Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Eschefeld: Behörde untersagt Teilabriss – Alte Schule wird kein Feuerwehrhaus
Region Geithain Eschefeld: Behörde untersagt Teilabriss – Alte Schule wird kein Feuerwehrhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 12.04.2018
Anzeige
Frohburg/Eschefeld

Die Vision der Freiwilligen Feuerwehr Eschefeld, die alte Kirchschule in den Bau eines neuen Gerätehauses einzubeziehen und in dem Gebäude darüber hinaus Räume für die Kirchgemeinde und für andere gesellschaftliche Nutzungen zu schaffen, ist gescheitert. Die Landesdirektion Sachsen wies den Widerspruch der Stadt Frohburg gegen eine Entscheidung der Kreis-Denkmalbehörde zurück. Die Kommune verzichtet, dagegen Rechtsmittel einzulegen. Das beschloss der Stadtrat.

„Wir als Verwaltung haben unser Möglichstes getan“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW): „Wir haben viel Kraft investiert, weil wir den Eindruck hatten, dass ganz Eschefeld dahinter steht.“ Als die Feuerwehr vor drei Jahren besagte Idee entwickelte, griff die das Rathaus auf und beantragte – nicht zuletzt auch, um die Durchführbarkeit zu erkunden – eine denkmalpflegerische Erlaubnis für den Teilabbruch der unter Schutz und leer stehenden Eschefelder Dorfschule. Die Überlegung war, die historische Substanz unter Wahrung großer Teile des Bauwerks in ein Haus einzubeziehen, für das es eine begründbare öffentliche Nutzung gibt. Die, das betonte Hiensch in dieser Auseinandersetzung immer wieder, sei die Voraussetzung dafür, dass die Kommune überhaupt in den Erhalt dieses Hauses investieren könne.

Bei den Denkmalpflegern stieß die Kommune schon 2014 auf Ablehnung. Die Stadt insistierte, zeigte sich kompromissbereit. Schließlich gelangte der Streitfall auf den Tisch der nächst höheren Instanz. Doch auch neue Zahlen, die die Kommune, gestützt auf eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, präsentierte, beeindruckten nicht. Es kam zu einem Vo-Ort-Termin, bei dem er, sagt Hiensch, „noch einmal auf die Wichtigkeit des Standortes und die vernünftige Nachnutzung des Gebäudes“ hingewiesen habe – doch die Landesdirektion blieb bei der schon Anfang 2016 signalisierten Beurteilung, dass der Antrag der Stadt keine Aussicht auf Erfolg habe.

„Die alte Kirchenschule in Eschefeld... ist unstreitig ein Kulturdenkmal“, heißt es im fünfseitigen Bescheid der Behörde. Der Eigentümer Kommune sei laut Gesetz in der Pflicht, das Anwesen „im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen“. Den Abriss verbiete „die geschichtliche und städtebauliche Bedeutung“. Außerdem bestehe „ein öffentliches Erhaltungsinteresse, weil es neben dem dokumentarischen und exemplarischen Wert aufgrund seiner Einzelstellung auf örtlicher Ebene einen Seltenheitswert aufweist“. Es seien deshalb „überwiegende Gründe des Gemeinwohls“, die dem Teilabbruch entgegenstünden. Dass der Erhalt für Frohburg unzumutbar sei, habe die Stadt nicht nachgewiesen.

Für Wolfgang Hiensch und den Stadtrat ist der Spielraum damit ausgeschritten. Er sehe keine Chance, eine aus Stadt-Sicht positive Entscheidung herbeizuführen. Das ambitionierte Eschefelder Vorhaben müsse man deshalb zu den Akten legen. Schlimmstenfalls werde die alte Kirchschule eben zusammenfallen.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Frank Müller will es noch einmal wissen: In der Mitte seines Berufslebens sattelt der Bad Lausicker Gemeindepädagoge um. Er wechselt an das Evangelische Schulzentrum in Großbardau. Im Rahmen des Kirchgemeindefestes, das am Sonntag stattfindet, wird er verabschiedet. Was bleibt, sind – zum Beispiel – die Pfadfinder vom Stamm St. Kilian.

17.06.2016

Der Einsatz von DRK-Rettungsschwimmern an den Badegewässern im Leipziger Land wäre lebenswichtig. Doch ist diese Absicherung den Kommunen offensichtlich zu teuer. Die Dienste an den Wochenenden zwischen Mitte Mai und Mitte September würden etwa 10.000 Euro kosten, heißt es von der DRK-Wasserwacht.

17.06.2016

Die Fast-Food-Kette Burger King wird in Borna eine Filiale eröffnen. Das Schnellrestaurant gehört zu einem Autohof, der an der A 72 auf dem Gewerbegebiet Bora-Ost geplant ist. Zu ihm gehören ebenfalls eine Tankstelle sowie ein 80-Betten-Hotel. Die Pläne dazu sollen auf der Stadtratssitzung am Donnerstag vorgestellt werden.

17.06.2016
Anzeige