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Fahrplan der Fusion mit Frohburg: Kohrener Rat beschließt wesentliche Punkte

Stadtrat Fahrplan der Fusion mit Frohburg: Kohrener Rat beschließt wesentliche Punkte

Dass Kohren-Sahlis ab 2017 Teil der Stadt Frohburg sein wird, an dieser Entschlossenheit ließen Stadtrat und Bürgermeister am Dienstag keinen Zweifel. Viele wichtige Aspekte der Eingemeindung seien ausdiskutiert; jetzt wurden erste Schwerpunkte in einen Beschluss gegossen. Am 5. April folgt dazu einer Sondersitzung des Kohrener Parlaments.

Größten Wert legt Kohren-Sahlis auf den Bestand der Grundschule auch nach der Fusion mit Frohburg.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis. Nägel mit Köpfen machte der Kohren-Sahliser Stadtrat am Dienstag, was die Eingliederung der Stadt nach Frohburg betrifft: Er goss den Stand der Verhandlungen aus Kohrener Sicht in einen ersten, bereits weit gehenden Beschluss. „Unsere Zuarbeiten sind abgeleistet“, sagte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Er wies damit erneut Kritik aus den Frohburger Reihen zurück, der kleinere Partner versäume seine Hausaufgaben. Auf einer für den 5. April anberaumten Sondersitzung will der Kohrener Stadtrat sich zu noch offenen Fragen verständigen. Dass die Fusion wie geplant zum 1. Januar 2017 vollzogen werden könne, daran ließ Mohaupt keinen Zweifel.

Sieben der heutigen Kohrener Stadträte plus der ehrenamtliche Bürgermeister sollen die Interessen der dann eingemeindeten Stadt im Frohburger Parlament vertreten. Sie wurden bereits namentlich benannt. Die bisherigen 14 Stadträte bilden einen Ortschaftsrat. Der wird durch sachkundige Bürger verstärkt, die bis dato in den Ortschaftsräten Altmörbitz, Dolsenhain, Gnandstein und Jahnshain tätig sind.

Von praktischer Bedeutung für die Einwohnerschaft sind diese Punkte: Um Dopplungen bei den Straßennamen zu vermeiden, müssen elf Straßen neu benannt werden (in Frohburg steht ein Straßenname zur Disposition). Entscheidend sei, wie viele Einwohner betroffen seien von dieser Veränderung, erklärte Mohaupt das Kohrener Übergewicht. Die Frohburger Postleitzahl 04654 gilt künftig für das gesamte Gemeindegebiet. Auf den neuen Ortstafeln steht oben der Name des Ortsteils, zum Beispiel Gnandstein; darunter folgen Stadt Frohburg und Landkreis Leipzig. Ab 1. Januar gelten die Frohburger Steuersätze, was allerdings keine Schlechterstellung bedeutet. Im Gegenteil: Bei der Grundsteuer B für bebaute Grundstücke wird es dann deutlich günstiger, da der Frohburger Satz erheblich unter dem Kohrener liegt.

Größten Wert legt die Kohrener Seite auf den Bestand von Grundschule und Kindertagesstätte „Turmspatzen“, vom Haus der Begegnung, von Töpfermuseum, Hofmann’scher Sammlung und Schwindsaal. Dasselbe trifft zu auf die Freiwilligen Feuerwehren Kohren-Sahlis und Jahnshain. Sie sind Teil des gemeinsamen Bedarfsplans. Die Partnerschaft mit dem Italienischen Montottone wird fortgesetzt.

Diskussion gab es über die Verankerung mehrerer geplanter oder begonnener Investitionen, explizit was die umstrittene Art des Ausbaus der Kreisstraße in Gnandstein betrifft. „Ein normaler Deckenschluss für 150 000 Euro würde es auch tun“, sagte Marco Höppner (CDU). Statt dessen wolle der Landkreis das Zehnfache ausgeben und das historische Dorfbild durch eine martialische Trasse ruinieren. Er forderte, das Vorhaben in dieser Art zu streichen. „Wir sollten das Thema beim Landkreis noch einmal aufmachen und nicht unsere Orte verschandeln lassen“, unterstützte das Fraktionschef Georg-Ludwig von Breitenbuch. Zudem wünschte er, den Erhalt der beiden Kohrener Burgtürme als ein Wahrzeichen der Stadt in den Prioritäten-Katalog aufzunehmen.

Letzteres sei enthalten in einer umfangreichen Liste von Investitionen, die noch zu beschließen sei, sagte der Bürgermeister. Was Gnandstein betreffe: Der Kreis sollte gemeinsam mit den Bürgern eine annehmbare Lösung finden. Besagte Investition wurde aus dem Dokument herausgenommen. Damit verbleiben dort der Gehweg-Bau zur DRK-Wohnstätte und zum Pflegeheim und der Ausbau der Schulstraße. Der Stadtrat stimmte einhellig zu.

Von Ekkehard Schulreich

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