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Erholen oder Holz holen: Spaziergänger ärgern sich am Geldberg über zerfahrene Wege

Bad Lausick Erholen oder Holz holen: Spaziergänger ärgern sich am Geldberg über zerfahrene Wege

Wo Holz gefällt und gerückt wird, fallen nicht nur Späne. Die Technik hinterlässt auf Wegen tiefe Spuren. Konflikte zwischen Waldbewirtschafter und Spaziergängern sind vorprogrammiert. Am Geldberg bei Bad Lausick ist das nicht anders, doch jetzt werden die gröbsten Schäden eingeebnet.

Früher, als es noch richtige Winter gab, tummelten sich auf dem Geldberg Schlitten- und Skifahrer.

Quelle: Wolfgang Müller

Bad Lausick. Stammholz von Eichen, Eschen, Pappeln liegt am Fuß des Bad Lausicker Geldberges zum Abtransport bereit. Die Polter, die am von Etzoldshain zum Waldfrieden führenden Fahr- und Wanderweg gestapelt sind, sind die letzten der jüngsten Geldberg-Durchforstung. Das Gros des dabei aus dem Wald geholten Rohstoffs wurde bereits abtransportiert, fand vor allem als Industrieholz Verwendung, aber auch in der Parkett- und Möbelherstellung. Dass mit der Fällung und Rückung der Stämme Schäden an den Wegen einher gingen, sorgte in den vergangenen Monaten für Unmut bei Spaziergängern und im Stadtrat. Der Geldberg ist seit Jahrzehnten Ausflugsgebiet der Kurstädter. Der an ihm vorbeiführende Weg geht auf den Bad Lausicker Verschönerungsverein zurück – ältere Bad Lausicker erinnern sich noch an Schlittenabfahrten und verwegene Skisprünge am Hang. Zudem erreichen Spaziergänger den Berg gern über den Naturlehrpfad und Kur-Terrainweg auf dem alten Querbahn-Damm.

Hans Modrak, dessen Steinbacher Familien-Forstbetrieb unter anderem den Geldberg bewirtschaftet, kennt diese Kritik. Dass Waldbewirtschaftung und Erholungsfunktion kollidierten, sei ein Thema immer und überall. Mit Hilfe eines Traktors ließ er den großen Fahrweg jetzt abziehen, um durch die entstandenen Spurrinnen einzuebnen. Zudem wolle die Stadt Bad Lausick als Eigentümer des Weges Löcher verfüllen. Auch im Geldberg-Wald selbst versuchte Modrak, die kleineren Wege wieder ein bisschen herzurichten – auch wenn die einst für die Bewirtschaftung angelegt worden seien, nicht für Spaziergänger: „Aber das ist ein Entgegenkommen an alle, die hier gern in der Natur unterwegs sind.“ Schließlich wisse man, dass der Geldberg von vielen geschätzt werde.

„Über Jahrzehnte gab es am Geldberg keine forstwirtschaftliche Nutzung“, erläutert Modraks Tochter Lisa Schulz, die als ausgebildete Försterin im Familienbetrieb arbeitet. Die Durchforstung im Winter 2015/16 sei deshalb dringend nötig gewesen. Ein kleiner Teil, den man da nicht geschafft habe, hole man im nächsten Winter nach. Im Schnitt aller vier, fünf Jahre werde man hier im Laubholz etwas tun, um einen gesunden Wald zu formen. Man setze auf regelmäßige und behutsame Eingriffe, nicht auf Kahlschläge. Damit müssten und könnten all jene leben, die als Erholungssuchende unterwegs seien. Sie dürften sich im Wald bewegen, „nur nicht in der Zeit des Einschlages“, sagt Schulz. Doch es komme immer wieder vor, dass dann Sperrungen missachtet würden.

Mit Kritik konfrontiert sah sich das Unternehmen im vergangenen Winter auch in Steinbach. Die zum Sportplatz führende kommunale Straße hatte durch die schweren Holzlaster, die dort die Abfuhr besorgten, arg gelitten. Letztlich war es die Stadt Bad Lausick, die die Straße auf eigene Kosten mit einer neuen Oberfläche versah und zuvor den Unterbau stellenweise stabilisierte. Der konkrete Verursacher habe nicht rechtssicher festgestellt werden können, sagt Andreas Dathe, Bauamtsmitarbeiter und zugleich Steinbacher Ortsvorsteher. Die Straßenbehandlung habe 8000 Euro gekostet. Die Beseitigung der unmittelbar durch die Abfuhr entstandenen schätzt er auf ein Fünftel dieser Summe.

Von Ekkehard Schulreich

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