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Endloser Brückenbau nervt Gnandsteiner

Endloser Brückenbau nervt Gnandsteiner

Der sich arg verzögernde Ersatzbau der Gnandsteiner Wyhrabrücke wird immer mehr zum Politikum. Viele betroffene Bürger können nicht verstehen, dass so wenig unternommen wurde, um (wie zuvor avisiert) Ende August die Bauarbeiten zu beenden.

Gnandstein. Nun ist sogar das kommende Frühjahr im Gespräch. Bei Unternehmen in diesem Bereich geht inzwischen die Existenzangst um. Denn die Einbußen sind enorm. Bei vielen andere Bürgern, die mit den Behinderungen leben müssen, wächst der Unmut.

Die Informationen, die auf LVZ-Nachfrage aus dem Landratsamt kommen, sind alles andere als ermutigend. „Einen Fertigstellungstermin im späten Frühjahr 2011 sehen wir als realistisch an“, so Behördensprecherin Brigitte Laux. „Der Bauablaufplan des ausführenden Unternehmens sieht zwar Mitte Dezember 2010 vor. Jedoch berücksichtigt das einen eventuell möglichen Wintereinbruch im November/Dezember nicht. Daher kann dieser Termin in keinem Falle endgültig festgelegt werden.“

Zwar hat das Bauunternehmen am 21. Juni die Arbeiten wieder aufgenommen, werden in dieser Woche die Sicherung der Baugrube A 10 mittels Spritzbeton sowie die Herstellung der dortigen Fundamente als auch die Gründungsebene für das Traggerüst im Bereich des Mittelpfeilers hergestellt. Doch der eingetretene Zeitverzug ist enorm. Was Gnandsteiner Bürger in Rage bringt, so auch Torsten Gramling. „Dass wir im Porphyrgebiet wohnen, haben wir als Gnandsteiner bereits im Kindergarten und spätestens in der 3. Klasse in der Schule gelernt. Vielleicht hätte man uns ja mal fragen sollen“, kommentiert er die Tatsache, dass die Bauarbeiter „überraschenderweise“ beim Bohren auf Felsen stießen. „Das Baugrundgutachten für die Planung der Brücke kann doch wohl nur am Schreibtisch und nicht vor Ort entstanden sein“, mutmaßt er deshalb. „Langsam wäre es vielleicht angebracht, mal über Entschädigungen nicht nur für die vom Tourismus abhängigen Gewerbetreibenden nachzudenken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Einer der Betroffenen ist Hartmut Grunwald, der Wirt der Gaststätte „Tonkrug“ unterhalb der Burg. „Wir haben 30 bis 50 Prozent Einbußen. Das geht langsam an die Existenz. Zumal es seit 2004 jährlich auf der Strecke zu uns Sperrungen gab.“ Er kann nicht verstehen, dass solche Maßnahmen nicht gebündelt und besser koordiniert werden können. „Wenn wir deshalb etwa unsere Öffnungszeiten einschränken müssen, dann trifft das ja auch bloß wieder die Ausflügler und macht unser Naherholungsgebiet weniger attraktiv. Und wer einmal enttäuscht wird, kommt kaum wieder“, ist eine weitere Sorge für ihn.

Dass Grunwald kein Einzelfall ist, weiß auch Regina Heinze, Geschäftsstellenleiterin des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land. „Wir bereiten gerade eine Übersicht vor, wie der sich verzögernde Brückenbau die touristischen Unternehmen, auch andere Gewerke und den Mittelstand trifft. Das ist enorm“, weiß sie.

Ihre Gedanken dazu machte sich auch Heike Gotthardt und leitete die als „Sommermärchen 2010“ unserer Zeitung zu. Sie wunderte sich bereits, dass es nach dem verzögerten Baubeginn Anfang März immer noch hieß, dass die Arbeiten am 30. August fertig würden. „Märchenhaft, wo doch zwei Monate nichts getan wurde“, fragte sie sich schon damals. Doch es kam ja durch die siebenwöchige Bauunterbrechung noch schlimmer. „Interessiert es jemanden, ob da Betriebe sind? Aber man wurde ja informiert, dass es nun das ganze Jahr dauert, bis Besucher wieder auf normalen Wegen und nicht wie zurzeit auf irreführenden Umleitungen nach Gnandstein kommen – oder ganz wegbleiben“, stößt ihr gehörig auf.

Und da ist das „Nebenproblem“ der inzwischen zerfahrenen Umleitungsstrecke über den Friedhofsweg noch gar nicht erwähnt. Auch da heißt es aus dem Amt, so Laux: „Festlegungen über den möglichen Ausbau wurden getroffen, erst nach Prüfung und Bewilligung der unteren Naturschutzbehörde sowie der Landesdirektion Leipzig könnten die Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden.“

Thomas Lang

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