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Geithain Eschefelder Saal soll Frohburger Turnhalle entlasten
Region Geithain Eschefelder Saal soll Frohburger Turnhalle entlasten
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18:24 26.08.2018
„Brücken in die Zukunft“ schlägt die Stadt Frohburg mit dem Umbau der einstigen Gaststätte Stiehl in Eschefeld: Der Saal wird bis zum Frühjahr in eine Sporthalle umgewandelt. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Eschefeld/Flössberg

Nach dem Silvesterball 2010 wurde es schlagartig ruhig im großen Saal, der sich an der Eschefelder Gaststätte Stiehl befindet. Die Pächterin gab nach 20 Jahren den Betrieb der Gaststätte auf. Seither ist das Haus neben dem Sportplatz beinahe ungenutzt. Jetzt baut die Stadt Frohburg den Saal für die Sportvereine um. Im Frühjahr soll alles fertig sein. Eine gute Nachricht nicht nur für Rico Hiensch, der die Abteilung des BSV Einheit Frohburg leitet: „Der Grundgedanke stammt von uns. Aber Nutznießer werden viele Sportvereine der Stadt sein.“ Mit der Inbetriebnahme gelinge es, die Halle neben der Frohburger Oberschule zu entlasten. Der Umbau des Eschefelder Objektes, für den ein Kostenrahmen von 780 000 Euro abgesteckt ist, kommt die Stadt deutlich günstiger als ein Hallen-Neubau.

„Aufgrund einer Vielzahl an Nachwuchsmannschaften und dem Rückzug des SV Eschefeld haben wir bereits im August 2012 den Antrag auf weitere Nutzung der Eschefelder Sportanlagen gestellt, um die beiden Frohburger Plätze zu entlasten. Seitens der Stadtverwaltung wurde das sehr positiv gesehen“, so Hiensch. In einer „Agenda 2020“ habe man umrissen, „wo wir als Abteilung Fußball stehen und wo wir hin wollen“. Und sei darauf gestoßen, dass die Schaffung zusätzlicher Hallenkapazitäten noch wichtiger sei als ein Kunstrasenplatz. „Gerade in den Zeiten nach den Herbstferien bis zum Frühling häuften sich die Anfragen zu zusätzlichen oder verlängerten Nutzungszeiten der Halle. Der BSV zählt zu den größten Frohburger Vereinen. Der Frohburger Turnverein ist ähnlich stark. Gemeinsam bringt man es auf rund 700 Sportler, darunter viele Kinder und Jugendliche. „Einzelne Mannschaften oder Turngruppen trainieren meistens nur noch einmal pro Woche eine oder anderthalb Stunden. Gerade auch deshalb fand unsere Initiative breite Zustimmung in Frohburg und den Ortsteilen.“ Dass die Stadt die für den Umbau unverzichtbaren Fördermittel habe auftreiben können, sei ein Glücksfall. Für dieses Engagement sei man dankbar.

Mit großen Erwartungen verfolgen die Mädels vom Eschefelder Montagssport, was sich auf der Baustelle tut. Die zwei Dutzend Frauen aus dem Dorf, aus Frohburg, Frankenhain und Greifenhain bilden das Rückgrat des SV 1990 Eschefeld. Der Verein besteht inklusive seines Vorläufers Traktor 61 Jahre; die Fußball-Tradition brach mangels Nachwuchs ab. Die Frauensportgruppe weicht nach Greifenhain aus, der Weiberfasching findet in der Grünen Aue statt. „Uns wurde zugesichert, dass wir in der neuen Halle mindestens eine Stunde bekommen“, sagt Vereinschefin Noreen Pawelczyk. Profitieren würden davon auch die sportaffinen Senioren aus dem Dorf, ergänzt Stellvertreterin Simone Enke-Hubersberger: „Viele sind fit, würden gerne etwas tun, doch ohne Gebäude geht das nicht.“ Die wiederbelebte Halle helfe dem Sport in Frohburg, sei aber auch für das Dorf ein Gewinn.

Gebaut wird seit Monaten ebenso an der Flößberger Sporthalle. Hier aber geht es vor allem um eine Sanierung des 1968/69 errichteten und nach der Wende modernisierten Komplexes. „Die Außensanierung und die Umstellung der Wärmeversorgung ist bis auf Restleistungen abgeschlossen“, sagt der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Mit den noch zur Verfügung stehenden Mitteln für den ersten Bauabschnitt müsse noch der Raum des ehemaligen Öllagers für Nachnutzungen vorgerichtet werden. Außerdem habe man einen Förderantrag gestellt, um ein zusätzliches und barrierefreies WC zu bauen.

Mathias Füssel, der 2. Vorsitzende des SV Flößberg 1900, weiß dieses Engagement der Kommune zu würdigen. „Enttäuschend aber ist für uns, dass die Aufstockung des Anbaus erst einmal nicht kommt. An den Plänen dafür haben wir ein Jahr gearbeitet. Jetzt haben wir den Eindruck, Visionen werden gar nicht gewollt“, sagt er. Der Anbau, auf Hallenhöhe gebracht, sollte Toiletten und einen Vereinsraum aufnehmen. „Die Toiletten reichen im Spielbetrieb nicht. Das ist seit Jahren ein Problem.“ Eine Aufstockung sei „baufachlich nicht sinnvoll und mit erheblichen Mehraufwand verbunden. Eine Erweiterung vorwiegend für Vereinszwecke entspricht auch nicht den Zuwendungsbescheiden“, erklärt der Bürgermeister. Der zusätzliche Raumbedarf sei kaum begründbar.

„Vieles von unseren Sportanlagen haben wir uns selbst geschaffen. Wir haben Flutlicht gebaut, haben gepflastert“, sagt Füssel mit Blick auf den 120 Mitglieder zählenden Verein. Nun gehe es an den Bau einer Zisterne für die Platzberegnung und an die Umzäunung. Das gemeinsame Engagement halte Verein und Dorf zusammen. Und vieles, was man schaffe, versuche man selbst zu finanzieren – etwa über das jährliche Vereinsfest.

Von Ekkehard Schulreich

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