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FC Bad Lausick erwartet Bekenntnis der Stadt

FC Bad Lausick erwartet Bekenntnis der Stadt

Ein Vierteljahrhundert alt ist der Fußballclub FC Bad Lausick 1990. Er trägt das Jahr seiner Gründung im Vereinsnamen. Gekickt wird in der Kurstadt allerdings schon deutlich länger, doch markierte das Wende-Jahr 1990 einen Neuanfang.

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Bad Lausicks Danny Kamke (l.) attackiert Philipp Grommuth von den Eutritzschern auf heimischem Platz. Seine Sportanlagen bereiten dem FC Bad Lausick erhebliche Sorgen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Die Betriebssportgemeinschaft Stahl ging im neuen Verein auf. Heute zählt der FC mit seinen 200 Mitgliedern zu den größten Vereinen in Bad Lausick. Die Kinder- und Jugendarbeit nimmt breiten Raum ein. Dennoch sieht der Vorstand den FC an einem Scheideweg: Um zukunftsfähig zu bleiben, hält er ein entschiedeneres Engagement der Kommune für unverzichtbar.

 

 

"Ohne einen Kunstrasen-Platz geht es nicht mehr, wenn wir die Leute halten wollen", sagt Schatzmeister Peter Kiosze. Den Nachwuchs zu halten, sei nicht nur eine Frage des Wollens; die Ausbildung des Nachwuchses in seiner Breite sichere den Erfolg der Herren-Mannschaften. Die erste Männermannschaft ist seit fast zweieinhalb Jahrzehnten ohne Unterbrechung auf der Bezirksebene zu Hause, in der Landesklasse Staffel Nord, ehedem Bezirksliga.

"Wir sind eine eingeschworene Truppe - und nur so funktioniert es bei uns über all die Jahre", sagt Kiosze, meint den Schulterschluss aller im Verein über alle Abteilungen hinweg. Und er meint die Unterstützung durch die Ehrenamtlichen und durch die Firmen, namentlich den Hauptsponsor von Beginn an, das Betonwerk Bad Lausick.

Dass der FC in seinem Jubiläumsjahr immer deutlicher an Grenzen stoße, komme nicht aus heiterem Himmel, sagt Präsident Bernd Lautenschläger. Die Ursache dafür liege vor allem im unbefriedigenden Zustand der Plätze. Über all die Jahre habe der Verein aus eigener Kraft und dank der Unterstützung durch das Betonwerk vieles geschaffen: ein großes Vereinsgebäude, Flutlicht, Beregnung und Plätze, "die nie in einem besseren Zustand waren als heute, die im Vergleich mit dem, was es in anderen Städten der Region gibt, schlecht sind".

 

 

Egal ob Grimma, Borna, Naunhof oder Döbeln, überall seien die Trainings- und Spielbedingungen längst besser als in der Kurstadt. Die Gefahr, dass vor allem junge Spieler dorthin abwanderten, sei latent.

"Die Kommune hat eine soziale Verantwortung", sagt Peter Kiosze. Doch der sei sie in den vergangenen Jahren nur unzureichend gerecht geworden. Das betreffe nicht nur den FC; auch die anderen Vereine vermissten Anerkennung und Unterstützung. Denn gerade die Vereine ihrerseits seien es ja, die sich der Verantwortung für das Gemeinwohl stellten.

 

 

"Wir erwarten endlich ein klares Bekenntnis der Stadt", so Kiosze. Mit dem designierten Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) verbinde man deshalb einige Hoffnung. Bisher hat man nur seinen scheidenden Amtsvorgänger Josef Eisenmann (CDU) am Spielfeldrand gesehen, kaum aber die gewählten Verantwortungsträger. Auf die sich zuspitzende Situation des Bad Lausicker Fußballs habe man in den vergangenen drei Jahren regelmäßig in Gesprächen und im letzten Jahr im Stadtparlament - in nicht öffentlicher Sitzung - hingewiesen, ergänzt Lautenschläger: "Da muss sich endlich etwas bewegen."

 

 

Der FC Bad Lausick nutzt die Sportanlage in Erbbaupacht. Zwölf Mannschaften trainieren, von den Männern bis zur G-Jugend, die Frauen und die Alten Herren. Mitunter sind drei Teams parallel auf dem Rasen zugange, der trotz vieler Bemühungen von unzulänglicher Qualität ist. Lediglich einige Kinder-Teams nutzen in der kalten Jahreszeit die Halle. Ob das in der bis zum Jahresende fertiggestellten neuen Zwei-Felder-Halle an der Oberschule noch möglich sein wird, der Vorstand kann es nicht sagen: Zu den künftigen Nutzungsgebühren hat sich der Stadtrat bisher nicht positioniert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2015
Ekkehard Schulreich

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