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Geithain Erste Schlossweihnacht rückt Steinbacher Herrenhaus in das Blickfeld
Region Geithain Erste Schlossweihnacht rückt Steinbacher Herrenhaus in das Blickfeld
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20:33 07.12.2015
Andrang an den Verkaufsständen, die im Park aufgebaut waren. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Steinbach

Aus zahlreichen Fenstern fiel das Licht in den Schlosspark und auf die vielen Besucher, die sich vor der geschwungenen Freitreppe versammelten an Glühweinstand und Feuerschale: Steinbacher Heimatverein und Maifestverein hatten am Sonnabend zur ersten Schlossweihnacht eingeladen – und viele kamen, vor allem aus dem Dorf selbst, aber auch einige Auswärtige. Viele Augen richteten sich auf das barocke Kleinod des Herrenhauses. Dass diese Aufmerksamkeit eine dauerhafte würde, wünschen sich die Veranstalter und viele Einwohner. Denn um das denkmalgeschützte Haus samt Park dauerhaft für die Öffentlichkeit sichern zu können, sind überzeugende Ideen und erhebliche Investitionen nötig.

„Unser Herrenhaus muss in kommunaler Hand bleiben. Wir brauchen es für die Vereine, die Feuerwehr, alle, die die Räume nutzen“, sagte Roland Zötzl. Die Resonanz, die die Schlossweihnachts-Premiere, eröffnet durch die Beuchaer Musikfreunde, fand, nahm er als Bestätigung. Und seine Frau Gislinde bekräftigte: „Sehr schön organisiert.“ Wenn der Bad Lausicker Bürgermeister wolle, ließe sich auch etwas machen – ganz abgesehen davon, dass die Steinbacher selbst seit Jahren schon Zeit, Kraft und Geld in das Gebäude investierten, sagte Werner Wittig. „Das Haus muss uns erhalten bleiben, alles andere wäre schade“, meinte Iris Stein: „Schön, dass hier was los ist.“

„Eine sehr schöne dörfliche Weihnacht mit viel Liebe“, sagte Nancy Rhein, die im Ort ihre Töpferei betreibt und die deshalb einen kleinen Verkaufsstand aufgebaut hatte. Es sei wichtig, sich im Dorf und für das Dorf zu engagieren. Vor ein paar Jahren habe es ein kleines Vorweihnachtsfest an der Feuerwehr gegeben, erinnerte sich Peggy Zirpel, die mit der ganzen Familie gekommen war. Töchterchen Theresa, knapp zwei, freute sich über den Weihnachtsmann, der mit dem Motorrad anreiste, um die Kinder zu beschenken. Susan Hackemesser und Ines Döge aus dem Nachbarort Beucha ließen sich den Glühwein schmecken und verfolgten das kleine Programm der „Waldwichtel“: „Unsere Kinder gehen hier in den Kindergarten und den Hort. Ein schönes familiäres Fest.“

Erika und Gerold Löser freuten sich über den Andrang: „Unsere Kinder sind hier alle in die Schule gegangen.“ Gerold Löser selbst drückte hier in den Fünfzigerjahren die Schulbank; keine Frage, dass ihm die Zukunft des Hauses am Herzen liegt. Viele nutzten die Gelegenheit, sich im Gebäude, in dem Vereine und Ortschaftsrat mehrere Zimmer hergerichtet haben, umzuschauen – auch im Klassenzimmer, der mit verschiedenen Exponaten an die POS „Juri Gagarin“ erinnert. Dort schaute sich aufgeschlossen Hans Modrak um: „Die Idee einer Schlossweihnacht ist sehr schön. Hier ist es übersichtlich, anheimelnd.“

Dass der Aufwand sich gelohnt habe, daran hatte Bernd Dietzschold, der Chef des Heimatvereins, keinen Zweifel. Der Zuspruch bestärke all jene, die sich für den Erhalt des Hauses einsetzten. Nicht wenige unterstrichen diesen Wunsch, in dem sie ein paar Euro in die Spendenbüchse einwarfen. Im Januar will die kürzlich gebildete Arbeitsgruppe Herrenhaus Steinbach erneut zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Von Ekkehard Schulreich

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