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Eltern müssen für Betreuung mehr berappen

Eltern müssen für Betreuung mehr berappen

Eltern müssen künftig für die Betreuung und Förderung ihrer Kinder in der Kindertageseinrichtung der Töpferstadt sowie in der Tagespflege mehr berappen. Dennoch versuchten Stadtverwaltung und -rat, dabei einen goldenen Mittelweg zu finden.

Kohren-Sahlis. Sie entschieden sich für eine Variante, die den wesentlich höheren Betriebskosten Rechnung trägt, aber die höchstmöglichen Elternbeitragssätze dabei nicht ausreizt.

Das Bemühen, in Kohren-Sahlis dafür zu sorgen, dass jedes Kind, dessen Eltern das wünschen, einen Platz in Krippe, Kindergarten oder Hort erhält, wird nun für die Stadt zur Krux. "Wir hatten im April 2008 insgesamt 144 Plätze in Kindereinrichtungen belegt, jetzt 199, haben die Belegung der Krippenplätze beispielsweise von 30 auf 48 erhöht", legte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (51, CDU) dar. Doch das hat eine unangenehme Kehrseite: Die Betriebskosten wuchsen im gleichen Zeitraum von 539077 auf reichlich 853463 Euro. Die müssen durch die Kommune einschließlich des Landeszuschusses, der Elternbeiträge und einen Eigenanteil des Trägers - in diesem Fall der Johanniter-Unfallhilfe - aufgebracht werden. Der Zuschuss des Landes von 1875 Euro je Kind bei einer Betreuungszeit von neun Stunden blieb in all den Jahren gleich. Er beachtet lediglich die steigende Kinderzahl, nicht jedoch die inzwischen höheren Personalkosten und die laufenden Kosten. Das stößt vor Ort auf gewaltige Kritik (die LVZ berichtete). Doch bisher änderte sich daran nichts. Ergo muss entsprechend der Betriebskosten des vorigen Jahres der Beitrag steigen. Entsprechend dem sächsischen Kindertagesstättengesetz sollen die ungekürzten Elternbeiträge bei Krippen mindestens 20 und dürfen höchstens 23 Prozent, bei Kindergärten und Horten mindestens 20 und höchstens 30 Prozent der zuletzt bekannt gemachten Betriebskosten betragen. "Wir könnten zwar das Geld entsprechend der gesetzlichen Höchstgrenze sehr gut im Stadtsäckl gebrauchen. Doch wir wollen ja eine familienfreundliche Stadt sein. Deshalb haben wir das mögliche Limit nach oben nicht ausgeschöpft und uns für einen Mittelweg, also die Beibehaltung der in Elternbeitragssatzung festgelegten Beitragssätze von 22 Prozent für die Kippe, 29 Prozent für den Kindergarten und 28 Prozent für den Hort entschieden", erläuterte Mohaupt am Dienstagabend. Die Beiträge werden an die Betriebskosten angepasst. Dies bedeutet beispielsweise, dass Eltern für eine neunstündige Betreuung im Krippenbereich künftig 159,12 statt bisher 144,49 Euro im Monat zu zahlen haben, für einen ebenso langen Aufenthalt ihrer Sprösslinge im Kindergarten 96,80 Euro statt der vorherigen 87,90 Euro oder für die sechsstündige Hortbetreuung 54,68 Euro statt bisher 49,65 Euro.

"Wir haben es bisher immer vermieden, die Beiträge zu erhöhen, obwohl sich die Bedingungen in den Einrichtungen kontinuierlich verbesserten. Ich halte das deshalb für eine ausgewogene Variante", unterstützte CDU-Fraktionsvorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch den Entscheid. Stadtrat Gerhard Häßler (FDP) sah das ähnlich: "Angesichts des Haushaltslochs müssten wir eigentlich den Höchstsatz nehmen, aber so sehen die Betreffenden wenigstens, dass wir uns die Entscheidung nicht leicht machten." Auch wenn sie keine Alternative zu diesem Vorgehen sieht, hat Stadträtin Gundula Müller (FDP) "ziemliches Bauchkneipen, denn es sind doch ganz schöne Belastungen für junge Familien". Sie unterstrich, dass man in Land und Bund angesichts dieser Entwicklungen schnell umsteuern müsse und die Kommunen nicht allein lassen dürfe.

Bei einer Gegenstimme von Andreas Boer (Die Linke) wurde der Beschluss angenommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

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