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Geithain Erste Händlernacht: In der Bad Lausicker Innenstadt pulst plötzlich das Leben
Region Geithain Erste Händlernacht: In der Bad Lausicker Innenstadt pulst plötzlich das Leben
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06:00 19.09.2016
Kraftvoller Auftakt auf dem Markt mit dem Bläserquintett: Danach füllt sich die Innenstadt bald mit Flaneuren. Quelle: Jens Paul Taubert
Bad Lausick

Eine Premiere nach Maß und nach dem Geschmack vieler Bad Lausicker und ihrer Gäste: Für ihre 1. Bad Lausicker Händlernacht hatten die Mitstreiter des Stadtfördervereins am Freitag buchstäblich die letzten Augenblicke des 2016er Sommers gebucht. Zwischen dem Untermarkt und der an normalen Tagen seit Jahren sehr stillen Rochlitzer Straße entstand für vier Stunden eine Flaniermeile, die die August-Bebel-Straße, die Stadthausstraße und andere einschloss. Vor den Geschäften waren Sitzgelegenheit und Stände aufgebaut. Es gab viele Spielarten von Musik, verschiedene, Neugier weckende Aktionen – zu denen ein großes Quiz gehörte.

Dass Besucher abschätzend auf das Schuhwerk von Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos), hatte damit zu tun: Nicht nur nach Wissenswertem und Skurrilem über die Bad Lausicker Geschäftswelt wurde gefragt, sondern auch nach seiner Schuhgröße. Hultsch nahm das, wie es gemeint war, mit Humor und machte den Organisatoren ein großes Kompliment: „Das ist heute ein Startsignal. Das ist auf jeden Fall ausbaufähig. Vielleicht sind beim nächsten Mal auch jene Geschäfte dabei, die heute fehlen.“

In der Volksbank-Filiale gibts auch Musik: Das Duo „Ladies First“ singt und spielt. Quelle: Jens Paul Taubert

„Das muss wiederholt werden“, stellte unisono Andreas Kahl fest. „Man trifft Leute, die man sonst selten sieht, kann sich unterhalten“, sagte Günther Kiesewalter. „Wird Zeit, dass es so was auch in Bad Lausick gibt“, bekräftigte Inge Schubert und erinnerte sich an das Leben, das in der Stadt herrschte, als es noch zum Tanz in den Grauen Wolf ging. Dietmar Stein verwies darauf, dass etwa in der Rochlitzer Straße früher Geschäft an Geschäft gewesen sei. Die Händlernacht gebe Impulse, „damit in unserer Innenstadt mal was passiert“.

„Für die Händler könnte dieser Abend ein neuer Anfang sein“, meinten Birgit Domel und Jochen Henkel. Es sei gut, dass der Stadtförderverein die Initiative ergriffen habe. Es gebe in der Stadt manches zu entdecken; die Händlernacht sei eine charmante Einladung hierzu. Mit dem Fahrrad waren Susanne Doberenz und Begleiter von Buchheim gekommen, hatten die Besichtigungsmöglichkeit der neuen Sporthalle genutzt und sich dann ins innerstädtische Getümmel gestürzt. Die Veranstaltung sei ein gutes Rezept gegen sonst hochgeklappte Fußwege, meinte sie: „Die kleinen Geschäfte haben es doch viel schwerer als die großen Märkte. Jeder hat sich heute etwas Kreatives einfallen lassen.“

Auf dem Untermarkt ist sind die Fußballer vom FC Bad Lausick mit einer Torwand vertreten. Danny Kamke (v. r.) assistiert dem jungen Schützen Gavin. Quelle: Jens Paul Taubert

„Höchste Zeit, dass Bad Lausick mit einer solchen Veranstaltung nachzieht“, meinte Thomas Petersmeyer, seit einem knappen Jahr mit „il moda!“ vor Ort; er kennt das vergleichbare Event von Borna her, wo er ebenfalls eine Filiale betreibt, und von Frohburg, wo er 2017 eine weitere eröffnen will. „Sehr erfolgreich, wir haben viel Spaß“, meinte Ellen Diesman, die vor ihren Frisiersalon zu einem kleinen Oktoberfest einlud. Hingucker auf dem Markt war – nach der Eröffnung des Abends durch das Bläserquintett der Sächsischen Bläserphilharmonie – der 40 Jahre alte Fleischer-Bus des Reisebüros Ludwig. Cathrin Ludwig: „Ich bin sehr angenehm überrascht, dass so viele Menschen unterwegs sind.“

Dass nach zwei Stunden Regen einsetzte, konnte die gute Stimmung kaum schmälern. Sie hielt bis zum geplanten Ausklang, der Quizauslosung auf dem Markt. Dass die Veranstaltung weit ausstrahlte, zeigte die Gewinnerin des Hauptpreises: Sie ist in Braunsbedra westlich von Merseburg zu Hause. „Die Premiere war klasse. Unser Verein kann allen nur herzlich danken, die daran Anteil hatten, auch den Vereinen“, sagte Vereinschef Dirk Hobler: „Diese Resonanz macht unbedingt Mut für die nächsten Feste.“

Von Ekkehard Schulreich

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