwasser aus dem Netz zuzuführen, sei andererseits unbezahlbar, denn man müsste mit Kosten von 20 000 Euro rechnen. So bleibe nicht anderes als auf die Kraft der natürlichen Quellen zu setzen.

Eintrittspreise in der Diskussion

Apropos Geld: „Frohburg muss sich endlich intensiv mit der Zukunft seines Freibades befassen“, sagt Hiensch und meint damit nicht allein Stadtverwaltung und Parlament, sondern vor allem die Bürgerschaft und die lokale und regionale Wirtschaft. „Die Frage steht: Wie kann die Wirtschaftlichkeit unseres Bades verbessert werden? Über die Eintrittsgelder wird man die Problematik des hohen kommunalen Zuschusses nicht lösen können.“ Der Bürgermeister erneuert seinen Appell vom Frühjahr, als im Stadtrat über eine Anpassung der Eintrittspreise diskutiert wurde. Vielerorts in der Region kümmerten sich inzwischen Unternehmen oder Vereine um den Betrieb der Freibäder und entlasteten so die Kommunen. Die kleine Partnergemeinde Uetze verfüge über zwei Freibäder. „Für jedes hat sich eine Genossenschaft gegründet, die es betreibt“, so Hiensch. Es sei höchste Zeit, dass sich die Frohburger Bürger Gedanken machten. Das Naturbad sei sehr attraktiv, doch man müsse es weiterentwickeln.

Unterstützen könnte diesen Prozess etwa die Gründung eines Freibad-Fördervereins. „Für Anregungen und Vorschläge hat unser Bad-Team immer ein offenes Ohr“, sagt Hermann Heinze. Er und seine Mitstreiter wünschten sich nicht nur ein gut besuchtes Bad an diesen Sommertagen, sondern ebenso, dass eine Diskussion über die Zukunft der beliebten Freizeiteinrichtung in Gang kommt: „Damit unser Naturfreibad nicht eines Tages baden geht!“

Zwei große Veranstaltungen stehen im Frohburger Stadtbad in den nächsten Wochen an: Die Seniorensportspiele des Landkreises Leipzig führen hier am 7. August mehrere Hundert Aktive zusammen. Am 16. September startet hier die nächste LVZ-Wanderung und klingt danach mit einem Wanderfest im Bad aus.

Kontakt: freibad-frohburg@gmx.de, Telefon 034348/51674

Von Ekkehard Schulreich

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