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Erwartungen nicht erfüllt

Erwartungen nicht erfüllt

Nicht vertraglich vereinbarte zehn Jahre, sondern gerade mal halb solange produzierte ein privater Betreiber auf eigene Rechnung im Bad Lausicker "Riff"-Komplex Strom und Wärme.

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Blick auf das Kur- und Freizeitbad "Riff".

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Doch das Geschäft lief offenbar nicht wie erhofft. Auch die Kostenentlastung für das Freizeitbad, das die Abwärme nutzte, blieb unter den Erwartungen. Stadt und Betreiber trennten sich deshalb vor der Zeit. Inzwischen ist die Palmöl-Anlage demontiert und verschrottet.

 

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz versprach ein lukratives Geschäft: 2007 nahm die Bad Lausicker Delta Wärme Service GmbH, quasi als Untermieter, im Keller des Freizeitbades "Riff" ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb. Gespeist wurde es mit Palmöl. Der Strom ging ins Netz, das Abprodukt Wärme ins Bad. Ein Gewinn für das Unternehmen, Kostenentlastung und ein Mehr an Versorgungssicherheit für das "Riff", das selbst ein Blockheizkraftwerk mit Gas betreibt und nicht nur den Wellnesstempel, sondern Wohnungen und öffentliche Gebäude versorgt. Soweit der Plan.

 

 

"In den ersten beiden Jahren lief das gut", blickt Henry Heibutzki, Geschäftsführer des Badbetreibers Kur GmbH, zurück. Schon 2009 aber musste er konstatieren, dass das privat betriebene BHKW "keine sichere Bank" sei; es produziere nicht kontinuerlich. Die Technik habe sich als störanfällig, das Pflanzenöl als aggressiv erwiesen; zudem sei die Verwendung des Palmöls aus ökologischer Sicht zu hinterfragen. Ein BHKW-Leck habe einmal sogar zu einer Entzündung von Öl mit starkem Rauch und zu einem Feuerwehreinsatz geführt. Fazit: Erwartungen nicht erfüllt.

Schon nach kurzer Zeit hatte ein Eigentümerwechsel stattgefunden. Delta verschmolz mit der ECS Energieconsulting und Service GmbH, einem Energiedienstleister mit Niederlassungen in Dresden und Garmisch-Partenkirchen.

Das BHKW stillzulegen und auszubauen, sei "vor allem eine wirtschaftliche Entscheidung" gewesen, sagt Andreas Schütt, bei der ECS für Marketing verantwortlich. Angesichts der enorm gestiegenen Rohstoffpreise hätten sich bundesweit viele Unternehmen von solchen Anlagen getrennt. Hinzu käme, dass die Politik "die flüssige Biomasse wohl als einen Irrweg erkannt" habe und sie nicht mehr fördere wie Mitte des vergangenen Jahrzehnts: "Heute sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz solche Anlagen gar nicht mehr vor", sagt Schütt. Der Preisvorteil, den es in der Anfangszeit gab und der für Rentabilität sorgte, gebe es längst nicht mehr. "Delta hat sicher mit einer anderen Entwicklung gerechnet, und auch wir haben das damals ein bisschen anders bewertet." Der Schlussstrich jetzt sei die Konsequenz.

 

 

"Der Vertrag, der eigentlich über zehn Jahre laufen sollte, wurde schließlich im Einvernehmen vorzeitig beendet", sagt Heibutzki. Weil die Stadt seinerzeit den Vertrag gegenzeichnete, musste sie das auch bei der Abwicklung tun. Im Sommer schließlich wurden die Anlagen ausgebaut und verschrottet.

 

 

Seither produziert im Untergeschoss des Kur- und Freizeitbades "Riff" wieder das hauseigene BHKW allein. Für die Stadt und die Kur GmbH hätten das privatwirtschaftliche Engagement der ECS im Bad und sein vorzeitiges Ende keine finanziellen Auswirkungen, so Heibutzki: "Für uns war das eine gute Sache. Aber es war eine überschaubare Einsparung angesichts der Wärmemenge, die wir insgesamt im Jahr brauchen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.11.2013
Ekkehard Schulreich

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