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Geithain Eröffnung der neuen Lausicker Turnhalle hängt weiter an einem Zertifikat
Region Geithain Eröffnung der neuen Lausicker Turnhalle hängt weiter an einem Zertifikat
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10:50 18.03.2016
Die Handwerker sind fast durch – jetzt klemmt es bei der Bürokratie. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Als Architekt Axel Höer am Donnerstagabend im Bad Lausicker Ratssaal ans Rednerpult trat, um vor dem Parlament die lange Geschichte des Turnhallen-Baus zusammenzufassen, durfte man mutmaßen: Die Sache ist durch, die Eröffnung steht nicht nur unmittelbar bevor, es gibt einen Termin dafür. Der Spannungsbogen hielt – aber nicht, was er versprach. „Baulich ist alles fertig“, sagte Höer und zeigte Bilder, die das Wachsen, Werden und Vollenden dieses für den Schul- und Vereinssport so wichtigen Bauwerks eindrucksvoll zeigten. Allerdings: Die Abnahme der Prallwände im Inneren ist weiterhin offen. „Wir warten schon lange, sehr lange auf ein spezielles Zertifikat“, sagte Höer. Die Technische Universität habe via Mail informiert, dass es erteilt sei; allein die Ausfertigung im Original sei im Bad Lausicker Rathaus noch nicht eingetroffen. „Bevor das nicht da ist, kann ich keine Abnahme machen. Und vorher macht auch das Landratsamt als Baubehörde keine, weil es um Brandschutz-Relevantes geht.“ Um einen verbauten neuartigen Dämmstoff nämlich. So blieb auch Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) nichts weiter übrig, als Gelassenheit anzumahnen und um Geduld zu bitten.

Geduld brauchten die Bad Lausicker schon, ehe der Bau überhaupt begann. Dass die ein Jahrhundert alte Turnhalle mindestens saniert werden müsste, war Stadtrat und Verwaltung länger klar. Vor allem, weil der Zustand des Sanitärbereichs katastrophal war. Erste Entwürfe gab es um die Jahrtausendwende. 2009 wurden eine Sanierung der eigentlichen Halle und der Bau eines modernen Sanitärtraktes ins Auge gefasst. „Das Geld, das dafür vorgesehen war, mussten wir dann aber in unsere Oberschule investieren“, blickte CDU-Stadtrat Axel Höer zurück. 2011 entschloss sich die Kommune für einen kompletten Neubau, „das war ganz sicher die bessere Lösung“.

Doch es gab Probleme, als die alte Halle fallen sollte. Der Denkmalschutz machte plötzlich geltend, dass die verbauten großen Dachbinder schützenswert seien und deshalb ausgebaut und für eine wie auch immer geartete spätere Nutzung eingelagert werden müssten. Die Stadt fügte sich, barg die Hölzer aufwendig, deponierte sie im alten Umformer – wo sie bis heute liegen. Anfang Januar 2014 also der Abriss, im April die Erdarbeiten, im Mai der Start des Rohbaus. Als Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) im Mai zur Grundsteinlegung des Drei-Millionen-Euro-Baus – eine Million davon gibt der Freistaat – nach Bad Lausick kam, standen neun Pfeiler – und es trat Bauverzug ein. „Wir haben damals gedacht, wir könnten das Problem mit der Baufirma lösen“, so Höer. Doch der Streit über die Zuverlässigkeit des Baugrundes kostete vier Monate und jede Menge Nerven. Ab dem Sommer 2014 ging es zügiger, im November war Richtfest, am Jahresende kam das Dach drauf. 2015 erfolgte der Innenausbau, dann klemmte es bei der Lieferung der Sportgeräte. Eine Fertigstellung bis Ende 2015 erwies sich als ebenso illusorisch wie eine Inbetriebnahme durch die Oberschule nach dem Ende der Winterferien 2016.

Der Stadtrat nahm Höers Ausführungen zur Kenntnis. Nachfragen oder Meinungsäußerungen – keine. Immerhin ist die Gestaltung des Sportplatzes hinter der Halle zumindest angeschoben. Die Stadt stellte den dafür nötigen Förderantrag. Ob sie aber Geld für den Bau bekommt, ist noch nicht entschieden.

Von Ekkehard Schulreich

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