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Geithain Erfolgreiches Jahr: 300 Rauchschwalben im Kohrener Land beringt
Region Geithain Erfolgreiches Jahr: 300 Rauchschwalben im Kohrener Land beringt
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08:00 10.09.2016
Rauchschwalben-Nachwuchs wird gefüttert. Quelle: Ilka Jost
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Kohren-Sahlis

Hunderte Rauchschwalben sammeln sich inzwischen wieder Abend für Abend im Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche. Der Großteich ist erneut, nachdem er zwei Sommer lang de facto trocken gefallen war, Schlafplatz für die Vögel – aktuell für bis zu 1500, in Spitzenzeiten für bis zu 4000 Tiere. Falls der warme Spätsommer eine Fortsetzung erfahre, könne das die Reiselust der Schwalben in Richtung Süden ein bisschen verzögern, sagt Tomas Brückmann, der sich seitens der Grünen Liga seit knapp anderthalb Jahrzehnten im Kohrener Land ehrenamtlich um die Rauchschwalben kümmert. Insekten, die als Nahrung dienten, gebe es genug. Erfahrungsgemäß treffe man Anfang Oktober noch einzelne Vögel hier an, während sich die ersten bereits Ende August auf die lange Reise machten.

Das Jahr 2016 zähle zu den erfolgreicheren der vergangenen Jahre, resümiert Brückmann. Zwar habe die Brut etwas später begonnen, seien manche Brutpaare erst im Juni eingetroffen. Doch es sei gelungen, zahlreiche Jungvögel aufzuziehen. Als ein ausgesprochener Spätheimkehrer darf jener Vogel gelten, den Brückmann und Co. in einem Benndorfer Ziegenstall beim Brutgeschäft antrafen: Er war erst Mitte Mai in Mittelitalien beringt worden und hatte das Kohrener Land zumindest so erreicht, dass er brüten konnte, während viele andere Paare sich bereits um ihre zweite Brut kümmerten.

„Dass Mitte/Ende Mai noch Rauchschwalben zurück kehren, das hat mich überrascht“, sagt Brückmann. Bislang sei man davon ausgegangen, dass solche späten Brüter einfach nicht früher hätten beginnen wollen. Nun sehe man, dass diese Vermutung nicht unbedingt zutreffend sei. Dieses Verhalten gelte es weiter zu erforschen.

Das 2016 ein trockenes Jahr war und ist, hatten Schwalbenpaare deutlich häufiger als sonst Probleme mit der Stabilität ihrer Nester. Die werden vor allem aus Lehm, Schlamm und Stroh gebaut, doch standen die Materialien nur eingeschränkt zur Verfügung. Mit der tragischen Konsequenz, dass eine größere Zahl von Nestern abstürzte, als das Gewicht der Jungvögel zu groß wurde. Es habe sich gezeigt, dass Nisthilfen gut angenommen würden, so Brückmann: „Ich kann sie jedem, der Schwalben helfen will, nur empfehlen. Die kosten nicht viel.“ Nach der Saison sollten stabile Nester nicht entfernt werden, wohl aber vorsichtshalber solche, die augenscheinlich nicht stabil seien.

22 Wiederfunde konnten Brückmann und seine Helfer im Kohrener Land ausmachen: Tiere, die einst hier beringt wurden und die zum Brüten zurückkehren, 13 von ihnen seit drei oder mehr Jahren. Das zeige, dass Rauchschwalben brutorttreu seien. Wichtig, um sie zu halten, sei eine lebendige Landwirtschaft mit Tieren in den Ställen und einem Dunghaufen. Dann gebe es ausreichend Insekten: „Rauchschwalben lieben diese Höfe.“ Ein Grund, weshalb das Kohrener Land seit Langem für sie eine gute Adresse ist. Insgesamt wurden in der zu Ende gehenden Saison im Kohrener Land 300 Jung- und Altvögeln mit Ringen der Vogelwarte Hiddensee markiert.

Informationen zu den Rauchschwalben im Kohrener Land im Internet unter www.rauchschwalben.info, zu Nisthilfen www.naturschutzbedarf-strobel.de, Telefon 03449/181877.

Von Ekkehard Schulreich

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