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Geithain Extremer Einsatz gegen extreme Armut: Michael Bartsch trainiert für Uganda
Region Geithain Extremer Einsatz gegen extreme Armut: Michael Bartsch trainiert für Uganda
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09:50 22.03.2016
Michael Bartsch unterwegs im Bad Lausicker Kurpark. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

„Einer für alle, alle für einen“ – der Leitgedanke, der „Die drei Musketiere“ verbindet. Anders als Alexandre Dumas’ weltbekannter Roman von 1844 ist „Der 4te Musketier“ in der Gegenwart verankert: Die internationale christliche Männerbewegung verbindet soziales Engagement mit körperlicher Herausforderungen und geistlichen Inhalten. Ihr Motto: „Extremer Einsatz gegen extreme Ungerechtigkeiten auf dieser Welt“.

Ein 4ter Musketier ist Michael Bartsch aus Bad Lausick. Seit anderthalb Jahrzehnten engagieren er und seine Frau Damaris sich gegen Kinderarmut in Afrika, übernahmen für Jahre eine Patenschaft. Ein Einsatz, der Kreise ziehen soll: Ende Mai startet Bartsch in Uganda beim Muskathlon, einem Extremlauf mehrerer hundert Gleichgesinnter und Einheimischer. Um dort starten zu können, trainiert der 44-Jährige nicht nur für die Marathon-Distanz; er sammelt vor allem Spenden für Kinder-Patenschaften – und er will möglichst viele Menschen in seinem Umfeld aufmerksam machen auf die katastrophale Situation Heranwachsender in vielen Ländern des afrikanischen Kontinents.

„Wenn viele Tropfen zusammenkommen, können sie etwas bewirken“, sagt Michael Bartsch. Die heldische Überhöhung der Roman-Musketiere ist ihm fremd. Helfen ist für ihn Arbeit und von grundsätzlichem Wert. Helfen heißt für ihn, andere zu überzeugen, sie durch eigenes Vorbild als Unterstützer zu gewinnen. „Ich möchte an die Wurzeln gehen. Ich weiß, wie es aussieht in den Slums, weiß, woran es fehlt: an Essen, an Bildung, an einem wertschätzenden Umgang mit jenen, die dort aufwachsen müssen“, sagt er. Kurz nach der Jahrtausendwende hielt Bartsch, der heute in Bad Lausick als Systemischer Therapeut, Coach und Supervisor arbeitet, sich als Praktikant in Kenia auf. Das Erlebte war prägend. Extremer Einsatz gegen extreme Armut – dieses Motte der Organisation „Der 4te Musketier“ empfindet er als eine adäquate Antwort. Dafür steht und wirbt er, „und ich merke, dass andere Menschen hellhörig werden, sich ebenfalls einbringen möchten“.

Um am Muskathlon, getragen von der Hilfsorganisation Compession (Mitgefühl), teilnehmen zu können, sammelt Michael Bartsch seit Monaten Spenden für Kinder-Patenschaften. Zehn Patenschaften muss er nachweisen, macht summa summarum 10 000 Euro an Spenden. „Dieses Ziel könnte ich schon mehr als erfüllen, aber mein inneres Ziel liegt ein ganzes Stück höher“, sagt er. Dass der Zuspruch, den er für dieses Anliegen erfährt, quer durch die Gesellschaft geht und damit weit über die Freikirchlich-Evangelische Gemeinde, der er und seine Familie sich zugehörig fühlen, beeindruckt und ermutigt ihn. Ende Mai in Uganda gibt es nicht nur das körperliche Grenz-Erlebnis Marathon unter tropischer Sonne (andere Teilnehmer bevorzugen Radfahren oder Wandern); Hilfsprojekte werden besucht, Patenkinder getroffen, Hilfe konkret erlebt und organisiert. Vier-, fünfmal in der Woche trainiert Bartsch für diesen Lauf; nimmt er 25 Kilometer unter die Sohlen, reicht die Runde weit in den Colditzer Forst.

Henk Storvogel, ein holländischer Pastor, wollte die Männer seiner Gemeinde dazu bewegen, stärker Verantwortung zu übernehmen. 2008 gründete er „Der 4te Musketier“, eine Vereinigung, der inzwischen in acht Ländern aktiv ist und in Bad Lausick ein halbes Dutzend Mitstreiter hat. Die Vier im Namen steht für vier G: die Beziehung zu Gott, die familiäre Gemeinschaft, die Kirchgemeinde, das Eintreten für Gerechtigkeit.

https://www.muskathlon.com/de-de/teilnehmer/1090/michael-bartsch.html; www.muskathlon.com (Teilnehmer Michael Bartsch)

Von Ekkehard Schulreich

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