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Geithain Eiserne Hochzeit in Frankenhain
Region Geithain Eiserne Hochzeit in Frankenhain
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16:20 27.12.2009
Frankenhain

Am Freitag konnten beide im Kreise ihrer Familie dieses seltene Ehejubiläum begehen. Beide stehen an der Schwelle zum 87. Lebensjahr. Und ihre Gedanken schwirren mehr um die Kinder, Enkel und Urenkel, als um das eigenen Wohlergehen. „Wir sind so dankbar, dass sich die Kinder und ihre Familienangehörigen so gut verstehen“, ist Charlotte Saupe besonders wichtig. „Und wir hoffen nur, dass dies weiter so bleibt, sie sich immer vertragen.“ Das sieht ihr Gatte nicht anders. „Wir haben ja unser Leben gelebt, ein durchaus aufregendes, mit Höhen und Tiefen. Aber was soll man darum groß Ruß machen“, begründet der Jubilar das. Geboren noch in der Kaiserzeit, musste er als junger Mensch in der Hitlerzeit in den Krieg, verlor als 19-Jähriger den rechten Arm. So war für ihn nicht mehr daran zu denken, später im zuvor erlernten Beruf als Bäcker/Konditor arbeiten zu können. „Das bestimmte mein ganzes weiteres Leben. Krieg ist wirklich schlimm und sinnlos“, sinniert er. Als seine heutige Frau in Begleitung einer Nichte von Erich Saupe den damals jungen Mann 1943 in Altenburg im Lazarett sah, funkte es bei ihr. Mit der Konsequenz: Am 25. Dezember 1944 wurde der Bund der Ehe geschlossen – wahrlich einer fürs Leben, wie heute klar ist. „Es war eine komische Situation am Hochzeitstag. An den Straßenrändern lagen hüben und drüben hohe Schneeberge, als wir zur Trauung fuhren. Und Bomber schwirrten am Himmel“, weiß der Senior bis heute. Er holte später die mittlere Reife nach, qualifizierte sich zum Industriekaufmann und Ingenieur, war 43 Jahre im Bergbau. Viele Jahre im thüringischen Rositz lebend, verschlug es Saupes vor nunmehr zwölf Jahren nach Frankenhain. „Aber es wohnt sich sehr gut hier. Und die Hausgemeinschaft ist noch intakt“, bereuen sie den Umzug ins Sächsische nicht. Leider schränken „die alten kaputten Knochen“ ihr Betätigungsfeld ziemlich ein, hat vor allem der Jubilar mit beträchtlichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Wenigstens das Autofahren geht noch“, macht ihn froh. Immerhin hat er seit 1940 die Fahrerlaubnis, durfte sie als 17-Jähriger mit väterlichem Segen ablegen. In einem für seine Behinderung umgebauten Audi bleibt er bis heute mobil, obwohl das Laufen schwer fällt.

Thomas Lang

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