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Eulabett soll 2014 breiter werden

Eulabett soll 2014 breiter werden

Groß ist die Not der Niedergräfenhainer in Sachen Hochwasser. Großer Frust der Bürger bestimmte in weiten Teilen die Einwohnerversammlung Mittwochnachmittag zur Unterhaltung des Eulalaufes in dem Geithainer Ortsteil.

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Kann das Eulabett mehr Wasser aufnehmen, würde das mehr Zeit für Vorkehrungen verschaffen, wenn eine Überflutung droht, hoffen die Niedergräfenhainer.

Quelle: Jens Paul Taubert

Niedergräfenhain. Groß waren teilweise die Unterschiede in den Auffassungen zwischen Einwohnern und Flußmeister Remo Fahr.

 

 

Sechsmal stand das Hochwasser in Niedergräfenhain allein in diesem Jahr höher als 2002, erklärte Mario Frommhold, der CDU-Stadtrat ist im Dorf zu Hause. "Ich bin mit der Erwartung hergekommen, dass uns konzeptionell was vorgestellt wird", zeigte er sich enttäuscht. Doch lediglich für die Unterhaltung der Eula im Dorf ist Remo Fahr von der Flußmeisterei Borna zuständig, der sich den Fragen der Bürger stellte. Immerhin 42 waren gekommen, obwohl der Beginn 16 Uhr für Berufstätige eher schwer zu realisieren war.

 

 

Die Flussmeisterei, die zur Landestalsperrenverwaltung gehört, könne Anliegen der Einwohner einmal auf direktem Wege aufnehmen, formulierte Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) das Ziel der Zusammenkunft. Dieser Wunsch sei in der allgemeinen Einwohnerversammlung geäußert worden.

 

 

Das Anliegen der Niedergräfenhainer ist leicht auf den Punkt gebracht: Sie wollen keine Angst haben, sobald sich dunkle Wolken am Himmel zeigen, wollen kein Wasser in ihren Häusern, Garagen und Höfen, wie es derzeit teils schon bei Starkregen der Fall ist. Sie wollen, dass die Eula in ihrem Bett bleibt und das sie Wasser - so schnell es ins Dorf kommt - auch wieder hinaustransportiert.

 

 

Leicht lasse sich das nicht erfüllen, stellte Fahr klar. "Die Gebäude in Niedergräfenhain stehen größtenteils in der Flussaue und zunehmend mehr Wasser komme in der Eula an, weil stetig mehr Flächen versiegelt würden.

Rudi Graf, dessen Haus die Flut immer mit voller Härte trifft - rund dreimal dieses Jahr - schlug vor: Beim Steinbruch an der B 7 zwischen Geithain und Niedergräfenhain müsse eine Staumauer hin mit einem großen Rohr, das zunächst gestautes Wasser kontinuierlich abfließen lässt. Außerdem müsse der Verlauf der Eula gesäubert werden.

"Wir wollen an den Seiten die Sedimente entnehmen. Das wird Sie aber nicht vor dem Hochwasser bewahren", erklärte Fahr. Das sahen die Bürger anders. "Als das zuletzt gemacht wurde, hatten wir lange kein Hochwasser", erinnerte Regina Stäbler, ebenfalls stetig Opfer der Flut. Ein Drittel Volumen sei im Gewässerlauf verloren gegangen, so ein Bürger. Hochwasser wäre nicht zu verhindern, erklärte ein anderer. Aber wenn der Eulalauf mehr Fassungsvermögen hätte, würden die Feuerwehr und alle Bürger eine halbe oder ganze Stunde gewinnen, um Vorbereitungen zu treffen. Das sei viel wert.

 

 

Strittig zwischen dem Flussmeister und Bürgern war, wann das Bett der Eula zuletzt ausgebaggert wurde. Am Sonntag nach dem großen Hochwasser im Juni habe Fahr ihm versprochen, "dass noch dieses Jahr die Böschungen gemacht werden", hielt Feuerwehrmann Frank Voigt kämpferisch fest. "Wir haben gedacht, dass wir für 2013 ausreichend Geld bekommen, das ist nicht so", begründete Remo Fahr, dass dies noch nicht passiert ist und erinnerte daran, dass die Flußmeisterei Borna für rund 140 Kilometer Gewässerlauf sowie für Deiche und Anlagen zuständig ist. Fahr: "So viel zu tun und so wenig Geld."

 

 

2014 sollen die Sedimente vor allem in den Seitenbereichen des Eulalaufes in Niedergräfenhain entfernt werden - darauf legte er sich Dienstagabend fest. In welchen Abschnitten das passiert, das werde noch entschieden - in erster Linie dort, wo die Häuser direkt an der Eula stehen. Für die Entsorgung einer Tonne dieses Sedimentes zahle die Flussmeisterei immerhin 30 Euro, erklärte Fahr. Die Belastung der Hochwasseropfer - materiell und nervlich sei größer, hielt Regina Stäbler dagegen.

 

 

Man müsse auch das Oberdorf betrachten, forderte Jochen Leinert, dort habe es in den letzten 30 Jahren überhaupt keine Pflege an der Eula gegeben. Vor allem zwei Bereiche müssten gemacht werden: zwischen dem Haus von Familie Lichey und der Schweinemastanlage sowie entlang des Wildgeheges. Remo Fahr war bereit, sich das unmittelbar nach der Versammlung anzusehen. Das Unterdorf war er mit der Bürgermeisterin vor deren Beginn abgegangen.

 

 

Für den Hochwasserschutz in Niedergräfenhain müsste aus Sicht des Flussmeisters oberhalb von Wickershain so viel Wasser wie möglich zurückgehalten werden. Für den Oberlauf der Eula ist die Kommune verantwortlich, erinnerte Bauer. Doch mindestens zwei Jahre werde es dauern, ehe hier Konzepte greifen, erklärte sie. Kerstin Jesierski, Bauchefin der Stadt, erinnerte an das Hochwasserschutzkonzept, dass die Landestalsperrenverwaltung bereits nach der Flut von 2002 ausgearbeitet habe. Darin gäbe es Vorhaben im Bereich Wickershain/Geithain, die Niedergräfenhain entlasten können. "Von den vielen Maßnahmen, die für das Gebiet Geithain festgelegt sind, ist bislang noch nichts umgesetzt", hielt sie fest. Betroffene und die Stadt müssten Druck ausüben, damit hier etwas passiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2013
Inge Engelhardt

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