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Eschefeld feiert Jubiläum: 750 Jahre umspannt mit zwei Festtagen

Eschefeld feiert Jubiläum: 750 Jahre umspannt mit zwei Festtagen

Hunderte Besucher kamen am Wochenende nach Eschefeld. Sie erlebten ein Dorf, das mit Stolz auf seine Geschichte zurückblickte und sie zu präsentieren wusste: Der Markt mit Handwerk und Gewerbe war ebenso ein Magnet wie die historische und moderne Landtechnik in der Agrar-Arena.

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Landtechnik aus vielen Jahrzehnten in Aktion: Die Agrar-Arena in Eschefeld war hervorragend besucht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Eschefeld. Dass er einmal als Moderator vor einem mehr als hundertköpfigen Publikum souverän mit einem Mikrofon hantieren würde, Manfred Meschke (78), den langjährigen Chef der Genossenschaft überraschte das durchaus. Doch er stand wie sein Mitstreiter Frank Schuster voll im Stoff, als er in der Agrar-Arena von der Landwirtschaft in vergangenen Zeiten erzählte und die im Gegensatz zu einem Famulus-Traktor wie Raumschiffe wirkenden Maschinen der Gegenwart nicht aussparte.

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Eschefeld. Hunderte Besucher kamen am Wochenende nach Eschefeld. Sie erlebten ein Dorf, das mit Stolz auf seine Geschichte zurückblickte und sie zu präsentieren wusste: Der Markt mit Handwerk und Gewerbe war ebenso ein Magnet wie die historische und moderne Landtechnik in der Agrar-Arena.

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Auf dem Areal dem Festplatz gegenüber wurden am Sonnabend an die 20 Maschinen und Fahrzeuge nicht nur präsentiert; sie waren bei der Getreidemahd und beim Futtermachen auch in Aktion zu erleben. "So haben wir das Heu damals auch eingefahren", sagte Lothar Vogel aus Frohburg und zeigte auf einen hölzernen Leiterwagen: "Das haben sie wirklich schön gemacht." Anita Boritz aus Frohburg sah sich zurückversetzt in Kindertage: "Nach der Schulzeit mussten wir bei der Ernte helfen und waren froh, wenn die Fuhre endlich unter Dach und Fach war." Dem Eschefelder Matthias Miszler hatte es vor allem die moderne Technik angetan. "Solche Riesentraktoren habe ich noch nie gesehen", sagte er und machten den Organisatoren ein Kompliment.

"Hier wird die ganze Geschichte gezeigt. Das macht Spaß", sagte der Frauendorfer Kay Richter, der sich mit seinem Famulus 36, Baujahr 1964, in den Korso einreihte. Hinter ihm thronte im Wortsinn sein Vater Wolfram auf einem offenen Mähdrescher E 175, geschmückt nicht nur mit dem Hammer-Zirkel-Ährenkranz-Emblem, sondern auch einer originalen Tafel "1960: 33 Dezitonnen Getreide pro Hektar". 1962 sei er "als Schmiermaxe" zu den Mähdreschern gekommen und habe sie ein Jahr später schon selbst gesteuert - mit Begeisterung. Margitta Meschke, die Frau des Moderators, fühlte sich noch immer mit dieser Maschine verbunden, auf der sie selbst acht Jahre fuhr. "In der Ausstellung hängt ein Foto, da bin ich mit drauf", sagte sie mit Blick auf eine viel beachtete Schau zur Eschefelder Dorfgeschichte.

Dass die entstehen konnte, dafür legte Albert Seidel einen Grundstein. Mit 93 Jahren der zurzeit älteste Mann im Dorf, war über Jahrzehnte Chronist, forschte in den Archiven: "Ich hab' es mit Leib und Seele gemacht."

Dass es den vielen, die mit der länger als zwei Jahre währenden Vorbereitung des Jubiläums befasst waren und jenen, die am Festwochenende zupackten, nicht anders ging, war deutlich spürbar. Zum Beispiel auf dem Markt von historischen Gewerken und Händlern. Peter Papesch, Hufschmied aus Jahnshain, demonstrierte den staunenden Besuchern, wie Pferde beschlagen werden. Korbflechter Heiner Aurich aus Flößberg zeigte, wie kunstvoll Stuhlgeflecht entsteht. Die Schäferei Hampel aus Eschefeld war ebenso vertreten wie Winklers Alpaka-Ranch; dass beide Tiere mitgebracht hatten, war vor allem für Kinder eine Freude. Bei Dachdeckermeister Hans-Jörg Köhler tüftelten Besucher am passgenauen Zusammenfügen eines Holzknotens oder gestalteten Ziegel-Rohlinge, die, so Köhler, "in der Ziegelei mit gebrannt werden".

Als Frohburg seine 775-Jahr-Feier hatte, seien viele Eschefelder gekommen; sie sei deshalb nun in Eschefeld, meinte Annemarie Naumann: "Wir dürfen doch nichts verpassen. Wir haben intensiv die Daumen gedrückt, dass schönes Wetter bleibt." Aus Altenburg war André Pawelczyk, ein ehemaliger Eschefelder, mit seiner Frau Susann Voigt und Töchterchen Lenia (elf Monate) herübergekommen. Ein attraktives Fest, meinten sie unisono: "Und für die Kinder gibt es schöne Angebote."

Vor allem für Leute mit Vergangenheit war, was sein Vater Wolfram Pawelczyk auf dem Festplatz glänzend aneinanderreihte: Fahrräder, Mofas, Motorräder und vor allem Mopeds aus verschiedenen Jahrzehnten, meist selbst restauriert, einige Leihgaben darunter. Mit einem motorisierten Adler-Fahrrad habe die Mobilität der Familie begonnen, erinnerte sich Christa Schleif, einst Eschefeld, heute Regis-Breitingen: "Später hatten wir so eine Awo, mit der ist mein Mann von Eschefeld nach Regis zur Arbeit gefahren. Und dann kam der Trabi." Wilfried Schleif, seit 1957 nahe Halle lebend, kam im Eschefelder Gemeindehaus zur Welt. Die Verbindungen zur Heimat seien all die Jahre nie abgerissen: "Im Oktober komme ich wieder, da feiern wir 60 Jahre Konfirmation."

Die pure Neugier war es, die Anett Eifrig aus Leipzig mit ihren Kindern nach Eschefeld kommen ließ: "Beim Durchfahren vor ein paar Tagen habe ich die vielen geschmückten Strohpuppen gesehen. Da habe ich gesagt, lasst uns herfahren. Es hat sich gelohnt." Dem wollten Anni (5) und Felix (7) nicht widersprechen; an der Spielstation, die Katja Lange und das Team des Frohburger Hortes "Einsteins" aufgebaut hatten, schrieben beide Karten, um sie per Luftballon auf die Reise zu schicken.

Theater mit dem Frohburger "Spatzennest" und ein Programm der Eschefelder Kindertagesstätte, Modenschau und Showtanz, Blasmusik und Musikschulkonzert, Stimmung mit den Bands "Fonatics" und "Karma" bis tief in die Nacht - zwei Tage waren verschwindend kurz angesichts einer 750-jährigen Dorfgeschichte, doch sie waren prall gefüllt. "Ein überragendes Fest, ein sehr gutes Echo. Ich bin überglücklich", meinte am Sonntagnachmittag Ina Tarras: "Ich bin allen ganz dankbar, die daran Anteil haben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2014

Ekkehard Schulreich

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