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Geithain Eine Lerche zwitschert in der Nikolaikirche
Region Geithain Eine Lerche zwitschert in der Nikolaikirche
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14:22 19.05.2015
Knapp 40 Zuhörer sind am Sonnabend beim Orgelkonzert in der Geithainer Nikolaikirche dabei gewesen. Das liegt im Schnitt dieser Veranstaltungsreihe. Quelle: Thomas Kube

"Die Konzerte waren immer sehr schön", erzählte Lisa Lange. "Wir mögen Musik", bestätigte ihr Mann. Zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe spielte Ernst Merkel. Seit Jahren sitzt der Kantor aus Wechselburg zu einem der Sommer-Termine an der Orgel. "Dieses Instrument zu spielen macht Spaß", erklärte der 62-Jährige. Die Mechanik sei ganz neu, gleichzeitig seien es die alten Pfeifen. Angenehm findet der Kantor zudem, jeweils alte Bekannte zu treffen.

Mit 30 bis 40 Zuhörern pro Konzert habe der Orgelsommer konstant gute Besucherzahlen - im Gegensatz zu anderen Orgelkonzerten, erklärte der Geithainer Kantor Janko Bellmann, der die 36 Gäste begrüßte. Noch mehr Leute könnten kommen, findet Martha Arnold. Die Geithainerin versucht, bei allen Orgelsommer-Konzerten dabei zu sein. "Die ganze Atmosphäre gefällt mir, und ich höre gern Orgelmusik", erzählte sie. Auf seinem Spaziergang war Martin Zimmermann kurz entschlossen in die Kirche gekommen, auch der Geithainer hört gern Musik. Erstmals bei einem Konzert des Orgelsommers dabei war Bärbel Krauß aus Leipzig, ihre Tochter aus Geithain hatte ihr den Besuch vorgeschlagen. Mit der Nikolaikirche ist Bärbel Krauß als geborene Geithainerin eng verbunden, hier ist sie getauft und konfirmiert worden. Nun freute sie sich, das Konzert erleben zu können.

Werke von Purcell, Händel und Rudnick spielte Ernst Merkel. Zuletzt erklang "Ein musikalischer Scherz" von Gottfried Fischer. Kantor Bellmann machte die Zuhörer zuvor noch auf eine Besonderheit aufmerksam: Als die Orgel einst gebaut wurde, habe ein Lehrling wahrscheinlich ein Ventil zu viel eingebaut. Man habe sich damals entschlossen, es zum Spaß zur Installation eines kleinen Vogelgezwitschers zu nutzen. Das würde nun in der dritten Strophe, wenn es heißt "Die Lerche schwingt sich in die Luft" erklingen. Ganz besonders aufmerksam lauschten die Zuhörer, und unüberhörbar zwitscherte es dann auch wirklich mehrfach.

Nach 40 Minten Orgelspiel applaudierten die Besucher, spendeten am Ausgang zugunsten der kirchenmusikalischen Arbeit in Geithain. Eintritt wird nicht erhoben. Wer wollte, konnte sich von Janko Bellmann noch Besonderheiten der Kirche erklären lassen oder zur Orgel empor steigen und sie aus der Nähe betrachten. Außerdem besteht nach jedem Konzert die Möglichkeit, an einer Führung durch die Unterirdischen Gänge im Kirchberg teilzunehmen. Acht Interessenten schlossen sich Ralf Niemann dieses Mal an, unter ihnen war auch Familie Grundt aus Kitzscher. Sie hatte in der LVZ immer schon mal von den Gängen gelesen, diese aber bislang noch nicht besucht. "Das Konzert hat uns gefallen, jetzt sind wir neugierig auf die Führung", erklärte Mario Grundt.

Geithains Kantor wünscht sich für die folgenden Konzerte der Veranstaltungsreihe "viele interessierte Besucher". Jeweils 16 Uhr geht es los. Mit dem Geithainer Stefan Thane sitzt am kommenden Sonnabend ein alter Bekannter an der Orgel. Erstmals wirkt Johannes Gerdes aus Leipzig mit - und zwar am 16. August. Das Abschlusskonzert eine Woche später gestaltet Bellmann selber.

Pause hat die Orgel am 9. August, wenn ein geistliches Konzert mit Musik des 10. bis 18. Jahrhunderts erklingt. Gestaltet wird es von Teilnehmern der Sing- und Instrumentalwoche für Alte Musik, die vom 3. bis 10. August im Kloster Wechselburg stattfindet. Man habe noch eine Auftrittsmöglichkeit gesucht und er habe gedacht, das würde in den Orgelsommer "ganz gut reinpassen", erzählte Janko Bellmann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2014
Inge Engelhardt

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