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Geithain Fänge der regionalen Fischer schrumpfen
Region Geithain Fänge der regionalen Fischer schrumpfen
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15:15 21.07.2010
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Frohburg

Genau das Gegenteil sei der Fall, beschreibt der 45-Jährige die missliche Situation. Die hiesigen Fischer seien in Not, leiden unter arg zurückgehenden Erträgen.

„Dass der Rothalstaucher und andere Bodenbrüter weg sind, hat absolut nichts mit der Fischwirtschaft zu tun“, so Wolf. Er ist seit April 2008 Pächter der Eschefelder Teiche, eines anerkannten Naturschutzgebiets. „Wir haben im Gegenteil eine totale Extensivierung. Derzeit sind in unseren Teichen etwa 30 bis 50 Prozent weniger Fische drin wie noch vor zehn Jahren“, benennt er die Situation.

Während ihm der Wasserstand im Teichgebiet, der zuvor jahrelang Zankapfel zwischen dem vorherigen Pächter und dem Freistaat Sachsen als Eigentümer war, gar keine Kopfschmerzen bereitet, sind die fischenden Großvögel – von Kormoranen bis zu Grau- und Silberreihern – ein Riesenproblem. „Die tauchen in solchen Massen auf, dass es kaum noch möglich ist, Satzfische auszusetzen. Die haben kaum eine Chance, zu wachsen.“ Der höhere Anteil an ganz kleinen Fischen biete dagegen eigentlich den Rothalstauchern eine gute Futtergrundlage. Auch die zunehmende Verkrautung durch zu geringe Fischproduktion, die der Fischer für sehr bedenklich hält, käme dieser Vogelart eigentlich entgegen. Doch diese Tiere hätten andere Feinde. „In den Flachwasserbereichen, die inzwischen mit Schilf zuwuchsen, haben sich Waschbären und Nerze angesiedelt, deren Bestand enorm zunahm. Ich sehe regelmäßig welche und auch ihre Spuren“, so der Fischer. Darin vor allem lägen die Ursachen für den Artenschwund von offenen Bodenbrütern. Zudem gäbe es sehr viele Kolkraben, die mit Vorliebe Eier und kleine Vögel verzehrten. Ein anderer Feind – auch wenn selbst unter Naturschutz stehend – ist der Seeadler. „Wir haben im Rohrbacher Teichgebiet welche. Sie sind tödlich für Wasservögel“, weiß er.

Zahlen könnten das alles belegen. Als 2008 Kormorane vergrämt werden durften, gab es sehr viele Schwarz- und Rothalstaucher zu beobachten. Im Jahr darauf, als das Landratsamt entschied, dass sie nicht weggejagt werden dürften, wurden die Vogelbrutinseln von ihnen okkupiert. Und nicht nur das. „Für uns gab es in Rohrbach einen Totalverlust an Satzfischen, in Eschefeld eine Einbuße von der Hälfte. So etwas hälst du nicht mehrere Jahre durch.“ Die Folge: In diesem Jahr sind im Großteich Eschefeld nahezu keine größeren Fische drin. Der Teich droht total zu verkrauten, obwohl er erst vor Jahresfrist mit Riesenaufwand durch den Freistaat entschlammt wurde. Und: 45 000 Euro Schaden für den Gesamtbetrieb entstanden, ohne dass Wolf eine Ausgleichszahlung erhält. Einer der bis dahin drei Angestellten musste entlassen werden. Die geplante Einstellung eines Lehrlings war ebenfalls nicht möglich.

2010 gäbe es zwar wieder eine Freigabe für Fischereibetriebe, die gefräßigen Großvögel zu vertreiben. „Doch es ist eigentlich zu spät“, ist Wolf sauer. Er erwartet in diesem Jahr ein Minus von 90 000 Euro. Nicht nur der Rothalstaucher ringt also – symbolisch gesehen – ums Überleben.

Thomas Lang

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