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Geithain Eingliederung nach Frohburg: Kohrener zahlen künftig weniger Steuern
Region Geithain Eingliederung nach Frohburg: Kohrener zahlen künftig weniger Steuern
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18:52 28.02.2018
Ein Willkommens-Bürgerfest findet aus Anlass der Eingliederung am 28. April in Streitwald statt. Roland Pfaff entwarf und brannte aus Ton eine Lokomotive und Waggons, bildet doch die Kohrener Bimmelbahn mit dem Slogan „kommt zusammen“ das Fest-Logo. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis/Frohburg

Die Stadt Kohren-Sahlis hört am 1. Januar 2018 auf zu existieren. Ihre Bürger werden zu diesem Zeitpunkt Frohburger. So haben es die Parlamente beider Kommunen beschlossen. Die Vereinbarung über die Eingliederung der kleineren Stadt in die größere gibt den Rahmen vor. Dabei wird deutlich: Wer von den Neu-Frohburgern nur Nachteiliges befürchtet, irrt. Die Kohren-Sahliser profitieren von der Eingemeindung sogar, auf jeden Fall steuerlich.

Wer ein Haus sein Eigen nennt, den betrifft die Grundsteuer B. In Kohren-Sahlis liegt sie aktuell bei 540 Prozent des Steuermessbetrages, in Frohburg nur bei 420 Prozent. Wer Felder hat und die Grundsteuer A zahlen muss, fährt unter Frohburger Verhältnissen ebenfalls besser; Kohren fordert 400, Frohburg 340 Prozent. Der Eingliederungsvertrag legt fest, dass die günstigeren Frohburger Sätze künftig für das gemeinsame Stadtgebiet gelten. Die Gewerbesteuer bleibt auf dem Niveau von 405 Prozent; sie ist in beiden Kommunen gleich.

Was die dann gemeinsamen Finanzen betrifft: Für 2018 fordert das Kommunalamt einen gemeinsamen Haushalt. Das übrige Ortsrecht bleibt in Kraft; bis spätestens Ende 2022 müssen die Satzungen vereinheitlicht sein – von A wie Archiv über H wie Hundesteuer bis W wie Wahlentschädigungssatzung.

Der Frohburger Stadtrat erfährt einen erheblichen personellen Zuwachs. Sechs Kohrener Stadträte und der Kohrener Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) rücken in das Gremium nach. Das zählt bis zur regulären Neuwahl im Sommer 2019 dann 25 Köpfe. Für die neuen Ortsteile wird – analog zu Eulatal – ein Ortschaftsrat Kohren-Sahlis gebildet. Er besteht zuerst aus 14, nach der Neuwahl aus acht Mitgliedern.

Egal ob Grundschule, Kindertagesstätte „Turmspatzen“, Haus der Begegnung, die Museen, die Feuerwehren Kohren-Sahlis und Jahnshain, die Sportplätze Kohren-Sahlis und Gnandstein, die Bestattungshallen – all das und einiges mehr soll erhalten bleiben, „solange dies möglich und wirtschaftlich vertretbar ist“. Diese Liste ist ebenso Teil des Vertrages wie eine Aufstellung der Investitionen, etwa dieser: Ausbau der Schulstraße, Erneuerung des Straßenlichts in Gnandstein, Sanierung des Kohrener Gerätehauses, Instandsetzung des Jahnshainer Depots, Sanierung des Schulschwimmbeckens, energetische Erneuerung des Hauses der Begegnung, Kauf eines Ersatzfahrzeugs für die Feuerwehr.

„Die Eingliederung erfolgt beiderseits mit dem einvernehmlichen Ziel, die Lebensqualität der Bürger unter Beibehaltung der örtlichen Besonderheiten aller Ortsteile zu erhalten, anzugleichen ... und zu verbessern.“ So steht es in der Präambel des Vertrags. Für den Fall, dass die beiden kommunalen Partner in einer Frage über Kreuz sind, benennt der Vertrag vier Streitschlichter: für Frohburg Wolfgang Hiensch (BuW) und Dirk Schulze; für Kohren-Sahlis Siegmund Mohaupt und Karl-Heinz Rößler.

Um das Willkommens-Bürgerfest, das aus Anlass der Eingliederung am 28. April in Streitwald stattfindet, finanzieren zu können, kreierten die Kohren-Sahliser Töpferei Müller und das Töpferhaus Arnold Keramik. Der Erlös aus diesem Verkauf fließt in die Fest-Kasse. Die Gefäße gab es erstmals auf dem Kohrener Weihnachtsmarkt, sie sind in den beiden Töpfereien zu haben. Roland Pfaff entwarf und brannte aus Ton eine Lokomotive und Waggons, bildet doch die Kohrener Bimmelbahn mit dem Slogan „kommt zusammen“ das Fest-Logo. Lok und Wagen, Räucherhaus und Windlicht, können individuell beschriftet werden und sind im Frohburger Rathaus und bei der Pamaf in Streitwald zu haben.

Von Ekkehard Schulreich

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