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Geithain Eiserne Hochzeit in Prießnitz – Elfriede und Heinz Nowak sind 65 Jahre verheiratet
Region Geithain Eiserne Hochzeit in Prießnitz – Elfriede und Heinz Nowak sind 65 Jahre verheiratet
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09:35 26.05.2016
Feiern am 26. Mai ihr Ehejubiläum: Elfriede und Heinz Nowak. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Prießnitz

Der 86-jährige Heinz Nowak sitzt am Küchentisch und blinzelt seine Frau gegenüber schelmisch an, als er sagt: „Na, Eiserne Hochzeit, das schaffen wohl heute nur noch wenige, was?“ Die beiden haben es geschafft: Am 26. Mai vor 65 Jahren heirateten sie in Prießnitz bei Frohburg und gingen ein Leben lang durch dick und dünn. Das Geheimnis einer solch langen Ehe? Die Seniorin zuckt mit den Schultern und meint: „Ach, ich weiß nicht. Es liegt wohl an einem selbst, man muss alles vernünftig und in Ruhe regeln.“

Das Paar aus Prießnitz steht für eine Generation, die Freizeit, Hobbys und Muse kaum kannte. Viel Arbeit prägte ihr Leben. Beide flüchteten aus Schlesien und landeten mit ihren Familien in dem kleinen sächsischen Dorf. Elfriede Nowak musste sich als junge Frau sogar allein durchschlagen, weil sie noch Ende 1944 zum Arbeitsdienst verpflichtet wurde.

Als ganze Truppe zum Tanz

Die Friedenszeit begann ärmlich. Von montags bis sonnabends arbeitete man, nur der Sonntag war frei. Die Jugend ging gern tanzen in die Gasthöfe der umliegenden Dörfer. „Wir waren immer eine ganze Truppe, sind zum Tanz gelaufen und abends wieder zusammen zurück“, erzählt die 88-Jährige, „Das war schön!“

Am 26. Mai 1951 heirateten sie auf dem Standesamt in ihrem Dorf und in der Kirche. „Groß gefeiert haben wir nicht, unsere beiden Familien waren arm“, erzählt der Mann. Er kann sich nicht mehr erinnern, was auf dem Tisch stand, ein üppiger Festschmaus aber war es nicht.

Das junge Paar bezog ein Zimmer bei Bauer Weber, wo auch schon die Mutter der Braut wohnte. Später bekamen sie durch die Anstellung von Heinz Nowak bei den Wasserwerken eine Betriebswohnung. In den 1960er Jahren konnte die Familie ein heruntergekommenes Haus kaufen, das der handwerklich geschickte Mann über Jahre aufwendig sanierte. Zwei Töchter und ein Sohn wuchsen hier auf. Die Großmutter lebte bis zu ihrem Tod mit im Haus. Neben einem großen Garten hatten Nowaks lange Zeit auch Hühner, Enten und Schweine. Es gab immer viel zu tun. All das Obst wollte eingeweckt, Gurken und Sauerkraut eingelegt werden.

Die Kinder wohnen in der Nähe

Bis heute leben die Senioren in ihrem Haus – brauchen aber Hilfe vom Pflegedienst und ihren Kindern. Töchter und Sohn kommen zum Einkaufen, Wiesemähen, Heckeschneiden... „Wir haben das Glück, dass unsere Kinder alle in der Nähe wohnen, da sehen wir uns oft. Das ist wirklich schön“, meint Elfriede Nowak und lächelt. Fünf Enkel und acht Urenkel gehören inzwischen zur großen Familie.

Ja, das Alter sei zuweilen schwer zu ertragen, vieles ist mühsam geworden. Doch es gibt auch immer wieder gute Tage. Das große Jubiläum wollten die beiden eigentlich klein halten. „Ich hab’ gesagt, wir machen gar nischt, aber unsere Kinder meinten, sie kümmern sich um alles. Dabei haben sie doch selbst immer so viel zu tun“, sagt die Prießnitzerin. „Wir können ja so dankbar sein mit unseren Kindern!“

Von Claudia Carell

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